Erlangen-Höchstadt — Wer meint, Franken seien zurückhaltend, liegt völlig daneben. Zumindest beweisen knapp 800 Mittelfranken das Gegenteil: Denn jeder von ihnen rettet leidenschaftlich gern Leben, seit vielen Jahren, immer wieder aufs Neue. Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BSD) hatte vor Kurzem die treuesten Blutspender zu einem Galaabend in die Heinrich-Lades-Halle nach Erlangen eingeladen, um sie für ihren 75-, 100-, 125-, 150-, 175- oder sogar 200-fachen Einsatz als Vollblutspender zu ehren. Mit insgesamt 75 400 abgegebenen Blutspenden haben die Gäste bereits unzähligen kranken und verletzten Menschen Leben geschenkt.
"Sie sind damit die größten Geschenke für den Blutspendedienst. Wir danken Ihnen für Ihr unermüdliches, selbstloses Engagement im Namen aller Patienten in Bayern", betonte der kaufmännische BSD-Geschäftsführer Georg Götz. Den Blutspendern aus den Kreisverbänden Ansbach, Erlangen-Höchstadt, Fürth, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Nürnberg Land, Nürnberg Stadt, Roth-Schwabach und Weißenburg-Gunzenhausen gehörte in Erlangen die große Bühne samt Riesenleinwand. Jeder kam in den Genuss seines persönlichen Augenblicks - ganz oben zu stehen und vom eigenen Namen mit der Anzahl seiner Blutspenden flankiert zu werden. Drei Spender allein beeindrucken mit jeweils 200 Blutspenden in ihrer Laufbahn: Gerhard Friedrich aus dem KV Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Hans Rubenwolf aus dem KV Nürnberg Land sowie Horst Kraus aus dem KV Nürnberg Stadt.
Stolz dürfen diese Spender sein, wenn sie die Bühne betreten. Dennoch kommen sie schüchtern nach vorn, nehmen zaghaft ihre Ehrennadel entgegen, für die sie sich noch dazu ehrfürchtig bedanken. Das ist sie dann doch - die fränkische Zurückhaltung! Die imponierte unter anderem auch Michael Sporer vom Bayerischen Rundfunk: "Allein Ihnen gebührt unser Herzensdank", betonte der Moderator des Abends. Gemeinsam mit Kabarettist Chris Boettcher sorgte Sporer dafür, dass sich die Spender nach dem offiziellen Teil zurücklehnen konnten, um in den wohlverdienten Genuss des Dinners wie auch Rahmenprogramms zu kommen. red