Neudrossenfeld
Treffen

Konzertina-Spieler aus ganz Oberfranken begeistern im "Bräuwerck"

Man hört sie nicht so oft, die Konzertina, dieses wechseltönige Instrument mit etwa 50 Knöpfen. Beim 23. Konzertina-Treffen im "Bräuwerck" gab es sie aber k...
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Heinz Holzmann (links) und Bernd Kremmling Foto: Horst Wunner
Heinz Holzmann (links) und Bernd Kremmling Foto: Horst Wunner
Man hört sie nicht so oft, die Konzertina, dieses wechseltönige Instrument mit etwa 50 Knöpfen. Beim 23. Konzertina-Treffen im "Bräuwerck" gab es sie aber konzentriert zu genießen, gelegentlich von Geige, Klarinette und Akkordeon begleitet.
Der erste Ton erklingt - und man unterliegt sofort der Faszination dieses diatonischen Instruments, das so reich an Tonmalerei ist und daher eine ganz eigene Magie verströmt. Und es eignet sich für alle Musikrichtungen, die den vierstündigen Nachmittag so abwechslungsreich machen.
Fränkische Rheinländer, Schottisch und Polkas, Sehnsuchtsvolles und Deftiges erfreuen die Besucher, sogar das charismatische spanische Lied "Como llora una estrella" reiht sich ein. Da stehen ein 17- und ein 88-Jähriger auf der Bühne.
Fingerschnelle Läufe lösen melancholische Passagen ab und Volkslieder gängige Schlager. Heimatgefühle und Weltoffenheit durchwehen den Saal. Die Konzertinaspieler kommen aus dem Fichtelgebirge, dem Frankenwald und dem Erzgebirge. Und auch aus dem Bayreuther und Kulmbacher Land.


Bejubeltes Debüt

Dann richten sich alle Augen auf Theo Knopf aus Oberobsang, dem Konzertinameister aller Tonarten. Die Gruppe "Pastyrik" ist ein treffliches Sextett, die Bayreuther Susanne und Michael Grauvogel geben ein bejubeltes Debüt mit Konzertina und Klarinette.
Nach dem Tod des unvergessenen Georg Haberstumpf von der "Eggenreuther Stubenmusik" ist im Raum Kulmbach noch Bernd Kremmling aus Untersteinach aktiv. Er sorgt mit einer Tauschbörse auch dafür, "dass dieses Instrument nicht vergessen auf dem Dachboden verstaubt, sondern wieder unter die Musikanten kommt".
Kremmling selbst hat 1981 bei Fritz Pastyrik das Spielen gelernt. "Jetzt trete ich etwas kürzer, kann aber immer noch wertvolle Tipps geben", sagt er. Jeden Montag spiele er bei einem Musikantenstammtisch in Rauhenberg bei Döbra mit. Auf die Frage, ob die Konzertina eine Zukunft habe, überlegt er kurz und meint dann: "Sie wird nicht sterben." Jedoch werde es immer schwieriger, Fachpersonal zum Reparieren zu finden. Heinz Holzmann aus Fölschnitz, ein lupenreiner Amateur, hört zu und bricht eine Lanze für die Konzertina: "Ich habe von meinem Großvater Hans eine Chemnitzer Konzertina geerbt, die halte ich in Ehren."
Das Publikum singt begeistert mit, jeder ist zufrieden. Als verbindliche Moderatorin führt Carolin Pruy-Popp durch das Programm, sie leitet die Beratungsstelle für Volksmusik in Oberfranken in Bad Berneck.
Stellvertretender Landrat Dieter Schaar spricht von "gelebter Heimat". Auch Bürgermeister Harald Hübner ist gekommen.
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