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Leistungsschau, Anregungen, Festreden

Der Bayerische Bauernverband lud am Sonntag zum Kreiserntedankfest. Ein Motto gab es auch: "Wer weiter denkt, kauft näher ein."
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Was manche Landmaschinen zu leisten imstande sind, darüber wurde auch aufgeklärt. Fotos: Markus Häggberg
Was manche Landmaschinen zu leisten imstande sind, darüber wurde auch aufgeklärt. Fotos: Markus Häggberg
In der Ortsmitte und insbesondere am Areal um Stephans Wirtshaus sollte das Geschehen viele Besucher anlocken. Leistungsschau, Informationsaustausch und Festreden - das waren die Zutaten für ein Ereignis, das vornehmlich einen fröhlichen Charakter trug. Den passenden Ort dafür bot die Adresse "Stephans Wirtshaus", eine wegen der darin vorzufindenden dekorativen Werkzeuge bäuerlicher Arbeit in vergangenen Zeiten rustikaler Stätte. Ein langer Schlauch, gesäumt mit Bänken und Tischen, führte dort in das Herz des Geschehens: eine Scheune, ausgeschmückt mit Rednerpult, mit Platz für Gäste und die Uetzinger Blaskapelle.
Hier fanden sich die Honorationen ein wie Landrat Christian Meißner, Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann, Kreisbäuerin Marion Warmuth oder Günther Felßner, der in seiner Funktion als stellvertretender BBV-Präsident die Festrede hielt.
Was die Ansprachen an diesem Tage auszeichnen sollte, war die Nähe zum Dank. Sie alle hatten mindestens einen gemeinsamen Adressaten: Gott. So stellte Felßner seine Betrachtungen unter einen biblischen Ausspruch, wonach Saat und Ernte nicht aufhören sollen, solange die Erde steht. Doch Felßner führte auch sein Bedauern darüber aus, dass "dem modernen Großstadtmenschen kaum noch bewusst" ist, wie viel bäuerliche Anstrengung und Sorgfalt einer gelungenen Ernte vorausgeht. Er stellte auch Entfremdung zwischen Mensch und Erzeugnis fest: "Überfüllte Supermarktregale suggerieren uns ein unerschöpfliches Angebot an Nahrung und Produkten, das sich täglich wie von selbst vermehrt."
Einen ähnlichen Ansatz pflegte auch Kreisobmann Michael Bienlein, der nach vorausgegangenem Festgottesdienst die Begrüßung der Gäste übernahm. Auch er adressierte Dank an Gott, auch er bemängelte, dass dem Bauernstand seitens der Bevölkerung weniger Verständnis entgegengebracht würde. So sei man gar "für einige Zeitgenossen nur Zerstörer der Umwelt". Doch gerade er war es, der das Motto vom Denken und nahen Einkauf betonte. "Ist es Ihnen wert [...], auch mal ein paar Euro mehr für heimische Erzeugnisse von Ihren Bauern zu bezahlen und so unsere Heimat zu erhalten?", so sein fragender Appell. Dem Geschehen folgte auch der Geschäftsführer des BBV, Hans-Jürgen Rebelein. Konfrontiert mit der Frage, was den Bauern im Landkreis auf der Seele liegt, rückte er den Sinn des Kreiserntedankfestes in den Vordergrund. "Es ist ganz wichtig, ein Erntedankfest zu feiern. In einer Zeit, wo das Danken in Vergessenheit geraten ist [...], wissen die Bauern, dass man nach wie vor auf den Herrgott angewiesen ist."
Und wie sieht es mit der Einbringung von Beschwerden an so einem Tag aus? Immerhin sitzen sie ja nun da, die Verbandsvertreter mit Draht in die Politik. "Beschwerden gibt es schon, aber nicht am Erntedankfest", wiegelte Rebelein ab. Dann aber lässt er doch einen Begriff fallen: Bürokratisierung. "Das ist, was Landwirte belastet." 800 Höfe, von Haupt- bis Nebenerwerbslandwirtschaft, gebe es im Landkreis, von zwei bis 200 Hektar. Auf 150 Bauern schätzt Rebelein die Zahl unter den Besuchern. Drei bis vier Monate habe die Planungszeit für das Fest in Anspruch genommen, nun lägen schon Anfragen für das nächste Jahr vor.
Streifte man durch den Ort, wird die Dimension des Organisierens deutlicher. Die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft betrieb einen Stand, der Bayerische Jagdverband auch, die Ortsfeuerwehr zeigte eine Leistungsschau, die Waldbauernvereinigung machte mit Maschinen vertraut und Lebensmittelhersteller mit Produkten. Das will abgestimmt und unter einen Hut gebracht sein.

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