Coburg
Regiomed

Künftig auch Ärzte im Aufsichtsrat?

Wie kann und soll die Gesundheitsversorgung in der Region in Zukunft aussehen? Diese und andere Fragen diskutierten Vertreter des Regiomed-Verbunds mit Vertretern der Politik, der Hochschule und der Ä...
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Wie kann und soll die Gesundheitsversorgung in der Region in Zukunft aussehen? Diese und andere Fragen diskutierten Vertreter des Regiomed-Verbunds mit Vertretern der Politik, der Hochschule und der Ärzteschaft im Rahmen der "Gesundheitskonferenz Nordoberfranken", die in Coburg stattfand.

Ein Ergebnis: Die niedergelassenen Ärzte der Region wünschen einen engeren Kontakt zu den Krankenhäusern des Regiomed-Verbundes. Dies machte Dr. Otto Beifuss deutlich, Vorsitzender des Ärztlichen Bezirksverbandes Oberfranken. Um dem Auftrag einer effektiven und schnellen Versorgung der Patienten gerecht zu werden, forderte Beifuss eine Verbesserung des Entlass- und Einweisungsmanagements und eine effektivere Kommunikation mit den Chefärzten der Kliniken. "Ein kommunales Krankenhaus ist für uns Niedergelassene ein Haus der Basisversorgung", machte er deutlich. "Das heißt, 80 bis 90 Prozent der Patientenprobleme müssen innerhalb dieses Settings zu lösen sein."

Sein Kollege Dr. Günther Kirchberg, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Coburg, plädierte dafür, den Regiomed-Aufsichtsrat künftig nicht nur mit Politikern und Belegschaftsvertretern, sondern auch mit Ärztevertretern zu besetzen. An diesem Punkt setze man bereits an, sagte Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke. Es sei bereits vielfach diskutiert und als sinnvoll erachtet worden, mehr externe Sachverständige, zu denen auch Ärzte gehören sollen, in den Aufsichtsrat aufzunehmen.

Weitere Themen der Diskussionsrunden waren die Digitalisierung des Gesundheitswesen und die Pflegeausbildung. Ministerialdirigent Thomas Huber, Leiter der Abteilung Zukunftsfragen und Innovation des Baye-rischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, bezeichnete Digitalisierung als große Chance für das Gesundheitswesen, gerade im ländlichen Raum. Zentrale Schlagworte seien Flexibilität, Selbstbestimmtheit und soziale Gerechtigkeit.

Christiane Fritze, Präsidentin der Hochschule Coburg, bekräftigte, dass die Hochschule das Zukunftscluster "Gesund leben" weiter entwickeln wolle. Die Hochschule wird einen Bachelorstudiengang Hebammenwesen anbieten und die Weiterbildung zur Stationsleitung in Zusammenarbeit mit der Regiomed-Akademie. Auch ein Bachelorstudiengang Pflegewissenschaft sei vorstellbar, sagte Fritze.

"Um den Pflegenotstand zu kompensieren, brauchen wir nicht nur Häuptlinge, sondern vor allem Indianer", gab Jürgen Beninga zu bedenken, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Coburg. Akademisierung und Professionalisierung seien unverzichtbar, sagte Dorothea Thieme, Leiterin der Regiomed-Akademie. Auch Henry Rafler vom Klinikum Bergmannstrost in Halle sieht die Veränderungen in der Pflegeausbildung positiv: "Pflege braucht alle Abstufungen." red

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