Herzogenaurach

Künftig mehr Kellervergnügen

Der neue Pächter Hannes Baier will den Heller-Keller auch außerhalb der Sommerkirchweih regelmäßig öffnen. Ein Antrag fand im Bauausschuss die einhellige Zustimmung. Zur Kerwa kündigt er eigene Livemusik an.
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Der Heller-Keller hat seit der letzten Kerwa einen neuen Pächter. Künftig soll auch an normalen Tagen regelmäßig geöffnet werden.
Der Heller-Keller hat seit der letzten Kerwa einen neuen Pächter. Künftig soll auch an normalen Tagen regelmäßig geöffnet werden.
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Bernhard Panzer Einmal im Jahr sind die Flächen rund um die Bierkeller im Weihersbach gut gefüllt, und das zehn Tage lang. Dann ist die Sommerkirchweih angesagt, die schon bald wieder beginnt, nämlich genau heute in einer Woche. Den Rest über halten die meisten Keller allerdings eine Art Ganzjahres-Winterschlaf, selbst in der warmen Jahreszeit. Mit einer Ausnahme: Renate Maier, die Sprecherin der Wirte, hat ihren Ansbacher-Tor-Keller auch sonst immer mal geöffnet, und bewirtet dort auch die ein oder andere Veranstaltung.

Es sind allerdings viel mehr Keller dort angesiedelt: Zwischen Polster (Rockkeller) und Basketballer finden sich zur Sommerkirchweih acht Stätten mit Ausschank. Darunter sind allein sechs traditionelle Keller, plus FCH-Keller etwas oberhalb als Nummer sieben. Warum haben die Keller aber außerhalb der Kerwa nicht geöffnet?

Diese Frage vieler Herzogenauracher stellte sich vor einigen Monaten bereits auch Hannes Baier, der neue Pächter des Heller-Kellers. Er entschloss sich, dagegen etwas zu unternehmen. Schon in der Woche nach der Kirchweih soll der Heller-Keller demnach künftig regelmäßig geöffnet haben. Dem 32-Jährigen schwebt vor, das von mittwochs bis sonntags zu tun, werktags ab 17 Uhr sowie samstags und sonntags ab 11 Uhr. Und an Sonntagen soll es auch warme Küche geben.

Freilich war es ein langer Weg, um das Ansinnen umzusetzen. Denn hierfür brauchte es erstmal die offiziellen Genehmigungen. Für den überdachten Bereich des Kellers konnten sich keine Aufzeichnungen finden lassen, sagt Baier. Der wurde offenbar in den 1950 er Jahren angelegt. Beim Landratsamt stieß er, wie er im Pressegespräch sagt, auf Entgegenkommen. Weil es dort Altbestand sei, brauche es keine gesonderte Baugenehmigung.

Freischankfläche

Die allerdings forderte die Behörde für den städtischen Bereich vor dem Keller ein. Dort möchte Baier einen Platz von etwa 120 Quadratmeter nutzen. Der Bauausschuss ebnete am Mittwochabend einstimmig und ohne jede Diskussion den Weg. Der Nutzung als "Freischankfläche zum Betrieb eines Biergartens mit temporärer Bestuhlung durch Bierzeltgarnituren und Sonnenschirm" wurde zugestimmt.

Baier freut sich dabei sehr über die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Man habe ihn im Rathaus unterstützt, auch beim Ausfüllen des Antrags. "Ich wusste ja nicht, was ich für eine geschotterte Fläche da rein schreiben muss", sagte Baier. Und einen extra Architekten muss man dafür sicher nicht bemühen und bezahlen.

Vor der Einreichung des Antrags hat der junge Mann noch die Besitzer aller benachbarten Keller abgefragt, und deren Einverständnis eingeholt. Er habe sehr viel positive Resonanz gespürt, sagt er. Auch bei Renate Maier, die ja gewissermaßen die Vorreiterin gewesen ist.

Seit dem letzten Jahr ist Baier zusammen mit seiner Mutter Gundi neuer Pächter des Kellers. In den vergangenen Wochen und Monaten haben die Beiden zusammen mit Freunden den Keller auf die Sommerkirchweih und den anschließenden Betrieb vorbereitet. Die Imbissbude wurde hergerichtet und unteranderem innen neu verkleidet, der Ausschankraum im Keller geweißelt. Zum Kellerstart nach der Kerwa sind zunächst ein paar Tage ohne Küche eingeplant. Denn diese wird ja in den zehn Tagen von dem Kosbacher Betrieb Polster genutzt. Für den Übergang nebst Abnahme braucht es etwas Zeit.

Blasmusik zweimal mittags

Hannes Baier kündigt auch zur Kirchweih schon eine Neuerung an. Samstags und sonntags fehlte in der Mittagszeit seiner Meinung nach die Musik. Das will der Erlanger ändern: Er hat für die Zeit zwischen 12 und 15 Uhr eine siebenköpfige Blaskapelle namens "Böhmisches Verlangen" organisiert. Schon jetzt wollen ihn drei benachbarte Kellerwirte dabei unterstützen.

Warum aber musste der Pächter einen Antrag einreichen, um den Keller auch außerhalb der Kerwa zu betreiben? Während des Volksfests sind dort ja Tausende Gäste zu bewirten, vermutlich mehr als den ganzen restlichen Sommer über. Die Antwort ist einfach: Für die Zeit der Kirchweih gibt es eine eigene Regelung.

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