Lahm

Lahm feiert die Gottesmutter

Mit der Neuaufnahme in die Skapulierbruderschaft fand am Sonntagnachmittag das 294. Skapulierfest in Lahm seinen Höhepunkt. Eine innige Beziehung der Pfarrgemeinde besteht zu der vor 25 Jahren geweihten Skapuliermadonna.
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In der beeindruckenden Prozession wurde die Skapuliermadonna durch Lahm getragen. Fotos: Heike Schülein
In der beeindruckenden Prozession wurde die Skapuliermadonna durch Lahm getragen. Fotos: Heike Schülein
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Lahm — Sorgsam hängt Pater Wolfgang den Kommunionkindern der Pfarrei St. Ägidius Lahm mit seiner Filialgemeinde St. Peter und Paul Effelter sowie Kaplan Josef del Mastro und Pfarrer Bernd Winter das Skapulier um den Hals. Das kleine Stoffskapulier besteht aus zwei mit zwei Schnüren miteinander verbundenen Vierecken. Ein Teil wird auf der Brust, das andere auf dem Rücken getragen. Bei der Auflegung des Skapuliers spricht der Karmelitenpater das Aufnahmegebet. Die drei Jungen sowie die beiden Seelsorger gehören nun der Familie des Karmel an. Sie alle erhalten neben dem Stoffskapulier eine ebenfalls zuvor gesegnete Skapuliermedaille und sind damit in guter "Gesellschaft", unter anderem auch von Erzbischof Ludwig Schick.

Es war ein beeindruckendes Skapulierfest, das am Wochenende in Lahm gefeiert wurde. Im Zentrum des Hochfestes zur allerseligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel stand wieder die Aufnahme neuer Mitglieder in die Skapulierbruderschaft während der Andacht am Sonntag-Nachmittag. Der große Zuspruch dieses ergreifenden Zeugnisses tiefer Marienverehrung hat auch nach über 290 Jahren nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Erstmals 1726 in Lahm gefeiert, wird es seit 1994 in diesem großen Rahmen begangen.

Damals verlieh die Pfarrgemeinde bei einem viertägigen Festprogramm die Freude über die neue Skapuliermadonna Ausdruck. Geweiht wurde diese von Pfarrer Herbert Fischer. Er hatte angeregt, anstelle des vorhandenen "Gestells", eine geschnitzte Skapuliermadonna, die es schon einmal gegeben hatte, anzufertigen. Viele Spender erklärten sich bereit, das Projekt finanziell zu unterstützen, so dass die auf sakrale Kunst spezialisierte Werkstatt Ferdinand Stuflesser in St. Ulrich in den Dolomiten beauftragt werden konnte.

Voller Dankbarkeit über die damalige Initiative zeigte sich auch Pfarrer Sven Raube bei den Gottesdiensten am Wochenende. Er zelebrierte den Frühgottesdienst am Sonntag in der Pfarrkirche, die tiefgehende Predigt beim Festgottesdienst am Sonntagvormittag im Festzelt hielt Jugendseelsorger Bernd Winter aus Miltenberg. Während der Heiligen Messe fand eine Kinderkirche der Pfarreien Lahm und Effelter im Pfarrhaus statt. Nach der Predigt zogen die Kinder in das Kirchenzelt ein. Die Jungen und Mädchen hatten sich ebenfalls mit der Muttergottes beschäftigt, der sie ein schönes Marienlied anstimmten.

Was ist mit dem Glauben?

Die Andacht mit Feier der Aufnahme in die Skapulierbruderschaft zelebrierte Karmelitenpater Wolfgang Schumacher gemeinsam mit Pfarrer Sven Raube, Kaplan Josef del Mastro und Pfarrer Bernd Winter. Der Karmelitenpater würdigte die Energie, mit der in Lahm nun schon seit über 290 Jahren das Skapulierfest gefeiert und Maria geehrt werde. Leider hätten 216 000 Menschen 2018 die katholische Kirche verlassen. Insgesamt sank die Zahl der Katholiken in Deutschland im vergangenen Jahr auf 23 Millionen. Von diesen wiederum besuchten lediglich 9 Prozent den sonntäglichen Gottesdienst. "Was ist mit unserem Glauben?", bedauerte der Karmelitenpater, dass sich die Menschen nicht mehr zugehörig fühlten zur Gemeinschaft der Glaubenden und keine Zuflucht mehr unter dem mütterlichen Schutz Mariens suchten. In Lahm habe die Skapuliermadonna seit 25 Jahren einen Ehrenplatz. Echte Marienverehrung führe immer zu Christus hin. Der Andacht schloss sich unter festlichen Klängen des Musikvereins Hesselbach eine im wahrsten Sinne des Wortes "bewegende" Marienprozession durch den Ort an.

Die Feierlichkeiten hatten am Donnerstag mit einem Anbetungsabend mit meditativen Texten und rhythmischen Liedern mit Katharina in der Pfarrkirche begonnen. Die Predigt des Festgottesdienstes am Samstagabend hielt Kaplan Josef del Mastro. Am Montag erteilten er sowie der weitere Neupriester Markus Grasser in einer vom Gesangstrio Franziska, Maria und Sophie mitgestalteten Eucharistie-Feier den Primizsegen. Mit dem sich anschließenden Zeltbetrieb unter stimmungsvollen Klängen des Musikvereins Hesselbach klang das wieder einmal gelungene Skapulierfest aus.

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