Kronach
Feuerwehr

Kommandant Martin Panzer begründet seinen Rücktritt

Marco Meissner Bereits zum Jahreswechsel informierte der Kronacher Feuerwehrkommandant Martin Panzer darüber, dass er das Ende seiner Dienstzeit vorzeitig g...
Artikel drucken Artikel einbetten
Martin Panzer
Martin Panzer
+1 Bild
Marco Meissner

Bereits zum Jahreswechsel informierte der Kronacher Feuerwehrkommandant Martin Panzer darüber, dass er das Ende seiner Dienstzeit vorzeitig gekommen sieht (wir berichteten). In der Hauptversammlung der Kronacher Wehr ging er erstmals öffentlich auf seine Gründe ein und ließ dabei zwischen den Zeilen lesen.
"Nach vielen Überlegungen, Gedanken, persönlichen Gründen und Unstimmigkeiten habe ich mich entschlossen, mein Amt nach neun Jahren als Erster Kommandant zum 1. Januar 2019 zur Verfügung zu stellen", begründete er in seiner Ansprache seine Entscheidung. Er hob hervor, dass der Entschluss nichts mit der Mannschaft zu tun habe, auf die immer Verlass sei. Er sprach allerdings an, dass man in der Verantwortung stehend auch Kritik ausgesetzt sei. Es gebe immer andere, die meinten, es besser zu wissen oder zu können. "Nur müssen diese nichts verantworten", so der Kommandant. In seiner Funktion trage er hingegen "ganz viel Verantwortung".
Mit dieser Aussage verknüpfte er die Erkenntnis, dass derjenige, der Kommandant ist, auch über alles informiert sein sollte, wenn es sich um das Thema "Feuerwehr" dreht. Offenbar fühlte er sich in dieser Hinsicht übergangen. Und allem Anschein nach auf kommunaler Ebene. Denn Panzer fügte an: "Auch sollte dieser (der Kommandant; Anm. d. Red.) der Ansprechpartner für den Bürgermeister und Stadtrat sein, wenn es um die Feuerwehr geht, wenn Fragen auftauchen."
Auf unsere Nachfrage stellte Martin Panzer am Dienstagabend fest, dass er sich zurzeit nicht detaillierter zu diesem Thema äußern möchte. "Es stehen noch Gespräche aus", betonte der Kommandant.
Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) respektiert die Entscheidung des Kommandanten, sein Amt niederzulegen. Er bedauert aber, damit einen Fachmann und einen Feuerwehrmann mit Leib und Seele an der Spitze der Wehr zu verlieren.
Dass es nun Personen gibt, die ihm und Panzer ein schlechtes Miteinander andichten wollen, ist für das Stadtoberhaupt nicht nachvollziehbar. Beiergrößlein räumt ein, dass in einer so langen Zusammenarbeit natürlich auch mal einzelne Unstimmigkeiten geben kann. Doch wo sei das in einer solchen Situation nicht der Fall? Und große Probleme kann er beim Blick in die Vergangenheit nicht ausmachen.
"Ich habe mit Martin keine Baustelle offen - und ich will auch keine mit ihm aufmachen!", betonte der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung. Dafür schätze er Panzer zu sehr. Der Kommandant sei von ihm in Feuerwehrangelegenheiten stets auf dem Laufenden gehalten und zu allen Terminen eingeladen worden, unterstreicht Beiergrößlein. Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut. Und an einem Punkt sei ganz klar zu erkennen, dass hier nicht aus Ärger gehandelt wurde. "Martin hat nicht hingeschmissen", geht Beiergrößlein auf einen längeren Entscheidungsprozess des Kommandanten ein, in den viele, auch persönliche Überlegungen hineingespielt hätten. Und Panzer wolle sein Amt ja noch bis zum Jahresende ausführen. "Man sieht also, dass es keine ad-hoc-Entscheidung war."
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren