Lichtenberg
Burgfest

Lichtenberg taucht wieder ein ins Mittelalter

Auch heuer wieder heisst es zum Ende der bayerischen Sommerferien: auf nach Lichtenberg! In diesem kleinen Burgstädtchen, hoch über Selbitz und Saale gelegen, kommen am 7. und 8. September Musiker und...
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Beim Burgfest kreuzen die Ritter die Schwerter. Foto: PR
Beim Burgfest kreuzen die Ritter die Schwerter. Foto: PR

Auch heuer wieder heisst es zum Ende der bayerischen Sommerferien: auf nach Lichtenberg! In diesem kleinen Burgstädtchen, hoch über Selbitz und Saale gelegen, kommen am 7. und 8. September Musiker und Ständler aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland zusammen, um ein Mittelalterfest zu feiern, wie es nur wenige gibt.

Zwei Tage ist die Altstadt angefüllt mit Musikern und Ständlern, mit Rittern und Kräuterfrauen, mit Scherenschleifern und Scharlatanen. Es wird gesotten und gebraten, es wird gesungen und getanzt, und meist kehrt erst lange nach Mitternacht wieder Ruhe in den alten Burgmauern ein.

Die Organisatoren lassen sich nicht lumpen, wenn es darum geht, für musikalische Kurzweil zu sorgen: Die "Schandmaiden", zwei junge Damen, die sich in ihren Liedern besonders den erotischen Aspekten des Mittelalters widmen, wetteifern mit "Spilwut", den "Rapauken" und der tschechischen Gruppe "Braagas" um die Gunst des Publikums. Natürlich darf da auch "Lyra Musica" nicht fehlen, das bekannte Duo aus dem heimatlichen Frankenwald.

Wer sich müde getanzt hat, dem seien zum Beispiel "Mac Menzies Feuer" und seine Schmelzfackeln ans Herz gelegt, die die Nacht zum Tag machen. Natürlich gibt es überall auf recht mittelalterliche Weise zu essen und zu trinken, zu zechen, zu schmausen. Das "weisse Gold" des Mittelalters wird von einem fliegenden Salzhändler herangeschafft, der zeigt, wie man diesen ehedem so kostbaren Stoff gewinnt.

Ein Kinderkarussell, das Theater "Knuth" und ein Mäusezirkus sind nur einige der Attraktionen, die speziell den Jüngsten unter uns gewidmet sind. Sie finden zu jeder Zeit Zuflucht im alten Burgturm, wo eine Märchenerzählerin in längst vergangene Zeiten entführt.

Das Lichtenberger Burgfest wurde vor 19 Jahren von Lichtenberger Bürgern ins Leben gerufen, um so eine Einnahmequelle zur Erhaltung der Burgruine zu erschließen. Es konnten zu diesem Zweck bereits viele Tausend Euro an die Stadt Lichtenberg überwiesen werden. Getreu seiner Satzung richtet der Lichtenberger Burgverein das Burgfest als kulturelle Veranstaltung aus. Kommerzielle Aspekte stehen im Hintergrund.

Vor Festbeginn werden die Autos aus der Altstadt verbannt, ebenso elektrisches Licht und elektrische Geräte. Die Bewohner Lichtenbergs legen ihre Alltagskleidung beiseite und werden zu Falknern, Drechslern, Zuckerbäckern und Bogenschützen.

Das Burgfest in Lichtenberg beginnt an den beiden Tagen jeweils um 10 Uhr. Der Eintritt beträgt 7 Euro für alltäglich Bekleidete, 3 Euro für mittelalterlich Gewandete. Kinder, die nicht größer als die Schwerter der Schildwache sind, kommen kostenlos hinein. red

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