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Kulmbacher Klinikum setzt mit "Vision 2023" auf weiteres Wachstum

Das Klinikum Kulmbach hat eine enorme Entwicklung erfahren und ist heute mit 1600 Beschäftigten einer der größten und bedeutendsten Arbeitgeber in der Region. Die geplanten Investitionsvorhaben sollen...
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Das Klinikum Kulmbach hat eine enorme Entwicklung erfahren und ist heute mit 1600 Beschäftigten einer der größten und bedeutendsten Arbeitgeber in der Region. Die geplanten Investitionsvorhaben sollen dafür sorgen, dass sich dieses Wachstum fortsetzt.

Die Kulmbacher Wirtschaftsjunioren hatten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Hauses zu werfen und mit Geschäftsführerin Brigitte Angermann über die Vision "Klinikum Kulmbach 2023" sowie die alltäglichen Herausforderungen ihrer Arbeit zu sprechen.

Große Herausforderungen

Mit der "Vision 2023" stellt sich das Klinikum den gesellschafts- und strukturpolitischen Herausforderungen, zu denen der demografische Wandel, eine ungesunde Lebensweise und Ernährung sowie die Landflucht gehören. In Kulmbach sollen auch in Zukunft eine exzellente Gesundheitsversorgung und Prävention garantiert werden.

Einen Teil der in den Neubau investierten knapp 150 Millionen Euro finanziert das Haus selbst. "Die gute wirtschaftliche Situation haben wir unserer breiten Aufstellung mit den Spezialisierungen, aber vor allem auch der beeindruckenden Leistung unserer Mitarbeiter zu verdanken", so Angermann, die die Leitung 2015 übernahm.

Die "Vision 2023" umfasst neben den baulichen Maßnahmen aber auch die Digitalisierung von Prozessen, das Vorantreiben der Telemedizin, Investitionen in die Medizintechnik sowie zusätzliche Zertifizierungen als Qualitätsindikator und Forschungskooperationen mit Universitäten.

Bald 540 Betten

Insgesamt wird das Klinikum die aktuell 500 Betten auf 540 aufstocken und dabei zukünftig den Zweibettzimmer-Standard anbieten.

Zeitgleich kämpft das Haus gegen den Fachkräftemangel. Die steigende Anzahl von Fachbereichen sowie immer neue Berufs- und Qualifikationsbilder fordern eine stetige Weiterentwicklung des Personalkörpers. Doch die Zahl der Medizinstudenten geht zurück. "Die Politik reagiert bereits auf diese Missstände, schafft mehr Studienplätze oder ermöglicht die Anerkennung vorangegangener Ausbildungen. Und auch die Landarztquote ist ein Ansatzpunkt. Die Ergebnisse werden wir jedoch frühestens in sechs bis acht Jahren sehen, wenn die ersten ihren Universitätsabschluss in der Tasche haben", sagte Angermann.

Auch bei den Pflege- und Fachkräften ist die Lücke groß. Jährlich werden in Kulmbach rund 100 000 Patienten stationär und ambulant behandelt, allein 25 000 davon werden in der Notaufnahme empfangen. "Der Arbeitsmarkt für Pflege- und Fachpersonal in Deutschland ist schlichtweg leer. Wir sind darauf angewiesen, aus dem Ausland zu rekrutieren und entsprechende Programme zu nutzen. Dabei hilft uns, dass in vielen Ländern hochwertig ausgebildet wird", so Brigitte Angermann.

Mientje Krüger, Kreissprecherin der Wirtschaftsjunioren, zeigte sich beeindruckt: "Die Strahlkraft des Klinikums ist heute bereits groß, denn das Haus und die gesamte Belegschaft machen einen ausgezeichneten Job." Dennoch seien die Herausforderungen, insbesondere auf der personellen Seite, ein großes Thema, das das Klinikum nicht alleine lösen könne. Hier müssten Politik und Wirtschaft zusammenhelfen. red



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