Laden...
Kulmbach
Corona

Kulmbacher Klinikum rüstet sich für den ersten Corona-Patienten

Die Verantwortlichen für das Klinikum Kulmbach tagen bereits seit geraumer Zeit täglich, um das Haus für den Tag zu rüsten, an dem die ersten Corona-Patienten dort eintreffen werden. Derzeit wird am K...
Artikel drucken Artikel einbetten

Die Verantwortlichen für das Klinikum Kulmbach tagen bereits seit geraumer Zeit täglich, um das Haus für den Tag zu rüsten, an dem die ersten Corona-Patienten dort eintreffen werden. Derzeit wird am Klinikum noch kein Patient wegen dieser Erkrankung stationär behandelt. Aber die Mitglieder der Führungsspitze des Hauses sind sich einig: Es wird angesichts der Entwicklung wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis sich diese Lage ändert.

40 Beatmungsgeräte

30 Prozent der Betten und 30 Prozent der Intensivbetten hat das Klinikum bereits für mögliche Corona-Fälle freigehalten. "Glücklicherweise können wir auf 40 Beatmungsgeräte zurückgreifen. Damit sind wir sehr gut aufgestellt", so der stellvertretende Vorsitzende des Klinikum-Zweckverbands, OB Henry Schramm, in einer Pressemitteilung.

Dass im Ernstfall am Klinikum sofort ein umfangreicher Notfallplan aktiviert werden kann, liegt laut Zweckverbandschef Landrat Klaus Peter Söllner auch daran, dass man sich in Kulmbach bereits seit vier Wochen intensiv mit der Situation befasse. Die gegenwärtige Situation stelle die Menschen vor eine der größten Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte.

Die erst vor wenigen Wochen eingeweihten neuen Räumlichkeiten machen es laut Pressemitteilung leichter, im Ernstfall der Corona-Pandemie entgegenzutreten. Sämtliche Kräfte würden jetzt mobilisiert, niemand müsse Angst haben, dass ihm nicht geholfen werde.

Drei Tests wurden bislang am Klinikum gemacht, so Geschäftsführerin Brigitte Angermann. Einen bestätigten Fall habe es glücklicherweise nicht gegeben. "Wir sind sehr dankbar, dass diese Aufgabe weitgehend das Gesundheitsamt übernommen und damit auch viel vom Klinikum ferngehalten hat."

In der Aufnahmestation stehen Angermann zufolge bereits Isolationszimmer zur Verfügung, die räumlich völlig abgetrennt werden können. Es gibt auch genügend Betten: 44 für infektiöse Patienten und weitere Intensivbetten.

"Für den Ernstfall wird die bisherige Internistische Intensivstation für Corona-Patienten geräumt, die anderen Patienten ziehen dann in die operative Intensivstation um", so die Geschäftsführerin. Auch für den Fall, dass die Betten nicht ausreichten, sei man vorbereitet: Im Aufwachraum könnten weitere Betten aufgestellt werden. Vorzugsweise werde das Personal der Station 5a, der Pneumologie, für die Betreuung von Corona-Patienten eingesetzt. "Sie haben bei der Influenza-Welle vor zwei Jahren bereits praktische Erfahrungen mit zahlreichen infektiösen Patienten gesammelt. Bis zu 35 Grippekranke waren damals zeitgleich bei uns im Haus."

Bei Bedarf würden mit Zustimmung des Personalrats noch Ärzte und Pflegekräfte aus anderen Bereichen hinzugezogen. Die Notaufnahme werde am Tag X geteilt, so Angermann weiter.

Ein Glücksfall

Ein Glücksfall sei, dass die Räume der bisherigen chirurgischen Ambulanz nach deren Umzug leer stehen. "Damit ist es uns möglich, alle anderen Patienten strikt von möglichen infizierten Personen fernzuhalten."

Thomas Banse, Vorsitzender der Hygienekommission am Klinikum, schaute sich am Mittwoch gemeinsam mit der Klinikführung und Pflegedienstleiterin Franziska Schlegel in der Station in dem Interimsgebäude direkt neben der Notaufnahme um, die jetzt für mögliche Patienten hergerichtet wird. Zunächst nur im Erdgeschoss sollen Patienten mit Infektionserkrankungen untergebracht werden. Solle es nötig werden, könnte sehr schnell auch das erste Geschoss dieses Gebäudes mit einbezogen werden.

"Seit mehreren Wochen haben wir das bereits in Vorbereitung. Die Bauarbeiten an unserem Haus erweisen sich jetzt für uns als glückliche Umstände", sagt er. Der Neubau sei im Februar in Betrieb gegangen, das habe Kapazitäten geschaffen. "Damit haben wir zwei auch räumlich komplett getrennte Krankenhausbereiche."

Zwei Notaufnahmen, zwei Intensivstationen, ein eigener Bettentrakt - für Banse sind das beste Voraussetzungen. "Wir können die Vorgaben der Staatsregierung zu 100 Prozent erfüllen und können zwei völlig getrennte Bereiche im Krankenhaus für alle Eventualitäten anbieten. Die Patienten werden kommen, und wir sind jetzt gerüstet." red