Bad Staffelstein

Kommando-Pkw auf Spendenbasis

Die Staffelsteiner Feuerwehr hat 25 000 Euro zusammengetragen. Dafür soll nun ein Führungskräftefahrzeug angeschafft werden. Dennoch gibt es Diskussionsbedarf.
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Geländegängigkeit ist Grundvoraussetzung: Das Kommandofahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Staffelstein könnte ähnlich aussehen wie das der Kollegen in Steinbach am Wald.  Foto: Steffen Kauschke/Feuerwehr Steinbach am Wald
Geländegängigkeit ist Grundvoraussetzung: Das Kommandofahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Staffelstein könnte ähnlich aussehen wie das der Kollegen in Steinbach am Wald. Foto: Steffen Kauschke/Feuerwehr Steinbach am Wald

Schon vor vier Jahren kam innerhalb der Führung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Staffelstein der Wunsch auf, ein Kommandofahrzeug zu erhalten. Da dieses nicht im Feuerwehrbedarfsplan verankert ist, gab der Stadtrat in der Novembersitzung 2016 kein "grünes Licht". In der jüngsten Sitzung sah das anders aus: Einmütig stimmten die Räte für die Anschaffung, die die Stadt letztlich keinen Cent kostet.

Nicht aber, ohne sich vorher rechtlich abzusichern. "Wir haben damals die Beschaffung so lange zurückgestellt, bis die Aufgaben aus dem Feuerwehrbedarfsplan abgearbeitet sind, haben aber gleichzeitig der Feuerwehr zugesichert, dass wir bei einer alternativen Finanzierungsmöglichkeit, beispielsweise durch Spenden, die Beschaffung vorziehen könnten", erinnerte Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) in seinen einleitenden Worten.

Geeignetes Fahrzeug gefunden

Genau das war nun geschehen: Die Feuerwehr hatte die 25 000 Euro für Fahrzeug und nötige Umbauten, beispielsweise für Signalanlagen für Sonder- und Wegerecht, aufgebracht. Und auch der Bürgermeister hatte bei Mäzenen das ein oder andere gute Wort eingelegt. Zumindest bestritt er es nicht, als er von Stadtratskollegen darauf angesprochen wurde. "Ein geeignetes Fahrzeug wäre verfügbar", sagte der Rathaus-Chef. Jürgen Hagel lobte namens der CSU-Fraktion das Engagement der Feuerwehrleute um Kommandant Stefan Liebl: "Dass eine Feuerwehr in der heutigen Zeit eine solche Spendensumme zusammenbekommt, ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist nicht hoch genug anzurechnen." Auch Winfried Ernst (Freie Wähler) würdigte die Stützpunktwehr, führte aber an, dass Kreisbrandrat Timm Vogler das Kommandofahrzeug in seiner Stellungnahme nicht befürwortete, was für ihn Fragen aufwerfe. "Wir sind im Begriff, ein Leuchtturmprojekt anzuschaffen. Nichtsdestotrotz stehen wir zu unserer Zusage", bekräftigte Ernst. "Und wir hoffen, dass es dann auch anderen Wehren im Stadtgebiet zur Verfügung steht."

Nicht der erste im Landkreis

Wichtig war seinem Parteikollegen Hans Bramann, ganz besonders deutlich in die Beschlussvorlage hineinzuschreiben, dass eine eventuell in einigen Jahren notwendige Ersatzbeschaffung keine Pflichtaufgabe der Stadt darstelle. Bürgermeister Kohmann und die anderen Räte hatten keine Einwände gegen diesen unmissverständlichen Vermerk. Der Beschluss zur Beschaffung eines Kommandowagens fiel einstimmig.

"Wir benötigen ein geländegängiges Fahrzeug mit Allradantrieb, mit dem wir im Bedarfsfall zur Erkundung auch mal auf den Staffelberg kommen oder zu entlegenen Waldbränden gelangen", erklärt Stefan Lieb, der Kommandant der Stützpunktfeuerwehr, auf Nachfrage dieser Redaktion. Oder an entlegene Stellen an einem der Seen, der mal wieder umzukippen drohe. "Es kann aber auch eingesetzt werden, wenn eine Besprechung für eine Brandmeldeanlage oder im Rathaus stattfindet. Da macht es wenig Sinn, eines der Löschfahrzeuge aus der Halle zu holen."

Eine Automatikschaltung soll der Kommandowagen auch haben, so dass sich die Kommandanten, Zug- oder Gruppenführer auf Wichtigeres konzentrieren können. 280 Briefe haben der Kommandant und sein Führungsteam zu den Firmen im Staffelsteiner Land gebracht, mit der Bitte, sie bei der Anschaffung zu unterstützen. Wohlgemerkt: persönlich, um das Porto zu sparen.

Im Landkreis Lichtenfels gibt es übrigens schon einen Kommandowagen für eine Feuerwehr: Der Stadtkommandant der Kreisstadt Lichtenfels hat ein solches Auto zur Verfügung. Und natürlich auch der Kreisbrandrat.

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