Höchstadt a. d. Aisch

"Liederkranz" wird 150

Der älteste Kulturträger Höchstadts feiert seinen runden Geburtstag mit einem Konzert in der Fortuna Kulturfabrik. Seit 1951 werden Sängerinnen aufgenommen.
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Irina Konjaev (r.) leitet seit 1998 zusammen mit ihrem Mann Gabriel den "Liederkranz" Höchstadt und wird auch beim Jubiläumskonzert dirigieren. Unser Foto stammt von einem Auftritt 2015. Foto: Evi Seeger (Archiv)
Irina Konjaev (r.) leitet seit 1998 zusammen mit ihrem Mann Gabriel den "Liederkranz" Höchstadt und wird auch beim Jubiläumskonzert dirigieren. Unser Foto stammt von einem Auftritt 2015. Foto: Evi Seeger (Archiv)

Heuer ist es 150 Jahre her, dass der Gesangverein "Liederkranz" Höchstadt gegründet wurde. Aus diesem Anlass findet am Sonntag, 27. Oktober, um 16 Uhr in der Fortuna Kulturfabrik ein Jubiläumskonzert statt, zu dem die Bevölkerung herzlich eingeladen ist. Mit großer Dankbarkeit und Freude feiern die Sänger dieses Jubiläum und blicken auf viele Jahrzehnte segensreichen Wirkens als ältester Kulturträger in Höchstadt zurück, heißt es in der Einladung.

Unter der Leitung von Irina und Gabriel Konjaev kommen Chorsätze und Instrumentalstücke aus verschiedenen Epochen zur Aufführung. Als Gäste musizieren Viktor Konjaev (Violine), ein Ensemble der Stadtkapelle Höchstadt sowie die Gruppe "Fisherman and friends". Durch das Programm führt Oskar Fuchs.

In der Zeit der Romantik begeisterten sich viele für den Liedvortrag und für das Volkslied. Man suchte nach alten Liedern und zeichnete sie auf. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden deshalb auch auf dem Land viele Männergesangvereine, so auch in Höchstadt. Die Geburtsstunde des "Liederkranzes" schlug am 27. Dezember 1869. Der Bezirksamtmann Tettenhammer, Chorleiter M. Lindner und der Mühlenbesitzer Johann Lindner riefen die "Gesellschaft Liederkranz" ins Leben. Zweck der Vereinsgründung war "die Pflege des Gesangs und der Instrumentalmusik sowie die gesellschaftliche Unterhaltung der Mitglieder".

Neubelebung 1948

Die Entwicklung des neuen Vereins ging zügig voran. Unter Chorleiter Friedrich Wilhelm Schatt, der 1901 als Lehrer nach Höchstadt kam, blühte das Sängerleben auf. Bis zum Jahr 1939 dauerte diese Ära. Doch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte der "Liederkranz" schwere Zeiten zu überstehen: Der Erste Weltkrieg dünnte die Sängerschar aus, und während des Zweiten Weltkriegs kam die Sängertätigkeit vollständig zum Erliegen.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges verweigerten die Amerikaner zunächst jede Vereinstätigkeit. Mit viel Engagement und Durchsetzungskraft gelang es einigen Idealisten, dass am 26. Oktober 1948 eine Mitgliederversammlung im Gasthaus "Blauer Löwe" zur Neubelebung des Vereins führte. Kaspar Willert übernahm für 22 Jahre den Vorsitz des Vereins und der Lehrer Anton Wölker übernahm die Chorleitung, die er bis 1970 ausübte.

Auf Drängen des Chorleiters wurden ab 1951 auch Sängerinnen aufgenommen und der "Liederkranz" in einen gemischten Chor umgewandelt. In den folgenden Jahren stellte der Chor bei Wertungssingen, Kreissängertagen und Liederabenden seine Leistungsfähigkeit unter Beweis. Auch am gesellschaftlichen Leben der Stadt beteiligten sich die Vereinsmitglieder gerne. 1969 feierte der "Liederkranz" Höchstadt sein 100-jähriges Bestehen und erhielt mit der Verleihung der Friedrich-Zelter-Plakette eine hohe Auszeichnung.

Unter der musikalischen Leitung von Harald Matthes (1970 bis 1977) und Karl Sandig (1977 bis 1997) brachte der Chor in zahlreichen Konzerten weltliches und geistliches Liedgut zur Darbietung. Unvergessen bei Aktiven und Zuhörern ist die Aufführung der As-Dur-Messe von Franz Schubert im November 1976 zusammen mit dem Kirchenchor und dem Kammermusikkreis der Pfarrei Herz Jesu Erlangen in Höchstadt. In den 1980er Jahren gab es Chor- und Orchesterkonzerte zusammen mit dem gemischten Chor Neuhaus und dem Siemens-UB-Med-Werksorchester. Diese musikalische Zusammenarbeit ermöglichte 1986 eine Fahrt nach Schweden, die für die teilnehmenden Chormitglieder zu einem besonderen Erlebnis wurde.

Anspruchsvolle Chormusik

1994 feierte der "Liederkranz" mit einem Festkonzert im Schlosshof und einem geistlichen Konzert in der Stadtpfarrkirche St. Georg sein l25-jähriges Bestehen. Seit Januar 1998 hat der Liederkranz mit Irina und Gabriel Konjaev ein kompetentes musikalisches Leitungsteam, das in den vergangenen 21 Jahren anspruchsvolle Chormusik eingeübt und in zahlreichen Konzerten zur Freude der Zuhörer dargeboten hat. red

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