Pommersfelden

Korrekt bis hinters Komma

Nach 52 Jahren gibt Eleonore Kahl die Kasse der evangelischen Kirchengemeinde Pommersfelden in neue Hände. Sie hat nach jedem Gottesdienst die Einlagen zur Bank gebracht.
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Für Eleonore Kahl war es eine Ehrensache, ihre Aufgabe gewissenhaft zu erfüllen. Foto: Evi Seeger
Für Eleonore Kahl war es eine Ehrensache, ihre Aufgabe gewissenhaft zu erfüllen. Foto: Evi Seeger

Wie viel Geld in dieser Zeit durch ihre Hände gegangen ist, kann Eleonore Kahl nicht sagen. Es dürfte eine ziemlich große Summe zusammenkommen. Die heute 90-Jährige betreut seit mehr als 50 Jahren die Kasse der evangelischen Kirchengemeinde Pommersfelden. Zu Beginn dieses Jahres legt sie die Aufgabe in die Hände von Claudia Zwanziger.

Kirchenpflegerin heißt dieses Amt, das Eleonore Kahl im Jahr 1967 von ihrem verstorbenen Vater Georg übernommen hat. Nahtlos ging es von ihm an die Tochter über. "Das machen Sie weiter", hat der damalige Pfarrer nicht lange gefackelt. Obwohl Eleonore Kahl, 38 Jahre alt und Mutter von fünf Kindern, alle Hände voll zu tun hatte. Dazu kam noch die Arbeit in der Gärtnerei, die sie gemeinsam mit ihrem Mann aufbaute.

Unter vier Pfarrern tätig

Dennoch war es für "Lore" eine Ehrensache, auch die neue Aufgabe äußerst gewissenhaft zu erfüllen. Das bedeutete, in jedem Gottesdienst die "Einlagen" der Kirchenbesucher mit nach Hause zu nehmen, sorgfältigst darüber Buch zu führen und sie schließlich zur Bank zu bringen. Denn alle Finanzangelegenheiten laufen - nach Unterschrift durch den jeweiligen Pfarrer - über Bamberg. Nach Pfarrer Sebastian, unter dem sie antrat, hat Eleonore Kahl ihr Ehrenamt unter den nachfolgenden Pfarrern Lindenberg, Becher und - bis heute - Pfarrer Andreas Steinbauer ausgeübt. "Lore Kahl hat über den Wechsel der Zeiten hinweg die Finanzen der Kirchengemeinde Pommersfelden immer enorm zuverlässig und gewissenhaft verwaltet", lobt Pfarrer Steinbauer die Arbeit der langjährigen Kirchenpflegerin. Es sei ihr immer ein großes Anliegen gewesen, die Kirchengemeinde gut versorgt zu sehen.

Dass immer alles auf Heller und Pfennig gestimmt hat, entspricht der Natur von Eleonore Kahl. Allerdings - mit den Pfennigen hatte sie es nicht so. Da hat sie die Einnahmen lieber aus der eigenen Tasche aufgerundet. In den Anfangsjahren musste sogar noch das "Kirchgeld", das heute von den Gemeindemitgliedern einfach überwiesen wird, persönlich eingesammelt werden. Über die Kasse der Kirchenpflegerin laufen bis zum heutigen Tag außerdem die Gebühren, die für Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen anfallen.

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