Altenkunstadt

Leere Weinkisten umfunktioniert

Burgkunstadter Gymnasiasten des P-Seminars machten sich mit Eifer und Geschick an den "Bau" eines Insektenhotels.
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Einen Durchmesser von etwa vier Millimetern haben die Einfluglöcher, die (von links) Jasmin, die beiden Lenas, Linus und Simeon in Hartholzstücke bohren. Foto: Bernd Kleinert
Einen Durchmesser von etwa vier Millimetern haben die Einfluglöcher, die (von links) Jasmin, die beiden Lenas, Linus und Simeon in Hartholzstücke bohren. Foto: Bernd Kleinert

Handwerkliches Geschick bewiesen 13 Schüler des P-Seminars der elften Klassen des Gymnasiums Burgkunstadt, als sie einen Nachmittag lang ihr Klassenzimmer gegen das evangelische Kreuzberg-Gemeindezentrum in Altenkunstadt eintauschten. Das Ergebnis ihres stundenlangen Werkelns dort ist ein Insektenhotel, mit dem die jungen Leute einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisteten.

Initiatorin der Aktion ist Anna Krausche, die sich in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Altenkunstadt/Strössendorf in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert und seit Herbst vergangenen Jahres dem Kirchenvorstand angehört. "Die zum Kirchengelände gehörende Wiese hinter unserem Gotteshaus wird kaum genutzt. Was liegt da näher, als die 600 Quadratmeter große Fläche anzusäen, in eine Blumenwiese zu verwandeln und ein Paradies für Wildbienen daraus zu machen. Und ein Insektenhotel darf dabei natürlich nicht fehlen", erklärt die 21-Jährige, die an der Universität Bayreuth Biologie auf Lehramt studiert.

Die Hälfte der Bienen bedroht

Eine sinnvolle Aktion in Anbetracht der Tatsache, dass 54 Prozent aller Bienen bedroht oder bereits ausgestorben sind. Über 75 Prozent aller Fluginsekten sind verschwunden. Um die Blumenwiese haben sich mittlerweile die Mädchen und Jungs des Kids-Clubs sowie die Jugendgruppe "Thank God it's friday" (TGIF) der Kirchengemeinde gekümmert; für den "Hotelbau" holte man sich jetzt Verstärkung vom Gymnasium Burgkunstadt.

Die jungen Leute vom P-Seminar der elften Klassen waren von der Idee begeistert und erklärten sich spontan bereit, mitzumachen. Einen Nachmittag lang glich der Saal des Kreuzberg-Gemeindezentrums einer Werkstatt: Es wurde gesägt, geklopft, gebohrt und gehämmert, denn schließlich mussten die Bauteile in die vorgesehene Form und Größe gebracht werden. Unterstützt wurden die Gymnasiasten von ihrem Lehrer Andreas Schmitt. Als Bauleiter und "Architekt" fungierte Ernst Müller. "Wir verwenden für den Bau das Holz von Eiche und Kirsche, also Hartholz", erläuterte der Altenkunstadter Hobbykünstler, der ausschließlich mit Holz arbeitet und für das Insektenhotel den Bauplan erstellt hat.

Bis neun Millimeter Durchmesser

Die Einfluglöcher, die gebohrt werden mussten, sollten seinen Worten zufolge einen Durchmesser von zwei bis neun Millimeter haben. Nach den Vorarbeiten machten sich die Jugendlichen an den Aufbau des Insektenhotels.

Schon vor Wochen haben die Initiatoren auf der Kirchenwiese einen geeigneten Standort ausgesucht. Dankbar ist man der Zimmerei Bauer in Neuses sowie Ernst Müller für die Unterstützung bei der Holzbeschaffung. Aus Vierkanthölzern wurde der Rohbau errichtet.

Lehrer Andreas Schmitt steuerte leere Weinkisten bei, mit denen sich im Hotel mehrere Etagen einrichten ließen. Die Zwischenräume wurden mit Kiefernzapfen aufgefüllt, die Kids-Club-Leiterin Sabine Krausche im Wald gesammelt hat. Bodeneinschlaghülsen geben dem Bauwerk sicheren Halt. Um das Insektenhotel und seine "Gäste" vor Regen zu schützen, erhielt es ein mit Schindeln gedecktes Dach. Zufrieden mit sich und ihrer Arbeit versammelten sich die Gymnasiasten am Abend noch einmal im Kreuzberg-Gemeindezentrum, wo leckere Pizza und Getränke auf sie warteten.

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