Höchstadt a. d. Aisch

Landrat antwortet

Der VdK Höchstadt hatte Landrat Alexander Tritthart beim Monatstreffen zu Gast.
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Landrat Alexander Tritthart stand beim Höchstadter VdK Rede und Antwort. Foto: Dieter Gropp
Landrat Alexander Tritthart stand beim Höchstadter VdK Rede und Antwort. Foto: Dieter Gropp

Landrat Alexander Tritthart wurde vom Höchstadter VdK-Vorsitzenden Franz Rabl im voll besetzten Saal des katholischen Pfarramts zu einem Infoabend begrüßt. Tritthart bezeichnete den VdK als unverzichtbaren Unterstützer der sozialen Arbeit im Landkreis.

"Unsere Region ist eine Zukunftsregion", stellte der Landrat fest. Beispielgebend im Landkreis sei die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen: "Mittlerweile ist es so, dass jedem Auszubildenden vier verschiedene Ausbildungsplätze angeboten werden können. Das befördert auch den Wettbewerb zwischen den Unternehmen."

Nahverkehrstechnisch sei der gesamte Kreis erschlossen. Das sei besonders attraktiv für ältere Menschen. Dabei kämen der Barrierefreiheit sowie der Zuverlässigkeit und dem Takt der Beförderung besondere Bedeutung zu.

Der Seniorenbeirat des Landkreises leiste unermüdliche Arbeit, betonte Tritthart. Als Beispiel nannte er die ehrenamtliche Wohnraum-Beratung, die Pflegeplatzbörse, die Fachstelle für pflegende Angehörige, die Beiratsmappe mit vielen notwendigen Dokumenten, die Netzwerke Palliativmedizin, Demenzberatung und die Hospizarbeit.

Das neue Landratsamt sei ein Musterbeispiel für barrierefreie Bauweise. Tritthart sagte, dass er sich auf den nächsten Seniorenfasching am 19. Februar 2020 freue, der traditionell in der Aischtalhalle in Höchstadt stattfinde.

Er informierte besonders über den "Landkreistag 50+", der in der Adelsdorfer Mehrzweckhalle stattfinde. Dazu liege bereits im gesamten Kreisgebiet ein Flyer aus.

Mehr Schutz für Senioren

Besorgt äußerte sich Landrat Tritthart über die zunehmende Kriminalität gegenüber Senioren. Er versicherte, dass durch Aufklärung und Verbrechensbekämpfung alles unternommen werde, um solche Taten einzudämmen.

Der Landrat stand auch für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Johann Schulz machte noch einmal auf die Notwendigkeit ärztlicher Notfallversorgung an den Wochenenden in Höchstadt aufmerksam. Tritthart erläuterte, dass das Kreiskrankenhaus St. Anna mit seinen nur 80 Betten in erster Linie die Erstversorgung zu garantieren habe. Es gebe vom Bund festgelegte Schlüssel, ab wie vielen Patientenbetten eine Notfallversorgung gewährleistet sein müsse.

Thema noch nicht erledigt

Er versicherte aber, der Kampf um einen ärztlichen Notdienst in Höchstadt gehe unermüdlich weiter. Gegenwärtig werde das Krankenhaus für 18 Millionen Euro ausgebaut, 14 Millionen davon kämen vom Freistaat Bayern. Dazu komme die Kooperation mit der Universitätsklinik Erlangen, auch praktisch durch Ärzte aus Erlangen, die vor Ort in Höchstadt arbeiten. Das Kreiskrankenhaus Höchstadt sei eine wichtige Einrichtung.

Tatsache sei aber auch, dass im medizinischen Bereich enormer Wettkampf um Einrichtungen und Patienten entbrannt sei. Es gehe dabei um viel Geld. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht unter die Räder kommen; aber wir sind im Landkreis dabei ganz gut aufgestellt. Denken Sie immer daran und nutzen Sie in erster Linie Ihr Kreiskrankenhaus, denn es geht um große Vorleistungen, auch für die Einrichtung eines ärztlichen Notdienstes in Höchstadt!"

Manfred Müller legte die hohen Anforderungen an behindertengerechtes Bauen dar. Das beginne schon bei der Projektierung und gehe bis hin zur Fertigstellung öffentlicher Objekte. Gegenwärtig gebe es in Höchstadt keinen Behindertenbeauftragten. Unterstützt von Landrat Tritthart forderte Müller, diese Position unbedingt schnellstens wieder zu besetzen.

Hohe Einzel-Fahrpreise im Nahverkehr waren ein weiterer Diskussionspunkt. Der Landrat erwähnte, dass das Landratsamt den Nahverkehr des VGN schon mit jährlich vier Millionen Euro unterstütze. Hier sei unbedingt der Bund bei der Durchsetzung erschwinglicher Fahrpreise gefordert. Das erfordere aber auch, dass der Nahverkehr von wesentlich mehr Leuten genutzt werde. Nach Aussagen der Firma Vogel, so der Landrat, sei eine gewisse Verbesserung schon eingetreten, aber es genüge noch nicht.

Landrat Tritthart gab auf Nachfrage auch einen kurzen Abriss seiner Entwicklung im kommunalen Bereich. Dabei hob er besonders hervor, dass er gerade als Bürgermeister die Sorgen und Nöte der Menschen gründlich kennengelernt habe: Er habe vor allem gelernt, zuzuhören. DG

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