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Ebern
Lehrerverband

Kreisheimatpfleger blickte auf die Traditionen der Kirchweih

Genau vor fünf Jahren - ebenfalls bei der Februarveranstaltung des BLLV-Kreisverbandes Ebern - hielt Kreisheimatpfleger Günter Lipp einen Vortrag zum Thema "Wirtshaussterben". In dieser Woche ging es ...
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Günter Lipp referierte zum Thema Kirchweih und wusste von Besonderheiten zu berichten, obwohl er jährlich nur vier Kirchweihfeste im Altlandkreis Ebern besucht.  Foto: jf
Günter Lipp referierte zum Thema Kirchweih und wusste von Besonderheiten zu berichten, obwohl er jährlich nur vier Kirchweihfeste im Altlandkreis Ebern besucht. Foto: jf

Genau vor fünf Jahren - ebenfalls bei der Februarveranstaltung des BLLV-Kreisverbandes Ebern - hielt Kreisheimatpfleger Günter Lipp einen Vortrag zum Thema "Wirtshaussterben". In dieser Woche ging es ihm vor dem Lehrerverband um ein ganz anderes Thema, das den sperrigen Titel "Zur Kirchweih findet sich Jung und Alt in den Gasthäusern bei schlechter Musik zusammen" trug. Erstmalig fand die Veranstaltung in der Pizzeria "Luis" statt, nachdem Ende des vergangenen Jahres die Traditionsgaststätte "Zur Post" ihre Pforten geschlossen hatte; der Kreisverband Ebern im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband hatte sich nach einer neuen Bleibe umsehen müssen.

Eingangs berichtete die Vorsitzende Birgit Finzel von den einschneidenden Veränderungen im Schuldienst, die insbesondere die Grundschullehrer in den kommenden Jahren betreffen. Viel erheiternder wirkte dann der Vortrag von Günter Lipp auf die Zuhörer, den er in seiner gewohnt humorvollen Art darzubieten wusste.

Eingangs erläuterte der Referent den Namen Kirchweih und unterschied die Bezeichnung deutlich vom Patrozinium: zwei Feste im Kirchenjahr, die normalerweise kalendarisch getrennt sind (eine Ausnahme bildet hier Albersdorf). Ob Kirwa, Kerwa, Kerb, Kerm, Kirta, Kirchtag oder Kirmes - es handelt sich bei der Kirchweih laut Lipp um "den Zenit, also den Höhepunkt des Jahres". Die Termine für die Kirchweihtage wechselten im Laufe der Jahrhunderte und werden bis in die heutige Zeit immer mal wieder aus unterschiedlichen Gründen verlegt. Bekannt ist in diesem Zusammenhang die sogenannte Allerweltskirchweih am dritten Sonntag im Oktober.

Was den Ablauf der Kirchweihtage betrifft, so begannen diese in früheren Zeiten bereits am Donnerstag mit dem "Antrinken", am Freitag und Samstag fand dann das "Ein- und Ausläuten" statt, ehe zugleich am Samstag auch die offizielle Eröffnung war. Der Sonntag war dem Gottesdienst vorbehalten, und man erwartete diverse Verwandtenbesuche. Montag war dann der Tag des "Hahnenschlags" und abends wurde die Kirchweih "zu Grabe getragen". Manche der genannten Rituale haben sich bis in die heutige Zeit erhalten.

Zu den mannigfaltigen Bräuchen an Kirchweih gehörten unter anderem das Aufstellen des Kirchweihbaums, die Kirchweihpredigt, Kirchweihlieder, Musikanten und der Plantanz. Sehr wichtig waren und sind immer noch das gute Essen und Trinken. Lipp zitierte aus der Chronik vom Ammersee: "In zweimal vierundzwanzig Stunden wurde mehr verzehrt, was auf ein Vierteljahr zur guten Subsistenz einer Familie hingereicht hätte."

Örtliche Besonderheiten

Zu welchen Terminen Kirchweih in den einzelnen Gemeinden gefeiert wird, wusste Lipp ebenso zu berichten wie von einigen ortsüblichen Besonderheiten - zum Beispiel den beliebten Gaudi-Fußballspielen, Entenrennen und Ähnlichem.

Mit einem Zitat von Ludwig Thoma, der behauptet, "Kirchweih ist das größte Fest im ganzen Jahr", schloss der Kreisheimatpfleger seinen interessanten und amüsanten Vortrag.

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