Trebgast

Konzept für die Johanneskirche

Das Trebgaster Gotteshaus soll mit Hilfe europäischer Fördergelder besser beworben und erschlossen werden.
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Pfarrer Peter Ahrens und Kirchenvorstand Henri Schulz zeigten dem Projektteam vom Verein "Markgrafenkirchen e. V.", Jutta Geyrhalter, Pfarrer Hans Peetz und Ute Steininger, den Altarraum mit dem Taufengel. Mit dabei die Kirchenvorstände Christine Diersch und Hannelore Fronzek (von rechts). Foto: Dieter Hübner
Pfarrer Peter Ahrens und Kirchenvorstand Henri Schulz zeigten dem Projektteam vom Verein "Markgrafenkirchen e. V.", Jutta Geyrhalter, Pfarrer Hans Peetz und Ute Steininger, den Altarraum mit dem Taufengel. Mit dabei die Kirchenvorstände Christine Diersch und Hannelore Fronzek (von rechts). Foto: Dieter Hübner

Die fränkischen Markgrafen hinterließen auch im Bayreuther und Kulmbacher Raum nicht nur prunkvolle Residenzen, die bisweilen auch ihre finanziellen Möglichkeiten sprengten. Als geistliche Obrigkeit setzten sie mit repräsentativen Kirchen Denkmäler, die zugleich auch ein Zeichen für ihre Reformpolitik waren. Für die Gestaltung wurden die besten Künstler verpflichtet, so dass manche von außen schlicht erscheinende Dorfkirche im Innern durchaus wahre Schätze aufweisen kann. Diese Kirchenbaulust begann im 17. Jahrhundert und kam im 18. Jahrhundert unter Markgraf Friedrich und Markgräfin Wilhelmine zur Blüte.

Kirchen sollen eine Marke werden

Um das vom Kirchenkreis Bayreuth angestoßene Projekt "Markgrafenkirchen entdecken" zu unterstützen, wurde 2017 der Verein "Markgrafenkirchen" gegründet. Dem Verein gehören bereits über 70 Mitglieder an, darunter Landkreise, Städte, Gemeinden, Dekanatsbezirke und Kirchengemeinden und etliche Privatpersonen. Ziel ist es, die Markgrafenkirchen in der Region mit ihrer architektonischen und kunstgeschichtlichen Bedeutung besonders in kultureller und touristischer Hinsicht weiter zu erschließen, als Denkmäler mit ihrer Geschichte bekannter zu machen und als eine Marke zu etablieren.

Die Bedeutung dieses Vorhabens lässt sich daraus erkennen, dass sich das europäische Leader-Programm mit 403 000 Euro an den Projektkosten von 690 000 Euro beteiligt. Den Förderbescheid übergab Staatsministerin Michaela Kaniber im Herbst 2018 in Himmelkron an Regionalbischöfin Dorothea Greiner. Von den über 100 Barock-Kirchen im Markgrafen-Stil, die in Oberfranken beheimatet sind, wurden 58 für die Teilnahme an diesem Projekt ausgewählt.

Großes Pfarrhaus

Eine davon ist die Trebgaster Johanneskirche, die hoch über dem Ort schon von weitem zu sehen ist. Sie bekam jetzt Besuch vom Vereinsvorsitzenden Pfarrer Hans Peetz, der Projektleiterin Jutta Geyrhalter und Assistentin Ute Steininger. Im Pfarrhaus - mit 600 Quadratmetern einem der größten evangelischen in Bayern - erklärten sie Pfarrer Peter Ahrens und Mitgliedern des Kirchenvorstands, welche Maßnahmen mit den Leader-Mitteln finanziert werden, die der Kirchengemeinde weiterhelfen können.

Das entwickelte umfassende Konzept sieht beispielsweise eine Beschilderung, große Informationstafeln, Tourismusflyer und -führer, sowie Broschüren zur Kirche vor. Aber auch touristische Kontakte mit einer Plattform für Kulturveranstaltungen, sowie Wander- und Radtouren sind geplant. Pfarrer Hans Peetz kündigte ebenfalls einen Profi an, der Fotos von außerhalb und innerhalb der Kirche aufnehmen wird.

Führer ausbilden

Vorgesehen ist weiterhin die Ausbildung von Kirchenführern, die den Besuchern historische, kunstgeschichtliche und theologische Hintergründe vermitteln können. Dazu gehört auch die Erstellung von entsprechendem Begleitmaterial. Bei der anschließenden Besichtigung konnten sich die Gäste von der Schönheit der Markgrafenkirche überzeugen. So kann sich Pfarrer Hans Peetz immer wieder an den Stuckarbeiten begeistern, die 1744 von dem am Bayreuther Hof tätigen Italiener Jeronimo Francesco Andrioli an der Decke angebracht wurden.

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