Ludwigschorgast
Betreuung

Krippe ja, aber nicht um jeden Preis

"Wir wollen den Neubau einer Kinderkrippe, aber nicht um jedem Preis." Tobias Braunersreuther und seine Kollegen aus der SPD-Gemeinderatsfraktion sehen in der Finanzierung ein Riesenproblem. Zuschuss ...
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"Wir wollen den Neubau einer Kinderkrippe, aber nicht um jedem Preis." Tobias Braunersreuther und seine Kollegen aus der SPD-Gemeinderatsfraktion sehen in der Finanzierung ein Riesenproblem. Zuschuss und Kosten stünden in keinem Verhältnis mehr, sagen sie.

Im April sei dem Gemeinderat noch eine Bausumme von rund einer Million Euro genannt worden, jetzt habe sich dieser Betrag durch drastische Preiserhöhungen bei allen Gewerken auf 1,436 Millionen Euro erhöht. Im Raum stehe ein staatlicher Zuschuss von lediglich 432 000 Euro, so dass die Gemeinde Eigenmittel in Höhe von über einer Million Euro aufzubringen hätte. Für die SPD ist das zu viel.

"Eine Investition in dieser Größenordnung würde den finanziellen Spielraum der Kommune erheblich einschränken und die Verschuldung deutlich hochtreiben", betont Braunersreuther.

Deshalb hatten sich die SPD-Gemeinderäte an die Landtagsvizepräsidentin Inge Aures mit der Bitte gewandt, sich für eine höhere Förderung einzusetzen. Bei einem Ortstermin mit der SPD-Abgeordneten stellte man den Bauentwurf vor und verwies auf die große Diskrepanz zwischen den maximal förderfähigen Hauptnutzflächen und dem, was gebaut werden muss.

Gefordert, aber nicht gefördert

Zum Beispiel wird aus Gründen der Barrierefreiheit im Treppenhaus ein Aufzug gefordert, aber nicht gefördert. Inge Aures erklärte, dass die Eigenmittel der Gemeinde nicht so hoch sein können. Derzeit stelle der Freistaat FAG-Mittel bis maximal 50 Prozent zur Verfügung. Neu dazu komme eine weitere FAG-Förderung für Krippen und Kindergärten bis maximal 35 Prozent, immer von den förderfähigen Kosten.

Gemeinderätin Monika Obermeyer berichtete von Stimmen aus der Bevölkerung, ob es vertretbar sei, für zwölf Kinder 1,436 Millionen Euro und damit pro Kind fast 120 000 Euro auszugeben und den Schuldenstand der Gemeinde zu verdoppeln. Ihr Kollege Jürgen Beyer gab zu bedenken, dass Ludwigschorgast mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens und der Kanalsanierung "Am Bahnhof" weitere größere finanzielle Herausforderungen zu meistern habe. Die SPD möchte zum Wohle der Kinder und der Gemeinde noch einmal über Zwischenlösungen, alternative Standorte oder Bauweisen diskutieren. red



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