Gerolzhofen
Landwirtschaft

Lebensgefahr durch Anschlagsserie: Die Angst fährt mit bei der Mais-Ernte

Ein Unbekannter terrorisiert seit nun fast drei Wochen die Bauern im Raum Schweinfurt, wie die Nachrichtenagentur News5 mitteilt. Immer wieder finden die Landwirte Schrauben und Metallstangen an den K...
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Ein Unbekannter hängt immer wieder Schrauben und Metallstangen in Maisfelder. Foto: News5/Herse
Ein Unbekannter hängt immer wieder Schrauben und Metallstangen in Maisfelder. Foto: News5/Herse

Ein Unbekannter terrorisiert seit nun fast drei Wochen die Bauern im Raum Schweinfurt, wie die Nachrichtenagentur News5 mitteilt. Immer wieder finden die Landwirte Schrauben und Metallstangen an den Kolben ihrer Maisfelder. Die Folgen dieser Anschlagsserie können lebensgefährlich sein.

Lohnunternehmer Titzian Klein schaut besorgt auf seine Erntemaschinen. Bereits sechsmal musste er seine Häcksler stoppen, nachdem Schrauben geschreddert und die Messerklingen dabei beschädigt worden waren. Der Schaden liegt bei mindestens 50 000 Euro. Doch darum geht es Klein weniger: "Wir reden hier nicht nur von Sachbeschädigung, sondern es kann einen Menschen töten. Das ist ein Geschoss, das wird unheimlich schnell. Und wir reden hier von Körperverletzung oder versuchter Tötung!" Gemeinsam mit seinen Fahrern und den Landwirten läuft er nun die Felder vor der Maisernte ab, um das Risiko zu minimieren. Doch alle Gefahrenherde vorher zu entdecken, ist nahezu aussichtslos.

Mindestens 14-mal wurden mittlerweile präparierte Eisenteile in den Feldern rund um Gerolzhofen gefunden, wie Andy Laacke vom Polizeipräsidium Unterfranken mitteilt: "Bei den Taten handelt es sich tatsächlich um gefährliche Straftaten. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren und in vielfältige Richtungen. Die Gegenstände wurden zur Untersuchung ins Landeskriminalamt nach München geschickt." Die Motivlage des Unbekannten ist völlig unklar.

Es gab schwere Verletzungen

Christian Maurer, einer der betroffenen Landwirte, denkt bei den Vorfällen auch an sein Vieh: "Wenn Fremdkörper in die Silage gelangen und man das verfüttert, kann ein Tier jämmerlich verenden."

Und auch Klaus Trautmann fühlt sich manchmal nicht wohl in seiner Haut. Als Fahrer eines Häckslers war er bereits betroffen: "Ein mulmiges Gefühl fährt mit. Man versucht, es auszublenden, aber es ist im Hinterkopf immer dabei." Bei den hohen Drehzahlen des Häckslers können die Fremdkörper den Kabinenboden durchschlagen. "Es hat schon schwere Verletzungen bei den Kollegen gegeben", sagt Christian Maurer.

Niemand in der Region weiß, wann der Unbekannte wieder zuschlägt, doch finden sich immer wieder neue Schrauben, zuletzt am Ende der vergangenen Woche. Und solange nicht das letzte Feld abgeerntet ist, wird auch bei den Landwirten keine (vorläufige) Ruhe einkehren. red



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