Herzogenaurach
Flächenmanagement

Kommunen gründen Verein

Für Eingriffe in Natur und Landschaft ist nach Naturschutzrecht sowie gegebenenfalls nach weiteren Fachgesetzen ein Ausgleich zu leisten. Die Möglichkeit zur Bereitstellung geeigneter Flächen ist in H...
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Für Eingriffe in Natur und Landschaft ist nach Naturschutzrecht sowie gegebenenfalls nach weiteren Fachgesetzen ein Ausgleich zu leisten. Die Möglichkeit zur Bereitstellung geeigneter Flächen ist in Herzogenaurach seit Jahren kaum noch möglich. Nach der Bayerischen Kompensationsverordnung muss der Ausgleich im gleichen Naturraum wie der Eingriff erfolgen. Die Stadt Herzogenaurach liegt in der Naturräumlichen Haupteinheit 113 - Mittelfränkisches Becken.

Kompensationsflächen können auch in anderen Gemeinden des Naturraums liegen. Wie Bürgermeister German Hacker (SPD) mitteilt, wurde deswegen im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses beschlossen, dass die Stadt Herzogenaurach die Gründung eines Vereins zum Interkommunalen Kompensationsmanagement im Mittelfränkischen Becken unterstützt und diesem als Gründungsmitglied beitritt. Die Stadt Erlangen habe bereits einen analogen Beschluss gefasst, in weiteren Städten und Gemeinden würden entsprechende Tagesordnungspunkte in den nächsten Wochen behandelt.

Kompensationsflächen würden derzeit bereits von Betreibern privater Ökokonten sowie interessierten Landwirten angeboten. Lage und Typ der Ausgleichsflächen sei jedoch vom jeweiligen Eigentümer abhängig und in der Regel nicht in ein (landschafts-)planerisches Konzept eingebunden. Das Thema Ausgleichsflächen betreffe damit den verstädterten wie den ländlichen Raum in unterschiedlicher Ausprägung. Durch die Gründung eines Vereins zum Interkommunalen Kompensationsmanagement im Mittelfränkischen Becken solle eine Struktur geschaffen werden, die die Interessen der beteiligten Kommunen zusammenführt.

Der zu gründende Verein könne auf verschiedenen Tätigkeitsfeldern aktiv sein, zum Beispiel in der Vermittlung von Kompensationsflächen (nach fachlichen Kriterien), in der Planung (aktive Flächensuche und überörtliche Konzepte), in der Organisation von Unterhalt und Pflege sowie bei der Vorbereitung einer vertieften Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ökokonto.

Grüne fordern öffentliche Debatte

Die Fraktion der Grünen fordert währenddessen, diesen Punkt in der nächsten Stadtratssitzung noch einmal öffentlich zu behandeln. Die Thematik besitze die notwendige Relevanz, schreibt Fraktionssprecher Peter Simon. Alternativ schlägt er vor, öffentlich darüber abzustimmen, ob der Stadtrat sich in seiner nächsten Sitzung zumindest inhaltlich noch einmal mit dem Thema beschäftigen soll. red

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