Langensendelbach
Friedhof

Langenselbach bekommt ein Baumurnenfeld

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Einäscherung, sagte Bürgermeister Oswald Siebenhaar in der Gemeinderatssitzung in Langensendelbach. In jeder Kultur etablierten sich bestimmte Traditionen...
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Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Einäscherung, sagte Bürgermeister Oswald Siebenhaar in der Gemeinderatssitzung in Langensendelbach. In jeder Kultur etablierten sich bestimmte Traditionen, wie die Gesellschaft mit ihren Verstorbenen umgehe: einäschern, dem Wasser übergeben, begraben.

Aber auch Traditionen wandelten sich und passten sich an , erklärt Siebenhaar. Deshalb entstehen immer neue Formen der Bestattung, die sich als Alternative zum traditionellen Erdgrab anbieten. Viele Friedhöfe bieten mittlerweile auch Urnenfelder an, in denen je nach Größe mehr als 100 Urnen beigesetzt werden können.

Auch in der Gemeinde Langensendelbach, so der Bürgermeister weiter, werde die Nachfrage nach Urnengräbern immer größer. Aus aktuellem Anlass hatte man das Thema auf die Tagesordnung gesetzt und dazu den Landschaftsarchitekten Jörg Czerwonka aus Erlangen gebeten, einen Gestaltungsplan für pflegeleichte Grabalternativen für neue Bestattungsformen vorzustellen.

Czerwonka berichtet, die Menschen seien sensibler geworden, ihr Bedürfnis nach Individualität rund um Bestattung und Grab sei merklich gestiegen. Auch merke man, dass viele ältere Menschen oft nicht mehr die Kraft hätten, ihre Gräber zu pflegen.

Die Grabpflege werde auch für die Angehörigen immer beschwerlicher: Sei es, dass man nicht vor Ort wohne oder schlichtweg kein Interesse an der Pflege habe. So liege die Zahl der Urnenbestattungen jetzt schon bei 50 bis 60 Prozent. Unter diesem Aspekt, erklärt Czerwonka, sieht er das Grabfeld "J" für Baumbestattungen und Urnenfeld als geeignet an.

Hier hätte man eine große Fläche zur Verfügung, um vier Lindenbäume zu pflanzen mit den jeweiligen Erd-Urnen Kammersystemen, um eine würdevolle Bestattung zu gewährleisten. Pro Grabparzelle aus Edelstahl können Partner-Grabstätten (zwei Urnen) oder Familien-Grabstätten (maximal vier Urnen) für die Bestattung ausgewählt werden.

Für eine derartige Urnengrabanlage würden nach Schätzung des Planers Kosten in Höhe von rund 90 000 Euro anfallen. Mit dem Bau könnte im Frühjahr 2019 begonnen werden.

Der Gemeinderat stimmte nach eingehender Beratung und Diskussion dem vorgestellten Gestaltungsplan für Baumurnenbestattungen auf dem kommunalen Friedhof einstimmig zu und beauftragte das Architekturbüro, die Ausschreibungen termingerecht vorzunehmen. Die Kosten von 90 000 Euro sind im Haushalt 2019 zu berücksichtigen.

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