Hofheim i. UFr.
Raumausstellung

Künstlerin reflektiert aktuelle Zeitthemen

"Diese Ausstellung, eine Raumausstellung aus Aktendeckeln, Collagen und gerahmten Registerausschnitten, ist in Wirklichkeit das genaue Hinsehen auf etwas, was Stück für Stück verschwindet. Die Künstle...
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Kulturbeauftragte des Landkreises Haßberge, Renate Ortloff (rechts), bei ihrer Rede zur Eröffnung der Ausstellung von Künstlerin Gabi Weinkauf (links); Vierter von rechts ist Zweiter Bürgermeister Reinhold Giebfried. Foto: Günther Geiling
Die Kulturbeauftragte des Landkreises Haßberge, Renate Ortloff (rechts), bei ihrer Rede zur Eröffnung der Ausstellung von Künstlerin Gabi Weinkauf (links); Vierter von rechts ist Zweiter Bürgermeister Reinhold Giebfried. Foto: Günther Geiling

"Diese Ausstellung, eine Raumausstellung aus Aktendeckeln, Collagen und gerahmten Registerausschnitten, ist in Wirklichkeit das genaue Hinsehen auf etwas, was Stück für Stück verschwindet. Die Künstlerin sieht ihre Arbeit als Bestandsaufnahme, aktuelle Themen der Zeit zu reflektieren." Dies betonte Kulturbeauftragte Renate Ortloff bei der Eröffnung der Ausstellung "ad acta" im Interkommunalen Bürgerzentrum. Die Werke sind dort bis zum 10. November zu den Öffnungszeiten der Verwaltung zu sehen.

Die Künstlerin Gabi Weinkauf war 2018 Gewinnerin des "Kunstpreises Landkreis Haßberge". Als Mutter von drei Kindern begann sie 1999 mit Kursen und Seminaren im Fach Malerei. Dabei führte sie ihr Weg auch nach Italien. Intensiv startete sie im Jahr 2005 mit einem Studium an der freien Akademie der bildenden Künste in Essen, und von nun an waren Malerei, Grafik und Bildhauerei ihr Betätigungsfeld.

Mit der Ausstellung "ad acta" reflektiert Gabi Weinkauf wieder einmal ein aktuelles Thema der Zeitgeschichte: Aktendeckel fehlen nicht nur als schrankfüllendes Teil, sondern es fehlen auch die Gerüche und das Handling dieser Teile. Bei den aufgebauten Stücken handle es sich um Originale aus der öffentlichen Verwaltung, erläuterte Renate Ortloff. "Sich bewusst machen, dass alles Neues auch etwas anderes verdrängt - so sehe ich diese Ausstellung", betonte die Kulturbeauftragte.

Stellvertretender Bürgermeister Reinhold Giebfried wunderte sich, wie man auf die Idee komme, mit alten Ordnern ein solches Werk zu schaffen.

Älteste Zeugnisse aus Jahr 1896

Künstlerin Gabi Weinkauf erklärte, sie arbeite mit Materialien, die nichts mehr wert seien oder keine Bedeutung mehr hätten, wie Wäsche, Weide, Prothesen oder alten Becken. "Wenn ich sie erst mal habe, geht es erst los, und ich frage mich, was ich damit erzählen könnte." So sei es ihr auch bei der Ausstellung "ad acta" ergangen: Sie habe aus den Akten erst alles herausreißen müssen und sei dann auf viele bemerkenswerte Dinge gestoßen. Die ältesten Zeugnisse stammten aus dem Jahr 1896 und aus der Zeit der Weltkriege 1919 und 1942/43.

Die Vernissage bekam durch den Jazzgitarristen Holger Schliedstedd noch einen musikalischen Akzent. Der Berliner Jazz-Profi hält sich derzeit bei Gitarrenbau Gräfe in Lendershausen auf und beeindruckte nun in Hofheim die Gäste der Ausstellung. gg

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren