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Zeil am Main

Landrat setzt auf Kooperation

Wilhelm Schneider sprach beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Zeil über Erreichtes und Angestrebtes.
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Landrat Wilhelm Schneider beschrieb beim Politischen Aschermittwoch in Zeil die Schwerpunkte und Ziele der Landkreis-Politik. Seiner Ansicht nach ist der Landkreis auf dem richtigen Weg.  Foto: Christian Licha
Landrat Wilhelm Schneider beschrieb beim Politischen Aschermittwoch in Zeil die Schwerpunkte und Ziele der Landkreis-Politik. Seiner Ansicht nach ist der Landkreis auf dem richtigen Weg. Foto: Christian Licha

Entgegen den sonst üblichen Gepflogenheiten, beim Politischen Aschermittwoch auf den politischen Gegner einzudreschen, ging es bei der Veranstaltung des CSU-Ortsverbandes Zeil sachlich zu. Landrat Wilhelm Schneider war zu Gast im Gasthaus Göller und ging auf wichtige Landkreis-Themen ein.

"Eine Gemeinde oder Stadt kann viele Pflichtaufgaben nicht allein bewältigen", sagte Schneider und ging zum Beispiel auf die Fundtierbetreuung ein, zu der jede Kommune verpflichtet ist. Mit einem Zweckverband, dem alle Landkreis-Gemeinden angehören, sei es gelungen, ein neues Tierheim in Zell zu bauen. Auch bei der Klärschlammentsorgung, dem Datenschutz und beim geplanten Allianz-Bad gehe man gemeinsame Wege.

Zwar stehe der Landkreis finanziell auch nicht gerade rosig da, aber mit der Zuweisung der Stabilisierungshilfe, die neben dem Landkreis auch die Stadt Zeil und die Gemeinde Bundorf bekommen, habe man einen Handlungsspielraum, wichtige Aufgaben zu erfüllen. Freilich müsse man gut wirtschaften und verantwortungsvoll mit dem Geld umgehen, so Schneider.

Die Darlehensaufnahme des Landkreises war zum Ende des vergangenen Jahres fast auf null. Man habe zwar einen Kredit in Höhe von 380 000 Euro aufgenommen, aber dies nur vor dem Hintergrund, dass man keine Zinsen zu zahlen brauche und sogar noch einen Tilgungszuschuss bekomme.

Gute Kinderbetreuung

"Wir auf dem Land haben eine wahnsinnig gute Kinderbetreuung", betonte Schneider die Vorzüge gegenüber einer Großstadt. In den letzten und in den kommenden Jahren habe man ein gewaltiges Investitionsvolumen von 90 Millionen Euro, um die Schulen für die Zukunft zu rüsten. Den größten Anteil daran haben laut Landrat der Gymnasium-Neubau in Ebern mit 28 Millionen Euro und die Sanierung der Haßfurter Berufsschule mit 25 Millionen Euro. Natürlich gebe es auch teilweise recht hohe Förderungen von staatlicher Seite, die aber immer eine ordentliche Planung voraussetzen. Stolz zeigte sich Schneider, dass es beim Eberner Gymnasium gelungen sei, die Flächen so auszurichten, dass 99 Prozent förderfähig seien.

Ein Sorgenkind des Landkreises ist nach wie vor die Gesundheitsversorgung, die ein jährliches Minus von rund vier Millionen Euro aufweist. Zwar sei es gelungen, für die Geburtenstation in Haßfurt eine Defizitübernahme von einer Million Euro zu erreichen, aber Wilhelm Schneider wünscht sich noch mehr: "Eine Basisfinanzierung ist sehr wünschenswert, wenn der bayerische Staat die Krankenhauslandschaft so erhalten will, wie sie ist." Dafür will sich Landrat Schneider einsetzen, der deswegen schon Gespräche mit der Gesundheitsministerin Melanie Huml aufgenommen hat.

Landrat Schneider will auch dafür sorgen, dass Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis ergriffen werden. Hierzu sei aber auch eine größere Akzeptanz der Bevölkerung notwendig. Mit der Vollmitgliedschaft im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) sei man auf einem guten Weg, gelte dort ab kommendem Schuljahr doch das 365-Euro-Ticket für Schüler und Studenten, so dass deren Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erheblich billiger werden.

Behördenverlagerung

Um die Struktur im Landkreis zu verbessern, will Schneider sich bei Ministerpräsident Markus Söder für eine weitere Behördenverlagerung starkmachen. Der neue Standort der Landesbaudirektion in Ebern sei ein guter Schritt und auch das Landratsamt gehe mit gutem Beispiel voran, indem unter anderem das Veterinäramt nach Hofheim ausgelagert werde.

Zum Abschluss stellten sich die Stadtratskandidaten der CSU Zeil vor. Man habe eine hervorragende Mannschaft, die kompetent die Bürger in der Fachwerkstadt nach dem Motto "Ziel - Zukunft - Zeil" vertreten möchte, sagte Dieter Köpf, der Zweiter Bürgermeister ist.