Marktschorgast
Natur

Kündigen Haselsträucher einen Babyboom an?

Der neue Demografie-Spiegel prognostiziert, dass der Landkreis Kulmbach bis zum Jahr 2031 immer mehr Einwohner verlieren wird. Ob die Wissenschaftler auch eine alte Bauernregel berücksichtigt haben, n...
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Marktschorgasterin Hannelore Löw freut sich über ein gutes Haselnussjahr.  Foto: Bruno Preißinger
Die Marktschorgasterin Hannelore Löw freut sich über ein gutes Haselnussjahr. Foto: Bruno Preißinger

Der neue Demografie-Spiegel prognostiziert, dass der Landkreis Kulmbach bis zum Jahr 2031 immer mehr Einwohner verlieren wird. Ob die Wissenschaftler auch eine alte Bauernregel berücksichtigt haben, nach der sich stets dann ein Geburtenplus einstellt, wenn die Haselsträucher gut tragen?

Und in diesem Sommer tragen sie - nach einigen schwachen Jahren - besonders gut. Das weiß Hannelore Löw aus Marktschorgast zu schätzen. In ihrem Garten trägt der Strauch gut, und in der Prärie kennt sie jede Haselnussstaude.

Vielseitige Verwendung

"Es ist eine Pracht. Dicht an dicht hängen die Früchte. Heuer ist ein gutes Haselnussjahr", freut sich Löw. Sie hat vielseitige Verwendungen für die vitaminreichen Nüsse.

"Diese müssen nach der Ernte erst getrocknet werden", sagt sie. In der Küche würden sie für Nusskuchen gemahlen. Grob zerkleinert seien die Nüsse eine Delikatesse für Salate und diverse andere Gerichte. "Ich bin aber nicht alleine der Nutznießer der vollen Sträucher. Stille Teilhaber sind die Eichhörnchen, die sich einen großen Vorrat für den Winter anlegen", so Hannelore Löw. Einen Teil der Nüsse hebe sie auf, um damit im Winter die Vögel zu füttern.

Und dann lacht Hannelore Löw, als sie auf einen anderen Verwendungszweck zu sprechen kommt. "Die Haselgerte wurde früher in der Erziehung genutzt, als Züchtigungsmittel für böse Buben."

Hildegard von Bingen soll den Genuss von Haselnüssen gegen Husten , Impotenz und Lungenentzündung empfohlen haben. Zudem sollen Haselnussblätter als Tee blutreinigend und fiebersenkend wirken. Im alten Volksglauben wehrt ein Zweig der Haselnuss Zauber und Unheil ab. Jegliches Untier, insbesondere die Schlange, lässt sich mit einem Haselzweig-Hieb töten. Ein Haselnussstrauch am Haus gepflanzt, soll wie ein Blitzableiter wirken und außerdem Erdstrahlen anziehen. Als Wünschelrute verwendet, lassen sich Wasseradern, Erzgänge und Schätze finden.

Bei den germanischen Vorfahren war der Haselnussbaum Symbol für die Zeugungskraft. So gibt es den Ausspruch, "dass viele Haselnüsse im Herbst auf viele uneheliche Geburten im kommenden Jahr hindeuten". In der Sexualsymbolik gilt die Haselnuss als Sinnbild der Wolllust und der Fruchtbarkeit, der Strauch als beliebter Ort der außerehelichen Liebe. Daher rührt die Redewendung "in die Hasel gehen".

Und trägt diese Liebe Früchte, so sind die Kinder "aus der Hasel entsprungen".

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren