Coburg

Kritik: Stadt agiert nicht professionell genug

Strenge Worte richten die Hoteliers auch an die Stadt Coburg: Die müsse sich und damit auch die Beherbergungsbetriebe besser vermarkten. Zum einen werde das Kongresshaus schlechtgeredet, klagt Gisela ...
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Strenge Worte richten die Hoteliers auch an die Stadt Coburg: Die müsse sich und damit auch die Beherbergungsbetriebe besser vermarkten. Zum einen werde das Kongresshaus schlechtgeredet, klagt Gisela Gutwill (Hotel Stadt Coburg). "Dann kommen Anfragen wie: Steht denn in zwei Jahren euer Kongresshaus noch?" Auch für sie seien Angebote schwer planbar: Große Reiseveranstalter wollen fast ein Jahr im Voraus wissen, was in einer Pauschale enthalten ist. "Aber wie will ich Theaterreisen im Dezember 2020 anbieten, wenn ich im Januar nicht mal weiß, ob das Theater dann noch spielt?"

Die Hotels hätten in den vergangenen Jahren gut vom Wirtschaftstourismus leben können, sagt Barbara Glauben-Woy. Aber wenn der im Zuge einer schwächeren Konjunktur nachlasse, seien die Beherbergungsbetriebe vermehrt auf Städtereisende angewiesen, und damit auf Marketing-Unterstützung durch die Stadt.

Auch eine Vermarktung des Victoria&Albert-Jahres sei auf diese Weise gescheitert, berichtet Barbara Glauben-Woy: "Wir wollten im März 2018 Informationen von der Stadt zu diesem Event. Aber da war die Position bei der Stadt gerade nicht besetzt."

Die Kritik richtet sich auch gegen den Chef von Coburg Marketing, Horst Graf, der über die Qualität der Coburger Hotels urteile, ohne je eines betreten zu haben, und mit dem es auch noch kein offizielles Treffen gegeben habe.

Überhaupt fehle es an professioneller Vermarktung der Region, sagt Marion Reinhard-Sommer ("Villa Victoria"). Sie schildert das Beispiel eines Gastes, der in der Tourist-Info nach Angeboten für ein Gruppen-Wochenende in Coburg gefragt habe. Die zuständige Kollegin sei nicht da, habe die Antwort gelautet. In Bamberg habe dieser Gast nicht nur sofort entsprechende Angebote erhalten, sondern die Mitarbeiterin der Tourist-Info habe auch gleich angeboten, organisatorisch zu unterstützen. "Raten Sie mal, wo der dann gebucht hat!"

Tolle Marketing-Ideen wie der "Weihnachtsbaum für die Queen" seien touristisch verpufft, kritisiert Bernd Glauben (ehemals "Goldene Traube"). Überhaupt, der Weihnachtsmarkt: Auch der könne sich touristisch auszahlen, sagt Barbara Glauben-Woy. "Da liegen Pakete in den Hotels." Aber wenn vom Weihnachtsmarkt schon am 24. Dezember nichts anderes mehr zu sehen sei als leere Buden, dann lasse sich auch über die Feiertage kein Geschäft mehr damit machen. sb

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