Laden...
Weidhausen bei Coburg

Lebensrettung in der Kirche

Die Freiwillige Feuerwehr und die BRK-Bereitschaft Weidhausen probten den Ernstfall. Angenommen wurde, dass ein Kabelbrand an der Kirchturmuhr einen Brand ausgelöst hatte und drei Kinder vermisst wurden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Für die Kirchweihübung der Feuerwehr stand heuer die evangelische Kirche als angenommenes Brandobjekt zur Verfügung. Foto: Alexandra Kemnitzer
Für die Kirchweihübung der Feuerwehr stand heuer die evangelische Kirche als angenommenes Brandobjekt zur Verfügung. Foto: Alexandra Kemnitzer

Alexandra Kemnitzer Am Kirchweihsamstag schauten einige Autofahrer erstaunt, denn rund um die evangelische Kirche säumten zahlreiche große und kleine Einwohner die Ortsdurchfahrt und warteten gespannt, bis Einsatzfahrzeuge der örtlichen freiwilligen Feuerwehr und der BRK-Bereitschaft mit Blaulicht und Sirene angefahren kamen. Nicht wie üblich am Dienstag, sondern am Samstag führten die Dienstleistenden diesmal ihre traditionelle Übung durch und konnten ihre Einsatzstärke vor einer breiten Zuschauerkulisse unter Beweis stellen.

Kommandant André Dreilich hatte mit der evangelischen Kirche ein eher ungewöhnlicheres Brandobjekt ausgewählt und zeigte sich mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden. "Weil wir zur Unterstützung die in Ebersdorf stationierte Drehleiter angefordert haben, muss auch die Ortsdurchfahrt im Bereich der Kirche einseitig gesperrt werden", erklärte er. Rund 25 Aktive der Weidhäuser Feuerwehr und drei Nachwuchskräfte waren im Einsatz. Zudem rückten rund zehn Bereitschaftsmitglieder und aus Ebersdorf die vierköpfige Drehleiterbesatzung an.

Gerade die enge Bebauung in diesem Bereich und die Höhe des Kirchturms waren Besonderheiten dieser Übung. Deshalb wurde der "Brand" von der Ortsdurchfahrt aus über die Drehleiter "gelöscht". Ein weiterer Löschangriff erfolgte vor dem Kircheneingang.

Eine verqualmte Kirche

Angenommen wurde, dass während des Gottesdienstes ein Kabelbrand an der Kirchturmuhr Auslöser des Brandes war, wodurch viel Qualm entstand, der nach außen und durch das gesamte Gebäude drang. Die beiden Löschangriffe verhinderten, dass sich der Brand weiter ausdehnte und die Flammen auf die benachbarten Gebäude übergriffen. Die Gottesdienstbesucher konnten alle rechtzeitig die Kirche verlassen, bis sich der Rauch vom Turm aus nach unten ins Gebäude ausgebreitet hatte.

Allerdings wurden drei Kinder, die von der Kinderfeuerwehr dargestellt wurden, vermisst. "Wie es bei einem realen Einsatz der Fall sein kann, hatten sich die drei aus Angst zwischen den Kirchenbänken versteckt", führte Kommandant Dreilich weiter aus. Aus diesem Grund waren auch Atemschutzgeräteträger im Einsatz, um nach den Vermissten zu suchen und sie rechtzeitig aus der Gefahrenzone zu bringen.

Verletzungen simuliert

Durch die starke Rauchentwicklung, so das angenommene Szenario, wurde die Suche nach den Kindern erschwert. Dennoch wurden sie gefunden und den Bereitschaftsmitgliedern übergeben. Diese übernahmen auf dem gegenüberliegenden Parkplatz die Erstversorgung. Unter anderem hatten sich die Kinder durch Stürze verschiedene Verletzungen wie Verstauchungen, Platz- und Schürfwunden zugezogen. Durch den Qualm waren ihre Atemwege stark gereizt. Deshalb wurden neben der Versorgung der Verletzungen auch ihre Atmung, der Puls und die Sauerstoffsättigung überwacht. Ferner bereiteten die "Rotkreuzler" die Kinder für den Transport ins Krankenhaus vor. Dort wurden sie weiterbehandelt und beobachtet.

Neben Bürgermeister Markus Mönch und seinen Stellvertretern Manfred Künzel und Michael Hofmann war auch Kreisbrandmeister Jochen Mann vor Ort.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren