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Kronach
Diskussion

"Kreis attraktiver machen"

"Es kann nicht sein dass die anderen die Autobahn und schnelle Zugverbindungen bekommen und wir die Stromleitungen", ärgerte sich SPD-Landtagskandidat Ralf Pohl bei einer Diskussion mit dem Kreisaussc...
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"Es kann nicht sein dass die anderen die Autobahn und schnelle Zugverbindungen bekommen und wir die Stromleitungen", ärgerte sich SPD-Landtagskandidat Ralf Pohl bei einer Diskussion mit dem Kreisausschuss Kronach im Bayerischen Beamtenbund. Eine Trasse würde bedeuten, dass eine neu gebaute Leitung nach Redwitz entweder neben der bestehenden eine neue daneben bekommt oder durch höhere Masten ersetzt wird. Der ebenso im Gespräch befindliche Umweg über Remptendorf quer durch den Landkreis Kronach nach Redwitz werde sehr teuer. Über eines müsse sich die Bevölkerung im Kreis klar sein: "Der Strom fließt dort, wo der Widerstand am geringsten ist."

Im Freistaat fehlen in der Verwaltung Mitarbeiter. Insbesondere auch Lehrer sind gesucht. Gerade im Lehramt versteht der Kronach-Lichtenfelser SPD-Landtagskandidat Pohl nicht, warum hier so viele Einstellungen befristet erfolgen. Nicht selten wanderten qualifizierte Leute dann in andere Bereiche der Wirtschaft ab und fehlten in den Klassenzimmern.

Befristung zurückfahren

Bernhard Kakoschke verlangte, dass auch im öffentlichen Dienst die Befristung von Arbeitsverhältnissen zurückgefahren werde. Deshalb ließen sich manche Stellen auch nicht besetzen. Wie soll jemand ein Leben planen, wenn er immer nur ein oder zwei Jahre eine Stelle bekomme, fragte Friedrich Schedel.

Die zentrale Herausforderung für das nordöstliche Oberfranken ist die Bevölkerungsentwicklung, betonte der SPD-Politiker, der in der zu Ende gehenden Wahlperiode erster Nachrücker war, aber nicht in den Landtag einzog. Pohl ist über den Verband "Hochschule und Wissenschaft" selbst Mitglied im Bayerischen Beamtenbund. "Wir verlieren massiv Einwohner im Landkreis Kronach." Nach den Prognosen soll die Bevölkerung bis 2036 von 67 600 auf 58 200 sinken, ein Verlust von 13,9 Prozent. Das würde die Region vor massive Herausforderungen stellen. Der Altersdurchschnitt werde erheblich steigen. Für viel weniger Leute müssten trotzdem Schwimmbäder, Straßen und Büchereien unterhalten werden. Die Wirtschaft sorge sich um Fachkräfte. "Was wird mit den Gebühren für Wasser und Abwasser? Gibt es genügend ambulante Pflegemöglichkeiten? Wir dürfen dies nicht einfach schlucken", betonte Pohl. "Wir müssen den Landkreis attraktiver machen, damit diese Prognosen nicht eintreffen."

Klar sprach sich der SPD-Politiker für den vierstreifigen Ausbau von Lichtenfels bis Kronach aus. Alle Parteien, alle Politiker müssten Druck machen, dass diese Anbindung verwirklicht wird. "Der versprochene Spatenstich, bis zu dem die Bagger rollen sollen, im Jahr 2018 kommt wohl nicht", sagte er in einem Seitenhieb auf eine Zusage des CSU-Landtagsabgeordneten vor einigen Jahren beim Beamtenbund.

Bei den Arbeitstätigen zeige der Kreis Kronach laut Statistischem Landesamt mit minus 4,3 Prozent den schlechtesten Wert in Bayern. "Wir brauchen auch mehr öffentliche Arbeitsplätze", forderte Pohl. rg

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