Bamberg
Ausstellung

Kunst im Treppenturm zeigt Konstellationen der Zerbrechlichkeit

Gemalt und gezeichnet hat er schon während seiner Schulzeit, der Bamberger Künstler Gerhard Klarmann, der sich dann aber doch für eine berufliche Laufbahn als Justizangestellter am hiesigen Landgerich...
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Gerhard Klarmann vor einem seiner Werke Foto: Nadine Nüsslein
Gerhard Klarmann vor einem seiner Werke Foto: Nadine Nüsslein

Gemalt und gezeichnet hat er schon während seiner Schulzeit, der Bamberger Künstler Gerhard Klarmann, der sich dann aber doch für eine berufliche Laufbahn als Justizangestellter am hiesigen Landgericht entschieden hat. Gleichwohl - das bildnerische Gestalten hat er neben seiner beruflichen Tätigkeit stets aktiv weiter betrieben. Und so waren seine Werke bereits seit den 70er Jahren in diversen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen zu sehen: in Fürth, in der Oberpfalz und in seiner Heimatstadt Bamberg natürlich, dort unter anderem in der früheren Galerie Sommer, in der Galerie HOP und vor zehn Jahren erstmals bei "Kunst im Treppenturm" im Hause Karstadt.

"Gerne geben wir Künstlern ein zweites Mal die Möglichkeit, über die Plattform Kunst im Treppenturm ihre Werke einem breiten Publikum zugänglich zu machen", so Karstadt-Filialgeschäftsführer Mathias Baluses bei seiner Begrüßung vor den zahlreich erschienenen Eröffnungsgästen. "Voraussetzung dafür ist, dass für die auswählende Jury in den Arbeiten eine wesentliche künstlerische Weiterentwicklung beziehungsweise Veränderung zu erkennen ist."

So verhält es sich auch bei den Gemälden von Gerhard Klarmann, der in seiner aktuellen Ausstellung im Bamberger Traditionskaufhaus eine Auswahl seiner jüngsten Werke präsentiert. "Seine Bilder haben sich", wie Kunsthistoriker Matthias Liebel in seiner Einführungsrede erläuterte, "gegenüber seinen früheren Arbeiten deutlich verändert". Diese Veränderungen machen sich in einer purifizierten Komposition bemerkbar, vor allem aber in einem reduzierten Kolorit, bei dem sich der Künstler im Wesentlichen auf die Töne Schwarz und Weiß sowie einige farblich nuancierte Grauwerte konzentriert, die manchmal ins Orangefarbene, manchmal ins Braun-Beige changieren.

Zentrales Thema der Gemälde von Gerhard Klarmann ist der Mensch. Der Maler schildert ihn vor motivisch ausgespart gebliebenem Hintergrund als sensibles, nachdenkliches und feingeistiges Wesen, das über sich selbst, über seine sozialen Bindungen und über seine Mitmenschen sinniert. "Das Eins-Sein von Schönheit, Zerbrechlichkeit und Fantasie scheint fast verloren und in der Kunst ein Tabu geworden zu sein", so Klarmann. Und er ergänzt: "In meinen Bildern möchte ich dieses Tabu hinterfragen".

Die Ausstellung "Gerhard Klarmann - Konstellationen der Zerbrechlichkeit" kann bis zum 20. Juli während der Geschäftszeiten des Bamberger Karstadt-Hauses am Grünen Markt besichtigt werden. ml

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