Herzogenaurach

Lebkuchenduft an der Aurach

Der Uferbereich der Aurach soll zwischen Kuwesteg und Bahnhofbrücke aufgewertet werden. Auch exotische Bäume werden angepflanzt, es gibt einen Fitnessbereich und eine Sitzplattform aus Holz direkt am Fluss.
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Die Aurach-Promenade ist durch viel Grün gekennzeichnet. Der Lebensraum Flussufer soll nun verbessert werden. Das Grün spielt freilich auch künftig eine große Rolle.  Foto: Bernhard Panzer
Die Aurach-Promenade ist durch viel Grün gekennzeichnet. Der Lebensraum Flussufer soll nun verbessert werden. Das Grün spielt freilich auch künftig eine große Rolle. Foto: Bernhard Panzer
bernhard Panzer

Es ist ein grünes Band, das sich da durch die Stadt schlängelt: Das Ufer der Aurach ist mit vielen Bäumen und Sträuchern bewachsen, manchmal verwildert, manchmal auch verwahrlost wirkend. Das viele Grüne soll auch künftig erhalten bleiben, nur wird's dann ordentlicher sein, so dass die Aurach und ihre Uferbereiche zum Lebensraum werden.
Das ist der Plan der Stadt, die im Zuge der Umgestaltung der Schütt auch den Fluss anpacken will. Im Planungsausschuss wurde der von der Landschaftsarchitektin Stephanie Hackl vorgestellte Entwurf einstimmig angenommen und dem Stadtrat zum Beschluss empfohlen. Etwas teuer seien die Maßnahmen, wurde festgestellt, aber grünes Licht gab's trotzdem. Denn "sie soll ja schön werden, unsere Aurach-Promenade", wie Bürgermeister German Hacker (SPD) feststellte.


Breiter Weg

Die Planerin vom Büro Hackl Hofmann aus Eichstätt stellte den betroffenen Bereich zwischen dem Kuwesteg und der Bahnhofsbrücke vor. Kern der Überlegungen war es, dass der Freiraum am Fluss, und zwar auf der Innenstadtseite, "zu einem attraktiven Grünzug mit hoher Aufenthaltsqualität" entwickelt werden soll. So steht es in den Anforderungen. Dazu soll die Aurach mit ihrem Ufer "aufgewertet und in Szene gesetzt" werden.
Dazu gestaltet das Büro den Weg neu. Er wird breiter werden: Dreieinhalb Meter stehen zur Verfügung, wovon zwei Meter asphaltiert werden. Entlang des Weges hat die Planerin Sitzgelegenheiten angeordnet sowie eine Reihe von Sport- und Fitnessgeräten. Entstehen soll quasi ein Freiluft-Fitnessstudio, wie ihrer Präsentation zu entnehmen war.
Außerdem soll der Fluss leicht zugänglich gemacht werden. Dazu muss der Höhenunterschied überwunden werden, was bauliche Maßnahmen erfordert. Sogar eine Plattform direkt am Fluss ist angedacht.


Hochwassermauer

Stephanie Hackl teilte ihren Vortrag in mehrere Streckenbereiche. Wie sie ausführte, muss man während der Umbauarbeiten von einem privaten Grundstück fünf Meter in Beschlag nehmen, den der Besitzer nach Beendigung wieder zurück erhält, sauber hergerichtet natürlich. Dieser, Uli Wirth nämlich, sei damit einverstanden, sagte Bürgermeister Hacker. Auch bekomme er eine Hochwasser- und Sichtschutzwand. Diese soll aus Lärchenholz sein.
Vom Holz zum Stahl: Auch im Anschluss ist eine Mauer vorgesehen, auf öffentlichem Grund. Diese soll als Stahlkonstruktion mit unterschiedlich schräg gestellten Lamellen ausgeführt werden. Für Hackl ist das "ein sehr schönes belebendes Element."
Den Baumbestand an der Aurach müsse man teilweise aufgeben, erklärte die Planerin weiter. Manche Bäume seien alt und morsch, andere stünden schlicht im Weg. So müsse eine sehr schöne Pappel weichen. Eine Baumgruppe mit Erlen hingegen wolle man erhalten.
Freilich gibt es auch umfassende Neuanpflanzungen. Diese will Stephanie Hackl an die "neuen klimatischen Verhältnisse" anpassen, wie sie sagte. Das bedeutet, dass die Traubenkirsche (Prunus padus) der einzig fränkische Baum sei, der da vorgesehen ist. Dazu kommen andere, nicht sehr hoch wachsende Bäume, mit teils exotischen Namen. Dazu zählen beispielsweise der Lebkuchenbaum, der aus Südostasien stammt, oder der Trompetenbaum.
Retta Müller-Schimmel fragte flapsig nach, ob der Lebkuchenbaum nicht etwa aus Nürnberg stamme, wegen des Namens. Das wäre der grünen Stadträtin schon lieber. Stephanie Hackl hat so einen Baum im eigenen Garten, er sei also auch in Franken inzwischen verbreitet. Den Namen habe er, weil die Blätter nach Lebkuchen riechen.
Vor der Eiszeit seien die vom Büro gewählten Bäume durchaus heimisch gewesen in unseren Breiten, ergänzte sie. Wichtig sei es, dass sie für Insekten verträglich sind. Der Trompetenbaum blühe spät im Jahr und bilde damit ein zusätzliches Angebot für die Insekten.


Hohe Kosten

In der Diskussion wurden die hohen Kosten von 1,3 Millionen Euro angesprochen. "Die Summe erschreckt natürlich schon", sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab. Bürgermeister Hacker bestätigte die "erheblichen Kosten, keine Frage", aber er kündigte auch an, dass man aus der Städtebauförderung einen Zuschuss von 60 Prozent erwarten könne. Denn das Vorhaben sei eine klassische Aufwertung im innerstädtischen Bereich.
CSU-Stadtrat Schwab sprach auch ein paar mahnende Worte. Zum einen freute er sich über die vorgesehene Uferwiese, die sicherlich besonders für Kinder schön werde. Aber man solle achtgeben, dass es dort nicht sei wie heute: Überall liege Hundekot herum. In Sachen Holzwand befürchtet Schwab ein Ziel der Graffitisprayer. Und generell fragte er nach, wer sich denn um die Pflege des Grüns kümmert. Man habe auch den Bimbach renaturiert, und dort soll sich die Stadt um die Pflege kümmern. Nach Schwabs Ansicht passiert dort aber nichts, der Bach sei zugewuchert. Und "Hunderte von Fröschen quaken", sehr zur "Freude" der Anwohner.
Letztlich erinnerte der CSU-Politiker noch an eine Forderung seiner Fraktion, dass auch der südliche Bereich der Aurach zwischen Kuwesteg und Steinerner Brücke eine "optimale Fläche zum Gestalten" wäre.
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