Lichtenfels

Kronjuwelen der Wiener Klassik

Das Bamberger Streichquartett lieferte einen Höhepunkt des Musikgeschehens in der Korbstadt.
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Das Bamberger Streichquartett mit Milos Petrovic, Andreas Lucke, Karlheinz Busch und Branko Kabadaic, verstärkt mit dem Klarinettisten Günther Forstmaier (von links), begeisterte die zahlreichen Besucher. Foto: Alfred Thieret
Das Bamberger Streichquartett mit Milos Petrovic, Andreas Lucke, Karlheinz Busch und Branko Kabadaic, verstärkt mit dem Klarinettisten Günther Forstmaier (von links), begeisterte die zahlreichen Besucher. Foto: Alfred Thieret

Schon seit fast 40 Jahren stellen die Benefizkonzerte des Fördervereins des Lions Club Lichtenfels mit dem Bamberger Streichquartett einen Höhepunkt des Musikgeschehens in der Korbstadt dar, wie Lions-Club-Präsident. Uwe Fischer hervorhob. Auch diesmal begeisterten die vier Musiker, verstärkt durch den Klarinettisten Günther Forstmaier, unter dem Motto "Kronjuwelen der Musik der Wiener Klassik" die zahlreichen Besucher im voll besetzten Festsaal des Stadtschlosses mit Werken von Haydn, Beethoven und Mozart.

Neue Dimensionen erschlossen

Das weit über Deutschland hinaus bekannte Bamberger Streichquartett spielte in der Besetzung Milos Petrovic (1. Violine), der den verhinderten Raul Teo Arias würdig vertrat, Andreas Lucke (2. Violine), Branko Kabadaic (Viola) und Karlheinz Busch (Violoncello), der als Gründungsmitglied auch in bewährter Weise die Moderation übernahm. Die Musikrichtung "Wiener Klassik" ist untrennbar mit den Komponisten Joseph Haydn (1732-1809), Ludwig van Beethoven (1770-1827) und Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) verbunden, die alle bekannte Streichquartette schufen. Haydn sorgte für einen Aufschwung dieser Musikgattung, erlangte das Quartett mit dem Übergang vom Barock zur Klassik eine neue Dimension. Waren bisher die beiden Violinen dominant, während die beiden anderen Instrumente die Geigen eher begleiteten, so wurde bei Haydn jede Stimme selbstständig und hatte die gleiche Gewichtung.

In dem von den vier Musikern interpretierten viersätzigen Streichquartett in C-Dur, op. 33, Nr. 3, kam dieser neue klassische Stil deutlich zum Ausdruck. Das auch als Vogelquartett bekannte Musikstück enthält im Kopfsatz zahlreiche Melodiennoten, die man als Vogelrufe verstehen kann, und auch in den anderen Sätzen sind Vogelrufmotive erkennbar, während im letzten Satz deutliche Kuckucksrufe vernehmbar sind.

Beginn der deutschen Romantik

Als Wendepunkt der abendländischen Musik mit dem Beginn der deutschen Romantik sah Karlheinz Busch das vorgebrachte Streichquartett G-Dur op. 18, Nr. 2 von Ludwig van Beethoven. Während Haydn und Mozart auf höchstem geistigen und seelischen Niveau unterhalten wollten, hatte der von den Idealen der französischen Revolution geprägte Beethoven die Intention, die Menschen mit seiner Musik für seine hehren Leitbilder zu gewinnen. Das Quartett beginnt geschmeidig und galant, erinnert so an aristokratische Tanzbälle und ist deshalb auch als Komplimentierquartett bekannt. Aber auch der Einfluss Haydns war noch unüberhörbar. Beim Klarinettenquintett A-Dur KV 581 (Stadler-Quintett) von Wolfgang Amadeus Mozart vervollständigte der 1. Soloklarinettist der Bamberger Symphoniker, Günther Forstmaier, das Quartett zum Quintett. Den Musikern gelang es auf exzellente Weise, die Thematik dieses bekannten Kammermusikwerkes herauszuarbeiten, wobei Forstmaier sein Instrument virtuos beherrschte. Auch wenn sich das Holzblasinstrument zeitweise hervorhob, so verschmolz es auch immer wieder mit dem Quartett im Sinne einer perfekten Balance aller fünf Stimmen.

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