Limbach

Kräuter schützen

Die katholische Kirche feiert am morgigen Donnerstag "Mariä Himmelfahrt". Ein besonderes Ereignis ist das für Limbach.
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Eine besonders eindrucksvolle Kräuterweihe findet alljährlich im Ebelsbacher Gemeindeteil Schönbach statt. Hier werden die Würzbüschel zu einem regelrechten Kegel aufgeschichtet.  Foto: Obst- und Gartenbauverein Schönbach
Eine besonders eindrucksvolle Kräuterweihe findet alljährlich im Ebelsbacher Gemeindeteil Schönbach statt. Hier werden die Würzbüschel zu einem regelrechten Kegel aufgeschichtet. Foto: Obst- und Gartenbauverein Schönbach

Am Donnerstag, 15. August, feiert die katholische Kirche das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Papst Pius XII. hatte am 1. November 1950 feierlich das Dogma verkündet: "Nach Ablauf ihres irdischen Lebens wurde die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen." In Limbach werden alle Marientage gefeiert. Und "Mariä Himmelfahrt" ist ein besonderes Fest für die dortige Pfarrgemeinde: Der 15. August "Mariä Himmelfahrt" ist das Hauptfest.

Um 7.45 Uhr kommt die Fußwallfahrt aus Zell und feiert in der Wallfahrtskirche den Gottesdienst. Um 9 Uhr ist das Hochamt mit der Kräuterweihe durch Wallfahrtspfarrer Ottmar Pottler. Der Kindergarten bietet Würzbüschel an. Um 11 Uhr ist die Pilgermesse mit Kräuterweihe mit Pater Ludwig Schuhmann SJ, Priesterseelsorger für die Diözese Würzburg. Um 14 Uhr ist Festandacht in der Wallfahrtskirche und sakramentale Prozession zum Gnadenbrünnlein um die Kirche.

Pfarrfest

Mit diesem kirchlichen Fest ist in Limbach das Pfarrfest verbunden. Nach den Gottesdiensten gibt es in der Pilgerhalle Frühstück. Um die Mittagszeit wird ein Mittagessen angeboten. Am Nachmittag findet um die Pilgerhalle das Pfarrfest statt. Der Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung laden alle Einheimischen und Gäste dazu ein.

Theologische Betrachtung

Was bedeutet "Mariä Himmelfahrt" in der katholischen Kirche? Auf diese Frage gibt das Bistum Würzburg Hinweise: In den rund 1700 überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns haben am Donnerstag, 15. August, Fabriken und Geschäfte geschlossen: Gefeiert wird das Hochfest "Mariä Himmelfahrt". In Unterfranken sind nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik 268 von insgesamt 308 Gemeinden überwiegend katholisch. Hinter "Mariä Himmelfahrt" verbirgt sich, theologisch korrekt gesprochen, das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel.

Traditionell mit dem Hochfest verbunden ist der Brauch der Kräuterweihe. Sieben oder neun bis 77 Kräuter sind es, die traditionell in den Weih- oder Würzbüschel, Marienwisch, Würzwisch oder Sangen genannten Sträußen zu finden sind. Darunter Johanniskraut, Kamille, Minze, Wermut, Wohlmut, Majoran, Holunder, Beifuß, Schafgarbe, Basilikum und Sonnwendkraut. Dazwischen sind mitunter auch eine Königskerze, eine Rose oder Getreideähren vertreten. Die Kräuterbüschel sollen nach Volksglauben vor Unwettern oder Krankheiten schützen, indem sie auf dem Dachboden aufgehängt, im Herd verbrannt oder dem Essen oder Viehfutter beigemischt werden. In manchen Gegenden werden die Pflanzen und Kräuter, die am "Mariä-Himmelfahrts"-Tag in den Kirchen geweiht werden, auch Kindern und Jungvermählten ins Bett oder Toten in den Sarg gelegt. Das Marienfest war einst auch der Tag der Apotheker und Drogisten, der Gärtner und Blumenhändler, der Gewürzkrämer und Parfümeure.

Hintergründe

Der Brauch der Kräuterweihe geht bis in die vorchristliche Zeit zurück. Schon die Ägypter, Griechen, Römer und die germanischen Völker kannten die Heilkraft bestimmter Pflanzen. Im Mittelalter wurde der Brauch christianisiert, indem die Wirkung der Gewächse auf Gott und die Fürsprache Marias zurückgeführt wurde. Die frühesten Belege stammen aus dem zehnten Jahrhundert. Die christliche Legende, die der Kräuterweihe zugrunde liegt, dreht sich um die Himmelfahrt Marias: Als die Apostel nach drei Tagen das Grab der Muttergottes öffneten, fanden sie statt des Leichnams duftende Blumen und Kräuter darin.

Zu "Mariä Himmelfahrt" beginnt der "Frauendreißiger", der bis zum Fest "Mariä Geburt" am 8. September beziehungsweise bis "Mariä Schmerzen" am 15. September gezählt wird. In dieser Zeit sind die hiesigen Kräuter voll ausgereift. Die teils darin vorhandenen Gifte sollen ihre Schärfe verloren haben. Auch dieses christliche Brauchtum lässt sich auf das Fasten der Germanen vor den Erntefesten zurückführen.

An zahlreichen Wallfahrtsorten im Bistum Würzburg werden "Mariä Himmelfahrt" und die folgenden Marienfeste besonders feierlich begangen. Als beeindruckend gilt die Feier am Maria Ehrenberg/Rhön. red/pow

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