Haßfurt

Letzte Ruhe für die Muslime

In der Reihe "Integration durch Bildung" beleuchtet Wolfgang Aull neue Grabformen.
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An dieser Stelle ist ein muslimisches Grabfeld auf dem Friedhof in Hofheim vorgesehen.  Foto: Wolfgang Aull
An dieser Stelle ist ein muslimisches Grabfeld auf dem Friedhof in Hofheim vorgesehen. Foto: Wolfgang Aull

Die Veranstaltungsreihe "Integration durch Bildung" wird am Mittwoch, 20. November, fortgesetzt. Darauf weist das Landratsamt hin.

Wolfgang Aull, der früher beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises tätig war, will die Bestattungskultur in christlicher und muslimischer Tradition gegenüberstellen und miteinander vergleichen. Im Anschluss daran wird er erläutern, welche Beisetzungsmöglichkeiten sich für Muslime in der Region bieten. Beginn ist um 19 Uhr im Zuwanderungszentrum in Haßfurt, Brüder-Becker-Straße 42. Voranmeldungen bei Siza Zaby sind erwünscht, aber nicht erforderlich, Telefon 09521/27152.

"Wie wir Integration meistern, ist entscheidend für die Gesellschaft, in der unsere Kinder und Enkel leben werden", schreibt das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales in seinem Internetauftritt. In dem gleichen Medium liest man bei der Selbstdarstellung des Zentralrates der Muslime in Deutschland: "Die Integration des Islam und der Muslime in die deutsche Staatsordnung und die Gesellschaft ist eine unserer größten Herausforderungen und Anliegen" und nennt als Beispiel die Errichtung islamischer Begräbnisstätten.

Waren die um 1800 entstandenen öffentlichen, kommunalen Friedhöfe in Deutschland über lange Zeit hinweg in ihrer Ausgestaltung und Nutzung fest mit dem christlichen Glauben verbunden, so bringt es die Zuwanderung in Deutschland mit sich, dass das Bedürfnis muslimischer Bürger nach einer würdevollen Bestattung hierzulande an Bedeutung gewinnt. "Haben die Gastarbeiter in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts noch der Rückführung ihrer Verstorbenen in die Heimatländer den Vorzug gegeben", weiß Siza Zaby, hauptamtliche Integrationsberaterin des Landkreises Haßberge, zu berichten, "so tritt heutzutage bei den Zuwanderern der Wunsch nach einer würdevollen Beisetzungsmöglichkeit in der Region immer wieder zutage." Man will den Verstorbenen nahe sein. In Hofheim ist zum Beispiel ein muslimisches Grabfeld auf dem Friedhof vorgesehen.

Nach dem Vortrag wird den regelmäßigen Teilnehmern der Veranstaltungsreihe eine Urkunde überreicht - als Anerkennung für die Bereitschaft zur kontinuierlichen Qualifizierung ehrenamtlicher Mitarbeit. red

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