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Leinen los - bloß nicht jetzt

Eine Vielzahl unserer Haushunde sind von ihrer Zucht her eigentlich Jagdhunde. Genauer gesagt, Jagdgebrauchshunde (Jägersprache). Dabei ist es schwer vorstellbar, dass der treue und lammfromme Golden-...
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Eine Vielzahl unserer Haushunde sind von ihrer Zucht her eigentlich Jagdhunde. Genauer gesagt, Jagdgebrauchshunde (Jägersprache). Dabei ist es schwer vorstellbar, dass der treue und lammfromme Golden-Retriever ursprünglich zum Apportieren von Flugwild aus dem Wasser gezüchtet wurde. Oder dass Omas Dackel, der mit dem sprichwörtlichen Dackelblick auf dem Sofa liegt, plötzlich in den Fuchsbau eindringt und sich in eine Fuchswelpen killende Bestie verwandelt.

Hunde sind Beutegreifer. Ihre Väter, die Wölfe, jagen, um selbst zu überleben. Sie folgen ihrer Bestimmung in der Natur. Kein Wolf, kein Hund sammelt Trophäen und tötet nur zum Spaß. Töten auf Kommando und ohne ersichtliche Notwendigkeit für den Hund, muss ihm genau so beigebracht werden wie "Sitz" und "Platz".

Der Hund (wenn es tatsächlich einer gewesen ist), der in Forstlahm eine Rehgeiß gerissen hat (siehe BR vom Freitag), ist offensichtlich seinem Urinstinkt und seinem Jagdtrieb gefolgt und hat dabei Herrchen oder Frauchen völlig ausgeblendet.

Und da liegt das Problem! Nur wenn man sich sicher sein kann, dass sich Bello, Waldi & Co. ohne Probleme abrufen lassen, kann man den Hund auch mal frei laufen lassen. Aber nur wenn die "Mensch-Hund-Freundschaft" intakt ist, kommt die Fellnase freiwillig zurück.

Aber auch die Besitzer des folgsamsten Hundes müssen jetzt, zur Brut- und Setzzeit des heimischen Wildes, Rücksicht walten lassen und den Hund gar nicht erst in Versuchung kommen lassen, seinem Instinkt zu folgen. In dieser Zeit gehören alle Hunde an die Leine!

Denn als Hundebesitzerin kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man dem Hund - und guckt er noch so treudoof - nicht einfach blind vertrauen kann. Romy Denk.

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