Herzogenaurach
Sicherheitswacht

Laien-Ordnungshüter sorgen für ein Gefühl der Sicherheit

Um die ersten Erfahrungen mit der noch jungen Sicherheitswacht ging es bei einem Gespräch im Rathaus. Wilhelm Wölfel und Sonja Schneider von der Polizeiinspektion Herzogenaurach berichteten Bürgermeis...
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Bürgermeister German Hacker, Wilhelm Wölfel, Ali Birclal, Irene Weiß und Sonja Schneider (von links) stellten die Aufgaben der Sicherheitswacht vor. Foto: Richard Sänger
Bürgermeister German Hacker, Wilhelm Wölfel, Ali Birclal, Irene Weiß und Sonja Schneider (von links) stellten die Aufgaben der Sicherheitswacht vor. Foto: Richard Sänger
Um die ersten Erfahrungen mit der noch jungen Sicherheitswacht ging es bei einem Gespräch im Rathaus. Wilhelm Wölfel und Sonja Schneider von der Polizeiinspektion Herzogenaurach berichteten Bürgermeister German Hacker, dass seit dem 20. April drei Personen - zwei Männer und eine Frau - tätig sind. Zwei von ihnen, Irene Weiß aus Erlangen und Ali Birclal aus Wilhelmsdorf, waren mit ins Bürgermeisterbüro gekommen.
Die Sicherheitswachten verstärken die sichtbare Präsenz im Stadtgebiet und verbessern durch niedrigschwellige Kontakte mit Bürgern deren Sicherheitsgefühl. "Sie helfen und unterstützen die Inspektion und sollen den Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Dazu gehen sie Fußstreife im Stadtgebiet", erläuterte Wilhelm Wölfel. Die drei Mitarbeiter der Sicherheitswacht hätten bisher 75 Stunden Außendienst geleistet, dabei seien sie zu zweit und auch alleine unterwegs. Über 20 Mal seien die Laien-Ordnungshüter schon tätig geworden, berichtete Schneider.


"Sinnvolle Ergänzung"

Sie hätten Personen an Örtlichkeiten befragt, an denen häufig Graffiti-Schmierereien auftreten, Platzverweise ausgesprochen und Gespräche mit lautstarken und auffälligen Menschengruppen sowie mit alkoholisierten und unter Drogen stehenden Jugendlichen geführt. Sie hätten aber auch schon Sachbeschädigungen an Parkbänken festgestellt und der Polizei gemeldet.
Die Befugnisse der Sicherheitswacht erläuterte Wilhelm Wölfel. Demnach dürften sie Personen anhalten und befragen, Personalien feststellen und Platzverweise aussprechen. Die Maßnahmen würden immer eng mit den Beamten der Polizeiinspektion abgesprochen. Wölfel sprach von einer "sinnvollen und wirksamen Ergänzung für die Polizei in spezifischen Aufgabenfeldern".
Bürgermeister German Hacker freute sich über das Engagement der Sicherheitswacht, denn damit wird auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt.
Irene Weiß kennt die Aufgabe bereits aus Forchheim: "Die Leute haben oft eine Hemmschwelle, gleich bei der Polizei anzurufen."
"Wir sind froh, wenn Bürger mit dabei sind und sich im Rahmen ihrer Zeit zur Verfügung stellen", ergänzte Sonja Schneider. Die Mitglieder wollten weder Hilfspolizei noch Bürgerwehr sein. Und doch wollten sie das Gefühl von Sicherheit stärken. Sie seien in Grünanlagen, auf Spielplätzen, an Bushaltestellen und in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Die Wächter sind mit Funkgerät und Reizstoffspray ausgestattet und sollen vor allem Vandalismus und anderen Störungen entgegenwirken.
Die bayerische Sicherheitswacht wurde 1997 geschaffen. Grundlage ist das Gesetz über die Sicherheitswacht in Bayern. Das Mindestalter liegt bei 18, das Höchstalter bei 62 Jahren. Die Bewerber sollten eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung nachweisen können. Sie sollten monatlich auch mindestens fünf Stunden zur Verfügung stehen und in der Nähe des Einsatzortes wohnen. Die Einsatzkräfte erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von acht Euro.


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