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Kloster Banz
Konzert

Lichtenfelser Tenor setzt klingendes Denkmal für Friedrich Rückert

Eine ganz große Stimme, mal balsamisch schön, mal gewaltig dramatisch: Malte Müller beeindruckte seine Zuhörer im Kaisersaal bei seinem Konzert in Banz. Begleitet wurde der Tenor von dem Weltklasse-Ko...
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Den Rückert-Liederabend im Kaisersaal gestalteten Malte Müller und Marcelo Amaral. Foto: Andreas Welz
Den Rückert-Liederabend im Kaisersaal gestalteten Malte Müller und Marcelo Amaral. Foto: Andreas Welz

Eine ganz große Stimme, mal balsamisch schön, mal gewaltig dramatisch: Malte Müller beeindruckte seine Zuhörer im Kaisersaal bei seinem Konzert in Banz. Begleitet wurde der Tenor von dem Weltklasse-Konzertpianisten Marcelo Amaral.

Die Werke des Dichters Friedrich Rückert haben es dem Lichtenfelser angetan. Der in Roth geborene Tenor präsentierte an diesem Liederabend seine neue CD "Von sanftem Traum umflossen - Lieder nach Friedrich Rückert". Das Publikum zündete verzögert. Das nicht allzu bekannte Repertoire wurde zunächst eher zurückhaltend aufgenommen. Doch die Begeisterung steigerte sich kontinuierlich und mündete in Ovationen.

Kunstmäzen und Veranstalter des Konzerts, Roberto Bauer, kündigte Werke von Franz Liszt, Robert Schumann, Robert Franz, Gustav Mahler und Carl Loewe an. "Sie alle bedienten sich der Texte von Friedrich Rückert", erläuterte er. Den Tenor lobte er mit einem kürzlichen Zitat aus einer Mannheimer Zeitung, die Malte Müller eine große Zukunft voraussagte.

Friedrich Rückert (1788 bis 1866), Sprachgelehrter, Orientalist und vor allem Weltpoet, lebte ab 1821 mit Unterbrechungen in Neuses bei Coburg. Noch heute steht dort sein Gutshaus. Seine Fülle von teils überschwänglichen, teils melancholischen Gedichten veranlasste die größten Komponisten von der Frühromantik bis in die Neuzeit hinein zu ergreifenden musikalischen Kunstwerken.

Malte Müller und Marcelo Amaral hatten für ihr Programm neben bekannten und weltweit häufig gespielten Kompositionen wie "Widmung" von Robert Schumann und "Fünf Rückert-Lieder" von Gustav Mahler auch Raritäten ausgesucht. So waren Werke von heute weniger gespielten, dennoch nicht weniger hervorragenden Komponisten zu hören. Zum Beispiel der Hallenser Komponist und Dirigent Robert Franz und der österreichische Tonsetzer Wilhelm Kienzl, zeitlebens ein großer Wagner-Verehrer. Sein Liederzyklus "Aus Friedrich Rückert's Liebesfrühling" Opus 11, der in Vergessenheit geraten war und im Druck nicht mehr verlegt wird, wurde für das Projekt zu neuem Leben erweckt und war im Konzert erstmalig wieder zu hören.

Die Liste großer Komponisten, die Rückerts Texte in Noten setzten, ist lang. 28 Titel sollten es sein, die an vier Tagen im Konzerthaus in Blaibach eingesungen wurden. Zu Beginn des Programms stand der Zyklus "Liebesfrühling" von Wilhelm Kienzl.

Der nicht enden wollende Applaus verlangte eine Zugabe, die von den Künstlern gern erfüllt wurde. Das auch als "Schwalbenlied" bekannte Lied "Aus der Jugendzeit" wurde von Friedrich Rückert 1818 verfasst und über 60 Mal vertont. Als zweite Zugabe wählte das Duo Franz Schuberts "Du bist die Ruh", Rückerts Huldigung an seine verehrte Clara Schumann: "Du bist die Ruh', Du bist der Frieden, Du bist vom Himmel mir beschieden."

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