Haßfurt
IG Bau Mainfranken

Kritik am ausufernden Niedriglohnsektor

Die IG Bau Mainfranken kritisiert den ausufernden Niedriglohnsektor: 3200 Vollzeit-Beschäftigten im Landkreis Haßberge könnte im Alter Hartz IV drohen, weil sie weniger als 2200 Euro brutto im Monat v...
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Die IG Bau Mainfranken kritisiert den ausufernden Niedriglohnsektor: 3200 Vollzeit-Beschäftigten im Landkreis Haßberge könnte im Alter Hartz IV drohen, weil sie weniger als 2200 Euro brutto im Monat verdienen. Das seien 18 Prozent aller Menschen, die hier sozialversicherungspflichtig die volle Stundenzahl arbeiten.

Die IG Bau Mainfranken beruft sich dabei auf eine aktuelle Statistik der Arbeitsagentur. Gewerkschafter Michael Groha warnt: "Wer heute in Vollzeit weniger als 2200 Euro verdient, der ist mit hoher Wahrscheinlichkeit im Alter auf staatliche Stütze angewiesen." Das ergebe sich aus Berechnungen der Bundesregierung. Danach muss ein Vollzeit-Arbeitnehmer im Schnitt mindestens 12,63 Euro pro Stunde verdienen, um nach 45 Beitragsjahren bei der Rente oberhalb der staatlichen Grundsicherung zu landen.

"Ein unhaltbarer Zustand"

Für den IG Bau-Bezirksvorsitzenden ist das ein unhaltbarer Zustand: "Altersarmut trotz Vollzeit - das kann nicht sein. Wer jeden Tag acht Stunden malocht, der muss von seiner Arbeit auch leben können."

Groha: "Bei vielen Beschäftigten ist die Angst groß, in Hartz IV abzurutschen. Deshalb akzeptieren sie auch Niedriglöhne. Etliche Unternehmen nutzen das schamlos aus. Sie zahlen kaum mehr als den gesetzlichen Mindestlohn." Eine wichtige Absicherung gegen Armutsrenten seien Tarifverträge, sagt die IG Bau. So lag der durchschnittliche Tariflohn nach der letzten bundesweiten Berechnung bei 17,90 Euro pro Stunde und damit deutlich über dem Armutsrisiko. In Zeiten eines massiven Fachkräftemangels im Handwerk sollten Arbeitnehmer auf dem Tariflohn bestehen, rät die IG Bau. Zudem seien in Tarifverträgen oft auch Betriebsrenten vereinbart - eine zusätzliche Absicherung gegen Altersarmut. red



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