Kronach

Lernort Limassol

Kronacher Schüler sammelten 14 Tage lang neue berufliche Erfahrungen auf der Mittelmeerinsel Zypern und konzipierten Lehrmittel für neun technische Schulen.
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Die Kronacher Berufsschüler erklären ihren zypriotischen Kollegen die Funktionsweise der von ihnen hergestellten Lernmittel-Boards für den Unterricht in Elektrotechnik. Foto: privat
Die Kronacher Berufsschüler erklären ihren zypriotischen Kollegen die Funktionsweise der von ihnen hergestellten Lernmittel-Boards für den Unterricht in Elektrotechnik. Foto: privat

Im Rahmen eines Erasmus+-Projektes führten neun Schülerinnen und fünf Schüler des Beruflichen Schulzentrums Kronach ein 14-tägiges Erasmus+-Projekt in Zypern durch.

Ende des vergangenen Jahres reisten insgesamt acht Schülerinnen für Hotel- und Tourismusmanagement, drei Bäcker/innen, zwei Mechatroniker, drei Elektroniker für Betriebstechnik und vier Lehrkräfte aus Kronach in die Hafenstadt Limassol. Die Schülerinnen aus dem Tourismus-Bereich absolvierten ein zweiwöchiges Praktikum in Fünf-Sterne-Hotels. Hier waren sie in verschiedenen Bereichen des Hotels tätig. Die Bäcker erweiterten ihren Kompetenzbereich in der hauseigenen Konditorei eines Luxushotels. Das Praktikum in den Hotels wurde von Fachoberlehrer Ralf Lindlein und Hotelmeisterin Ina Bätz betreut.

Die Auszubildenden der technischen Ausbildungsberufe führten gemeinsam mit Fachlehrer Oliver Neuperth und Studienrat Florian Brückner ein Projekt an ihrer Partnerschule "C´ Technical School" in Limassol durch. Engagiert und voller Arbeitseifer entwarfen die fünf Schüler aus Kronach 27 Lernmittel-Boards für den Fachpraxisunterricht Elektrotechnik für neun technische Schulen der Insel. Das Layout und Design der Boards konzipierten die Lehrkräfte der Berufsschule selbstständig.

20 000 Komponenten verbaut

Anschließend bedruckte man die Platten, bevor sie von Kronacher Schülern gebohrt und entgratet wurden. In Zypern hatten die deutschen Schüler unter Mithilfe von zypriotischen Schülern und Lehrern die Aufgabe, weit über 20 000 Teilkomponenten zu verschrauben und zu verlöten. Auch diese Arbeiten erledigten die Kronacher Auszubildenden sorgfältig und gewissenhaft. Bei Fragen und Problemen der zypriotischen Schüler standen sie stets hilfsbereit zur Seite und gaben Instruktionen auf englischer Fachsprache.

In der zweiten Projektwoche verteilte man die Boards an alle technischen Berufsschulen der Insel. Bei der Übergabe wurde die Funktion der Lehrmittel mit einem didaktischen Konzept - die Funktionsweise einer Pumpensteuerung - demonstriert. Oliver Neuperth brachte dem interessierten Plenum in Zypern die Fachinhalte auf englischer Sprache näher und leistete somit einen elementaren Beitrag zur curricularen Unterrichtsentwicklung. Auch das zypriotische Bildungsministerium war anwesend und bedankte sich für die geleistete Arbeit der Kronacher Schüler und Lehrer.

Neben dem technischen Kompetenzzuwachs wurde weiterhin eine Projektaufgabe für das Unterrichtsfach Sozialkunde bearbeitet. Die Schüler aus Kronach befragten Zeitzeugen des immer noch geteilten Zyperns, zum Konflikt zwischen dem türkischen und griechischen Teil der Insel. Die Ergebnisse des Interviews wurden im Rahmen eines Projektbeitrages unter dem Schwerpunkt "Zäune, Wälle, Mauern" bei einem Schulwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung eingereicht. Die Schüler konnten mit diesem Projekt ihre sozialen und interkulturellen Kompetenzen weiter ausbauen.

Weiterhin gestalteten die Lehrer ein abwechslungsreiches Kultur- und Sportprogramm für alle Teilnehmer des Erasmus+-Austausches. Gemeinsam besuchte man das traditionelle Bergdorf Omodos, den sagenumwobenen Aphrodite-Felsen, die Ausgrabungsstätte Kourion und das naturbelassene Trodos-Gebirge.

Des Weiteren duellierte man sich mit einer Erasmus+-Auswahl aus Potsdam und einer russischen Mannschaft im Rahmen von zwei Kleinfeld-Fußballspielen. Dank der treffsicheren Akteure Jonas Schneider, Marco Schlee (beide TSV Wilhelmsthal), Philipp Büttner (SV Kehlbach), Noah Fiedler (TSV Tettau) und Patrick Buß (FC Neuenmarkt) ging das Team von Florian Brückner zweimal als Sieger vom Platz. In der Summe waren alle Auszubildenden begeistert von dem Aufenthalt. red

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