Haßfurt
Pflege

Linke fordern Orientierung am Patienten

Auf reges Publikumsinteresse stieß in Haßfurt der Film "Der marktgerechte Patient". Die anschließende Diskussion zeigte, dass der Pflegenotstand in Krankenhäusern vielen Menschen auch im Haßbergekreis...
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Auf reges Publikumsinteresse stieß in Haßfurt der Film "Der marktgerechte Patient". Die anschließende Diskussion zeigte, dass der Pflegenotstand in Krankenhäusern vielen Menschen auch im Haßbergekreis Sorge bereitet. Veranstalter der Filmvorführung und der Gesprächsrunde war das Linke Bündnis Haßberge.

Thomas Dietzel merkte eingangs an, es wäre zu wünschen, wenn eine wichtige gesellschaftliche Diskussion über die Kommerzialisierung der Krankenhäuser und ihre fatalen Folgen für Beschäftigte und Patienten angestoßen würde. Robert Striesow, Spitzenkandidat der Linken in Unterfranken bei der bayerischen Landtagswahl und beruflich in der Pflege tätig, wies auf das Volksbegehren "Stoppt den Pflegenotstand" hin, bei dem in kurzer Zeit im ersten Schritt mehr als die notwendigen Unterschriften gesammelt wurden, wie das Linke Bündnis mitteilte. Er führte weiter aus, die Initiatoren des Volksbegehrens wollten durchsetzen, dass gesetzlich festgeschrieben wird, wie viel Personal für welche Patientenzahl zur Verfügung stehen muss. Diese Quoten sollten für alle Funktionsbereiche festgelegt werden. Würden die Vorgaben unterschritten, sollten verbindlich einzuhaltende Maßnahmen folgen. Auch würden härtere Regelungen bei Hygiene und Reinigung im Volksbegehren gefordert, hieß es weiter.

Verdichtung der Arbeit

Rudi Reinhart vom KAB berichtete aus seiner Berufserfahrung, dass sich die Arbeit in der Krankenhauspflege sowie in der Pflege allgemein in den vergangenen 25 Jahren immer stärker verdichtet habe. Die Zahl der Patienten sei um rund 35 Prozent angestiegen, die der Pflegekräfte dagegen gesunken.

Die Arbeitsverdichtung wurde durch Beiträge aus der Runde unterstrichen. Das von Bundesgesundheitsminister Spahn ab dem 1. Januar 2019 auf den Weg gebrachte Pflegepersonal-Stärkungsgesetz sei in seiner Auswirkung umstritten, erläuterte die Kreisrätin Sabine Schmidt aus Sand; es als einen zaghaften Schritt in Richtung Verbesserung zu bezeichnen, sei eine Beschönigung, führte sie aus.

Folgende Forderungen wurden formuliert, die laut dem Linken Bündnis Haßberge bei allen Anwesenden eine breite Zustimmung fanden: Die Mindestpersonalbemessung müsse sich am wirklichen Bedarf orientieren. Zur Absicherung ausreichender Löhne müsse der Gesundheits- und Pflegebereich durch allgemeinverbindliche Tarifverträge gesichert werden. Tarifflucht durch Auslagerungen seien zu verhindern. Abschaffung der Fallpauschalen und Orientierung am tatsächlichen Bedarf, lautet eine weitere Forderung. Und: Es müsse eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung geben, in die alle einbezogen werden. red

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