Lichtenfels

Kreisverkehr für 560 000 Euro

Die Baumaßnahme an der Einmündung der Krappenrother Straße in die Kronacher Straße soll zügig umgesetzt werden. Stadtbaumeister Gerhard Pülz erläuterte sie dem Bauausschuss des Lichtenfelser Stadtrates.
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An der Einmündung der Krappenrother Straße in die Kronacher Straße ist ein Kreisverkehr geplant. Foto: Gerda Völk
An der Einmündung der Krappenrother Straße in die Kronacher Straße ist ein Kreisverkehr geplant. Foto: Gerda Völk

Im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Lichtenfels ist die Errichtung eines Kreisverkehrs an der Einmündung der Krappenrother Straße in die Kronacher Straße vorgesehen. Mittlerweile gibt es die neunte Planungsvariante, wie Stadtbaumeister Gerhard Pülz erläuterte. Allerdings scheint es zu pressieren, denn um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen, müssen die Anträge bis spätestens 1. September gestellt werden. Die reinen Baukosten für den Kreisverkehr bezifferte Pülz mit rund 560 000 Euro. Die vorgelegte Planung sieht einen Kreisverkehr mit 30 Metern Durchmesser, einer Verkehrsinsel am Ast Kronacher Straße und barrierefreiem Übergang vor.

Eine weitere Verkehrsinsel ist an den Ästen Krappenrother Straße und B 173 vorgesehen, allerdings aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen ohne Querungsfurt. Des Weiteren sieht die Planung den Erhalt aller Bäume vor.

Gastronomische Vorhaben

"Wenn die Leute auf eigene Faust roden, was nicht gerodet werden darf, oder einen Biergarten auf mehr als die genehmigte Fläche erweitern, dann gehört schon mal durchgegriffen. Sonst braucht man keinen Bauausschuss mehr." Und in diesem Fall fehlten auch noch die Unterschriften der Nachbarn. So wie Elke Werner (SPD) dachten viele im Bauausschuss des Lichtenfelser Stadtrates und verweigerten dem betreffenden Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen.

Es ging um einen Bauantrag auf Errichtung einer Außenschankfläche mit Nachgenehmigung und Erweiterung eines Biergartens und den Bau eines kombinierten Toiletten- und Lagergebäudes in Kösten. Es ist ein Bauvorhaben mit Vorgeschichte, wie Stadtbaumeister Gerhard Pülz erläuterte.

Wo einst ein rund tausend Quadratmeter großes schützenswertes Biotop war, entstand ein rund 800 Quadratmeter großer Bier- und Steingarten. Zudem fehlten bei dem Bauantrag die Entwässerungspläne, die naturschutzrechtliche Ausgleichsplanung und die Unterschriften der Nachbarn.

Gerade dem letztgenannten Aspekt maß die Verwaltung besondere Bedeutung zu, weil es zum guten Ton eines nachbarschaftlichen Verhältnisses gehört, die Nachbarn über das Vorhaben zu informieren. Allerdings scheinen manche nicht bereit zu sein, zu unterschreiben, wie Siegbert Koch (Bündnis 90/Die Grünen) erläuterte.

Gewölbekeller unter Marktplatz

Ein gastronomisches Vorhaben würde auch ein Bauherr gerne in Oberwallenstadt in der Schwalbenstraße 20 realisieren. In der Bauvoranfrage sollte zunächst die bauplanungsrechtliche Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens abgeklärt werden. Es ging um die Umnutzung eines bestehenden Ausstellungsraumes in einen Veranstaltungsraum mit Bar und Tanzfläche für 400 Gäste mit Öffnungszeiten bis in die frühen Morgenstunden (4 Uhr).

Da der Club nur in den Wintermonaten betrieben werden soll, konnte sich der Bauausschuss bei drei Gegenstimmen eine Ausnahmegenehmigung durchaus vorstellen. Während Christian Bauer (JB) den Investoren keine Steine in den Weg legen wollte, wies Siegbert Koch auf die bestehende Stadthalle hin: Da störe der Lärm auch keinen, deshalb müsse man das Vorhaben nicht genehmigen.

Grünes Licht gab es auch für die Bauvoranfrage für die Errichtung eines Gastro-Betriebes in einem Gewölbekeller unter dem Lichtenfelser Marktplatz. Der Bauherr plant die zeitweise Nutzung für Eventveranstaltungen wie Firmenfeiern. Ein dauerhafter Betrieb als Gaststätte ist nicht vorgesehen.

"Altstadt" auf Schildern

Begriffe wie Innenstadt, Marktplatz, Stadtmitte oder Zentrum soll es künftig auf Schildern nicht mehr geben, stattdessen nur noch den Begriff "Altstadt". Ein Begriff, mit dem im Allgemeinen ein historischer Stadtkern in Verbindung mit einer Fußgängerzone in Verbindung gebracht wird. Ferner schlägt die Verwaltung vor, zur besseren Orientierung auch die Ortsteile (Oberwallenstadt oder Seubelsdorf) mit eigenen Ortstafeln auszustatten.

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