Haig

"Liederkranz" selbstbewusst

Auf ein rundum gelungenes Jubiläum anlässlich des 100. Geburtstages blickte der Gesangverein "Liederkranz" zurück: Es war eine Demonstration von Chorgesang erster Güte. Bei der Hauptversammlung sprach...
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Gesangverein "Liederkranz" Haig und die Sängergruppe "Frankenwald" ehrten Mitglieder für langjährige Treue: von links Notenwart Manfred Kalb (60 Jahre Mitglied), Chorleiter Thomas Detsch, stellvertretender Vorsitzender der Sängergruppe "Frankenwald" Friedrich Fricke, "Liederkranz"-Vorsitzender Markus Endes, Dietmar Wich (25 Jahre Chormitglied) und Bürgermeister Rainer Detsch. Foto: Reinhard Conradi
Der Gesangverein "Liederkranz" Haig und die Sängergruppe "Frankenwald" ehrten Mitglieder für langjährige Treue: von links Notenwart Manfred Kalb (60 Jahre Mitglied), Chorleiter Thomas Detsch, stellvertretender Vorsitzender der Sängergruppe "Frankenwald" Friedrich Fricke, "Liederkranz"-Vorsitzender Markus Endes, Dietmar Wich (25 Jahre Chormitglied) und Bürgermeister Rainer Detsch. Foto: Reinhard Conradi

Auf ein rundum gelungenes Jubiläum anlässlich des 100. Geburtstages blickte der Gesangverein "Liederkranz" zurück: Es war eine Demonstration von Chorgesang erster Güte. Bei der Hauptversammlung sprach der Haiger Kulturträger allen Mitwirkenden und Gastchören Lob und Anerkennung aus. Für das anstehende Jahr werden Konzerte und Veranstaltungen vielfältiger Art geplant. Kernthema wird vor allem auch die Mitgliederentwicklung sein.

Vorsitzender Markus Endes ließ den Ablauf des Jubiläumsfestes Revue passieren. Vor allem das Konzert in der St.-Anna-Kirche sei ein "Top-Event des Gesangs" gewesen. Qualitativ hervorragende Darbietungen der teilnehmenden Chöre hätten bei den zahlreichen Gästen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein Sängerbaum sei gepflanzt worden, der die nachfolgenden Generationen an das schöne Ereignis erinnern solle.

Zelter-Plakette erhalten

Als weiteren Höhepunkt im Vereinsjahr nannte Endes die Verleihung der Zelter-Plakette. Bei einem Festakt in Landshut sei diese von Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, übergeben worden.

Die Größe des "Liederkranzes" bezifferte der Vorsitzende mit 92 Mitgliedern. Davon wirkten 33 im Chor mit. Für 60-jährige Treue zum Verein zeichnete er Manfred Kalb aus. Seit fast vier Jahrzehnten fungiere dieser auch als Notenwart.

Chorleiter Thomas Detsch erläuterte, dass der Verein bei der Gestaltung des Sängerfestes neue Wege gegangen sei. Sein Dank galt den Chören aus Friesen, Ludwigsstadt, Seibelsdorf, Steinbach/Haide und Windheim sowie dem Kammerchor der Berufsfachschule für Musik Oberfranken, die mit wunderschönem Gesang beeindruckt hätten. Die Beteiligung am Benefizkonzert der Sängergruppe in Steinbach am Wald sei für den "Liederkranz" eine Selbstverständlichkeit gewesen. Gerne sei man dem Wunsch der Stockheimer Bergleute nachgekommen, den Gottesdienst zum Barbara-Fest zu umrahmen. Mit dem Adventskonzert in der St.-Anna-Kirche sei ein ereignisreiches Jahr zu Ende gegangen.

"Die Sängergruppe ,Frankenwald‘ kann stolz auf den ,Liederkranz‘ sein", erklärte stellvertretender Vorsitzender Friedrich Fricke. Sowohl im örtlichen als auch im überörtlichen Bereich hätten die Haiger gezeigt, dass sie es verstehen, Feste zu feiern und würdig zu gestalten.

Das Nachwuchsproblem

Fricke sprach das Problem der Nachwuchsgewinnung an, mit dem heute viele verbandlich organisierten Chöre konfrontiert seien. Er kritisierte, dass an den Schulen viel zu wenig gesungen werde.

Fricke zeichnete Dietmar Wich aus, der seit 25 Jahren im "Liederkranz" singt.

Bürgermeister Rainer Detsch erklärte, dass die Haiger auf ein starkes Jahr zurückblicken könnten, in dem hervorragende Arbeit geleistet worden sei. Das Jubiläum sei stilvoll und nachhaltig gewesen. Bei jeder Jahresversammlung, die er besuche, werde darüber diskutiert, wie man junge Leute gewinnt. Dies sei eine schwierige Aufgabe angesichts der immer größer werdenden Palette an Freizeitangeboten. In Haig aber existiere eine starke Dorfgemeinschaft, die auch weiterhin Erfolg haben werde.

"Wir müssen uns die eigenen Stärken bewusst machen und diese auch kommunizieren", sagte Zweiter Vorsitzender Reinhard Conradi beim Thema "Mitgliederentwicklung". Jeder solle Multiplikator und Botschafter für die Sache der Sänger sein. Beim "Liederkranz" stimmten Qualität und Repertoire. Daher dürfe man durchaus selbstbewusst auftreten. Wenn Teenies und Twens "anbeißen" sollen, dürfe man nicht ständig sagen: "Wir brauchen euch." Diese Haltung sei falsch. Niemand besteige ein Schiff, wenn die Besatzung selbst bekanntgibt, dass es in Kürze untergeht.

"Wir müssen den Jugendlichen verklickern, dass sie uns brauchen, weil sie sonst etwas verpassen", sagte Conradi. Ein Chor wie der "Liederkranz" habe etwas zu bieten. Er sei ein hervorragendes soziales Netzwerk, und zwar mit echten Menschen anstatt irgendwelchen Nutzerprofilen. Zudem biete der Gesangverein eine musikalische Grundausbildung. Und wenn man intensiv mitsingt, sei dies auch noch ein wunderbares Fitness-Training. Somit sei der Chor "ein Wellness-Bereich, eine kleine Musikschule und ein Fitness-Studio in einem". rc

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren