christian Bauriedel

Es ist das beherrschende Thema in der Lokalpolitik Erlangen-Höchstadts: Die Verhaftung von Christian Pech, stellvertretender Landrat (SPD), wegen Verdachts auf Beihilfe zum Zollbetrug mit chinesischen Solarmodulen in Millionenhöhe. Gestern trat der Kreistag zusammen. Natürlich konnte Landrat Alexander Tritthart (CSU) nicht zur Tagesordnung übergehen, ohne ein Wort zu den schwerwiegenden Ermittlungen gegen seinen Stellvertreter zu verlieren. Es sei zu unterscheiden zwischen dem strafrechtlichen Sachverhalt und dem Disziplinarrecht. Zu Zweiterem stehe man in Verbindung mit der zuständigen Regierung von Mittelfranken. Was die strafrechtliche Dimension der Causa Pech anbetrifft, müsse man nun abwarten.
Wie tief ist Pech in die Machenschaften der Nürnberger Firma, bei der er als Mitarbeiter tätig ist, verstrickt? "Es gibt erhebliche Anzeichen, dass der Schuldvorwurf in dieser Form nicht zutrifft", sagt sein Nürnberger Anwalt Jürgen Lubojanski auf Anfrage des FT. Im Falle einer U-Haft sei von einem dringenden Tatverdacht auszugehen, betont dagegen Anita Traud, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Derzeit seien die drei Festgenommenen dringend tatverdächtig und säßen wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr hinter Gittern.