Kronach

Landkreis will Klima retten

Die Mitglieder des Ausschusses haben ein Klimaschutzkonzept beschlossen.
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Das Landratsamt in Kronach ist eingerüstet und hat ein "zweites Dach". Foto: Marco Meißner
Das Landratsamt in Kronach ist eingerüstet und hat ein "zweites Dach". Foto: Marco Meißner

Veronika Schadeck Der Landkreis kann die Welt nicht retten, darüber sind sich die Mitglieder des Kreisausschusses einig. Es kann aber zumindest ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Deshalb wurde am Montag in der Kreisausschusssitzung beschlossen, ein Klimaschutzkonzept für den Landkreis Kronach zu erstellen. Damit reagiert der Landkreis auf einen Antrag der Grünen, SPD und CSU.

Demnach beauftragt der Landkreis Kronach die Energieagentur Kulmbach für ein oder zwei Jahre mit Dienstleistungen im Rahmen des kommunalen Energiemanagements. Dies steht aber unter dem Vorbehalten der Förderung.

Weiterhin soll die Verwaltung ein integriertes Klimaschutzprojekt beim Bundesumweltministerium beantragen und die Einstellung eines Klimamanagers vorbereiten. Wie Landrat Klaus Löffler erläuterte, befasse sich der Landkreis seit Jahren mit Klimaschutz. Entsprechende Maßnahmen wurden bei Projekten berücksichtigt.

Seit dem Jahre 1992 konnten die CO2-Emissionen um 40 Prozent reduziert werden. "Wir liegen bei Strombezug und Heizenergie voll auf Kurs!" Wenn jetzt die weiteren Maßnahmen, wie beispielsweise die energetische Sanierung im Landratsamt, die Sanierung des VHS-Gebäudes oder die Erneuerung der Heizzentrale am Schulzentrum abgeschlossen seien, gehe er davon aus, dass die Treibhausgasemissionen ab 2020/21 gegenüber 1992 um deutlich mehr als 50 Prozent reduziert werden können.

Löffler hält die Einstellung eines Klimamanagers für die Erstellung eines kommunalen Energiemanagement für sinnvoll. Dieser, so ergänzte Edith Memel (Grüne), könnte ein Bindeglied zwischen den Menschen und dem Landkreis sein. Betont wurde, dass die Umsetzung unter dem Vorbehalt einer hohen Förderung steht.

In Angriff genommen werden, soll die Konzeptplanung für die Straßenmeisterei in Birkach. Landrat Löffler sprach von beengten Verhältnissen, einem fehlenden Betriebsgebäude. Die Kosten der von der Tiefbauverwaltung eingebrachten Konzeptvorschlägen wurden auf rund fünf Millionen Euro geschätzt. Diese müssten mangels Fördermöglichkeiten vom Landkreis finanziert werden.

Jetzt soll angesichts der ermittelten Kostengröße von einem ein externen Planungsbüro kostenoptimiertes Konzept erstellt werden. Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) regte an, auszuloten, inwieweit man Kooperationen zwischen dem Staatlichen Bauamt und dem Landkreis vertiefen könnte.

Grünes Licht für Radweg

Zugestimmt wurde dem Vorhaben noch in diesem Jahr den Radweg an der KC 3/bei Gifting in Angriff zu nehmen. So sollen ab Oktober die Rodungsarbeiten durchgeführt werden. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2020 geplant.

Ebenso befürwortet wurde der Lückenschluss beim Geh- und Radweg KC 12 mit einer Querungshilfe bei Ruppen (Einmündung B 173/ KC 12 bis Einmündung in die Industriestraße). Dies soll im Zuge der Baumaßnahme der Stadt Kronach erfolgen.

Wie Löffler erläuterte, beabsichtige die Stadt durch den Bauhof einen Geh- und Radweg von der Loewe Brücke bis zur Einmündung der KC 12 bei Ruppen entlang der B 173 anzulegen. Löffler erklärte, dass - nachdem die Sanierung der Ortsdurchfahrt Neundorf/KC 14 weggefallen sei - man diese Mittel dafür verwenden könnte.

Kreiskämmerer Günther Daum gab bekannt, dass für den Bau der KC 3 die Mehrkosten in Höhe von 733 911 Euro als förderfähig anerkannt wurden. Damit sei eine Erhöhung der Zuwendungen um 660 000 Euro auf insgesamt 3,58 Millionen Euro verbunden.

Einig war sich das Gremium, mit den Kommunen im Landkreis eine Zweckvereinbarung über die interkommunale Zusammenarbeit beim Datenschutz und der Informationssicherheit zu schließen. Timo Ehrhardt (SPD) regte an, auch die Abwasserverbände bei dieser Vereinbarung mitzuberücksichtigen. Für diesen Job ist eine Personalstelle geplant. 50 Prozent der Personalkosten will der Landkreis tragen, der Rest wird innerhalb der Kommunen aufgeteilt.

Kulturhauptstadt Nürnberg

Einstimmig wurde befürwortet, dass - sollte Nürnberg im Jahre 2025 die Kulturhauptstadt werden - dies der Landkreis unterstützt. Wie der Landrat erläuterte, gebe es jedes Jahr innerhalb der EU zwei Kulturhauptstädte. In sechs Jahren sind Deutschland und Slowenien an der Reihe.

Nürnberg habe sich neben anderen deutschen Städten um diesen Titel beworben. Die Stadt will nun die Metropolregion mit einbinden. Sollte Nürnberg bei der Bewerbung berücksichtigt werden, müsste sich der Landkreis innerhalb des fünfjährigen Projektzeitraums mit 350 000 Euro beteiligen. Der Landrat betonte, dass diese Summe ausschließlich in der Region Verwendung finden würde.

Verlängert wird auch das Projekt "GesundheitsregionPlus". Den Worten des Landrats zufolge sei seit dem Start im Jahre 2015 eine bessere Vernetzung mit den lokalen Gesundheitsakteuren gelungen. Er bezeichnete dieses Projekt als gewinnbringend für die Region. In der zweiten Förderhälfte soll die Pflege Schwerpunkt sein: von 2020 bis 2024 mit einem Fördersatz von 70 Prozent - maximal 250 000 Euro insgesamt.

Die Gebühren für Feldgeschworene werden ab 1. Januar 2020 erhöht. Demnach erhält ein Feldgeschworener pro Stunde statt 10,50 Euro 13,00 Euro. Der Stundensatz eines Feldgeschworenenobmanns wurde von 11,00 Euro auf 14,00 Euro erhöht.

Weitere Beschlüsse

Ohne Gegenstimme befürwortete das Gremium die Bezuschussung eines Rüstwagens für die Freiwillige Feuerwehr Stockheim. Der Zuschuss soll im Haushaltsjahr 2021 berücksichtigt werden, da der Rüstwagen in diesem Jahr voraussichtlich geliefert werden soll.

Einstimmig wurde beschlossen, für den zwölften Bau- und Finanzierungsabschnitt der Sanierung der Festung Rosenberg in den Jahren 2019 bis 2021 einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 120 00 Euro zu geben.

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