Marktrodach
Fortbildung

Lehrer werden "Internetversteher"

Damit Lehrer den Kindern die Welt des Internets erklären können, müssen sie sie selbst erst einmal verstehen. An der Rodachtaler Grundschule gab es deshalb jetzt eine Fortbildung, die 21 Lehrkräften z...
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Konrektorin Karin Hader programmiert die Melodie von "Hänschen Klein". Foto: Maria Löffler
Konrektorin Karin Hader programmiert die Melodie von "Hänschen Klein". Foto: Maria Löffler

Damit Lehrer den Kindern die Welt des Internets erklären können, müssen sie sie selbst erst einmal verstehen. An der Rodachtaler Grundschule gab es deshalb jetzt eine Fortbildung, die 21 Lehrkräften zeigte, wie einfach das in der Praxis sein kann und wie vielseitig anwendbar.

"Als einzige Schule im Kronacher Landkreis, die mit der ,Wissensfabrik' zusammenarbeitet, sind wir stolz, eine solche Fortbildung anbieten zu können." Rektorin Annegret Hümmrich-Korm ließ an diesem Nachmittag keine Gelegenheit ungenutzt, probierte vieles selbst aus, schaute anderen neugierig über die Schulter. Sechs einzelne Module bot Ausbilderin Olivera Haas, die man sich erarbeiten konnte. Alle gemeinsam spielten aber erst einmal "Internetversteher" und inszenierten mit Pappmodellen ein Rollenspiel. So wurde auf ganz einfache Art klar, wie das Internet überhaupt funktioniert.

Dass die Melodie von "Hänschen Klein" auch ein x-beliebiger Bienenschwarm sein könnte, störte Konrektorin Karin Hader überhaupt nicht. Sie hatte es geschafft, den Minicomputer "Calliope" so zu programmieren, dass er die Schritte ausführte und das Lied tatsächlich spielte.

Der Anfang der Computer-Informationstechnik lag aber quasi bei Adam und Eva. Die Teilnehmerinnen lernten, ein Alphabet zu blinzeln, zu morsen, wie die Cäsar-Verschlüsselung funktioniert oder telefonierten mit dem Dosentelefon. Fasziniert war Rektorin Annegret Hümmrich vor allem auch von den Möglichkeiten, die die Erstellung eines Barcodes eröffnet. "Den könnte man zum Beispiel für einen Feriengruß oder eine Weihnachtskarte verwenden. Oder für eine Schnitzeljagd in der Schule."

Die Verwendungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Module waren so vielseitig, wie der Workshop selbst. Olivera Haas: "Man könnte im Fach Sachkunde einen ,heißen Draht' bauen, und den ,Calliope' so programmieren, dass er das Lied vom Tod spielt, wenn man den Draht berührt. Anschließend könnte man im Fach Deutsch noch eine Vorgangsbeschreibung erstellen."

Die Lehrer nicht "totquatschen" mit Theorie, das war das Ziel der Ausbilderin. "Sie sollen selbst ausprobieren, verstehen, Lösungen finden. Nur so können sie dieses Wissen auch an die Kinder weitergeben." Und hier gibt es auch schon konkrete Ansätze, sind sich Karin Hader und Annegret Hümmrich-Korm einig. "Wir können schon ab der ersten Klasse damit beginnen, den Kindern spielerisch zu erklären, wie das Internet aufgebaut ist. Später können wir auch Arbeitsgruppen bilden und in die Tiefe gehen."

Um das alles im Unterricht zu realisieren, müssen aber die Lehrkräfte selbst noch ihre Hausaufgaben machen. "Das muss man daheim nacharbeiten, man muss sich damit beschäftigen. Das ist die ganz normale Unterrichtsvorbereitung wie sonst auch. Wir haben heute ja kurze Einblicke und die Motivation erhalten. Jetzt müssen wir etwas daraus machen." Dazu werde ein Konzept erstellt, um dieses Wissen auch in den Unterricht zu integrieren.

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