Erlangen

Krebs besser bekämpfen

Ein Erlanger Projekt untersucht Nebenwirkungen der Immuntherapie.
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"Die Immunonkologie hat die Krebsbehandlung revolutioniert", sagt Prof. Dr. Lucie Heinzerling, Oberärztin der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen. "Doch über einige Nebenwirkungen der neuen Tumortherapien ist noch zu wenig bekannt - das wollen wir mit einem speziellen Online-Register ändern."

Dank einer großzügigen Förderung können Lucie Heinzerling, die den Bereich Dermatoonkologie der Erlanger Hautklinik leitet, und ihr Team dieses Vorhaben schneller in die Tat umsetzen: Die Anschubfinanzierung in Höhe von 100 000 Euro wird von der Bristol-Myers Squibb-Stiftung Immunonkologie übernommen, teilt die Uni Erlangen mit. "So ein Register hilft, Krankheitsverläufe besser zu verstehen", begründet Michael May, Mitglied des Stiftungsvorstands, die Förderzusage. "Und dadurch verbessert sich für die Patienten dank der Immuntherapie nicht nur die Behandlung der Krebs-erkrankung, sondern auch die Lebensqualität."

Online-Plattform für Ärzte

Seit über zehn Jahren untersucht Lucie Heinzerling zusammen mit Kollegen in Erlangen, Europa und den USA seltene und komplexe Nebenwirkungen der neuartigen Immuntherapien, die bislang insbesondere beim Melanom, dem sogenannten Schwarzen Hautkrebs, durchgeführt wurden. Da Immuntherapien zunehmend auch bei anderen Tumorerkrankungen und in früheren Stadien zum Einsatz kommen, wird das gute Management von Nebenwirkungen immer relevanter.

Das Register, das die Erlanger Wissenschaftlerin und ihr Team bisher aufgebaut haben, soll nun in Kooperation mit dem Paul-Ehrlich-Institut als Online-Plattform Ärzten, die onkologische Patienten betreuen, zugänglich gemacht werden.

Ziel dieser umfassenden Vernetzung ist es laut Pressemitteilung der Uni, die Erfahrungen der Spezialisten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zum Wohl der Patienten zu bündeln. So besteht insbesondere für neurologische Nebenwirkungen eine enge Kooperation mit der Charité - Universitätsmedizin Berlin. "Die großzügige Förderung unterstützt uns genau in der sensiblen Pilotphase und gewährleistet die Datenauswertung für ein ganzes Jahr", freut sich Heinzerling. red

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