Forchheim
KOMMENTAR von Ekkehard Roepert

Konkurrenz bremst Entwicklung im Stadt-Norden

Seit 1996 zieht sich die Planung für den ICE-Ausbau in Forchheim hin. Ungezählt sind die Empörungsschreie, die seitdem aus der Politik und der Bevölkerung zu hören waren. Immer wieder entstand der Ein...
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Seit 1996 zieht sich die Planung für den ICE-Ausbau in Forchheim hin. Ungezählt sind die Empörungsschreie, die seitdem aus der Politik und der Bevölkerung zu hören waren. Immer wieder entstand der Eindruck, die Bahn sei übermächtig und mache was sie wolle. Jetzt, da nach jahrelanger Verunsicherung feststeht, dass der Haltepunkt Forchheim-Nord tatsächlich gebaut wird, lässt sich rückblickend feststellen: Bahn und Eisenbahnbundesamt sind Planer, die selbstgefällig und ignorant rüberkommen können, wenn es um die Belange der Bürger geht - doch übermächtig sind sie nicht. Das hat der Kampf der Bürgerinitiative (BI) Forchheim Nord gezeigt. Wie der CSU-Kreisrat Eduard Nöth zu Recht betont, habe die BI "Unendliches geleistet". Tatsächlich gäbe es ohne sie den Haltepunkt Forchheim-Nord gar nicht. Aber leider hat Nöth auch Recht mit dem Hinweis, dass Stadt und Landkreis nicht genügend für das Projekt gekämpft haben.

Es bleibt dieser Eindruck: Die Konkurrenz zwischen Landkreis und Kreisstadt; das ängstliche Hüten des je eigenen Budgets; und die Erwartung, der jeweils andere sei für jene Ausgaben zuständig, die man selbst nicht riskieren will, all dies hat einen Bahnhofs-Infrastruktur verhindert, die gerade im Stadt-Norden dringend nötig wäre. Denn im Norden hat die Stadt eine große Entwicklung vor sich. Sogar die Bahn hatte lange mit einem zweiten Zugang am Haltepunkt-Nord geplant. Nun entsteht ein Bahnhof für Schüler. Die 8000 Einwohner des Stadtnordens kommen, betrachtet man die Planungen der Wege-Infrastruktur, als S-Bahn-Nutzer nicht vor. Ein gebremster Bahnhof also - und hoffentlich kein Bahnhof des Stillstands.



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