Kronach
KOnjunkturumfrage

Kronacher Wirtschaft ist für das Jahr 2019 nicht mehr so optimistisch

Die Wirtschaft aus dem Landkreis Kronach gibt in der Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth erstmals seit langem ein Warnsignal ab. Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung der kommende...
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Hans Rebhan
Hans Rebhan

Die Wirtschaft aus dem Landkreis Kronach gibt in der Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth erstmals seit langem ein Warnsignal ab. Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung der kommenden zwölf Monate schwenken leicht ins Negative und lassen im Saldo eine Verschlechterung der kommenden Geschäftslage erwarten.

"Internationale Handelskonflikte, ein ungelöster Brexit und eine schwächelnde Inlandsnachfrage trüben den Ausblick. Zudem sind gerade viele Industriebetriebe aus dem Kronacher Raum von hohen Energiepreisen betroffen", erläutert der Vorsitzende des IHK-Gremiums Kronach, IHK-Vizepräsident Hans Rebhan. Allerdings wird die aktuelle Geschäftslage der Wirtschaft im Saldo weiterhin sehr positiv beurteilt. Der Konjunkturklimaindex für den Landkreis Kronach reduziert sich aufgrund der eingetrübten Prognose um zwölf Punkte deutlich und liegt nun bei 110 Zählern.

Trotz der ersten Warnzeichen für das Jahr 2019 bewerten die befragten Betriebe ihre Geschäftslage zum Jahreswechsel vornehmlich positiv. Knapp die Hälfte der Unternehmerinnen und Unternehmer (49 Prozent) sind mit der Situation ihrer Firma zufrieden und geben ein gute Bewertung ab. Hinzu kommen weitere 37 Prozent, die die wirtschaftliche Lage des Betriebs befriedigend einstufen. Unzufrieden mit der geschäftlichen Situation sind hingegen 14 Prozent der Unternehmen.

"Die Lage der Wirtschaft ist noch stabil, aber die Ergebnisse zeigen auch, dass die Situation auf den Märkten im In- und Ausland wegen steigender Kosten und zunehmender Unsicherheiten schwieriger wird", so Rebhan. Denn sowohl die Auftragsvolumina im Inland als auch auf den ausländischen Märkten haben sich in den vergangenen sechs Monaten im Saldo verringert und drücken damit auch auf die Kapazitätsauslastung der Betriebe. Die ist zwar weiterhin hoch, bekommt aber erstmals einen kleinen Dämpfer.

Die Erwartungen der Kronacher Wirtschaft an die kommenden zwölf Monate sind zurückhaltend und im Saldo ins Negative geschwenkt. Ein Viertel der befragten Unternehmen rechnen mit einer sich verschlechternden Lage. Dahingegen geben 14 Prozent der Betriebe an, dass sie auch im Jahr 2019 mit einer sich verbessernden Geschäftssituation kalkulieren. Die übrigen 61 Prozent prognostizieren für ihre Firma keine signifikante Veränderung der Geschäftslage.

Ergebnis lässt aufhorchen

Für Hans Rebhan geben die Aussagen zwar noch keinen akuten Anlass zur Sorge, sollten jedoch auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden: "Das Ergebnis ist in seiner Ausprägung nicht dramatisch, aber aufhorchen sollte man in jedem Fall, wenn sich in einem der industriellen Zentren Oberfrankens ein negativer Trend abzeichnet."

Hoffen lässt der Blick auf die erwarteten Auftragsvolumina: Während der Inlandsmarkt weiterhin als schwierig und mit sinkendem Volumen kategorisiert wird, baut die exportierende Wirtschaft auf eine Verbesserung der Auftragslage. "Doch erst die nächsten Monate werden zeigen, wie sich der Weltmarkt entwickelt", so Rebhan.

Trotz oder gerade wegen des schwierigen Marktumfeldes will die Wirtschaft aus Stadt und Landkreis Kronach in ihre Standorte investieren. Mehr Unternehmen beabsichtigen, ihre Investition zu steigern als zu senken. "Das sind gute Nachrichten für die ganze Region", erläutert Rebhan. Hingegen soll der Beschäftigtenstand nicht weiter aufgebaut, sondern in der anstehenden Zeit moderat verringert werden. "Die erstmals vorsichtigen Rückmeldungen aus den Unternehmen müssen für uns Ansporn sein, den Wirtschaftsstandort Kronach zukunftsfähig zu machen", so Rebhan, der als Beispiel auf die Anstrengungen zur Schaffung eines Lukas-Cranach-Campus verweist. red

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