Coburg

Königliche Liebe in der Ehrenburg

Das Musical "Albert und Victoria - Die Liebe des 19. Jahrhunderts" wird im Jubiläumsjahr jetzt wieder aufgeführt. Wohl zum letzten Mal.
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Marie-Sophie Weidinger und Valentin Fruntke kehren noch einmal als Queen Victoria und Prinz Albert in die Ehrenburg zurück.  Foto: Liliana Frewel
Marie-Sophie Weidinger und Valentin Fruntke kehren noch einmal als Queen Victoria und Prinz Albert in die Ehrenburg zurück. Foto: Liliana Frewel

Diese Produktion war 2016 eine große Überraschung. Und sie wurde zum Liebling Tausender Theatergänger: das Musical "Albert und Victoria - Die Liebe des 19. Jahrhunderts", aufgeführt an authentischem Ort, im Riesensaal der Ehrenburg und dann aufgrund der großen Nachfrage auch 2017 in neun weiteren Vorstellungen zelebriert. Im Jubiläumsjahr, zum 200. Geburtstag von Albert und Victoria, wird es jetzt erneut gezeigt.

Ihre Liebe ging in die Geschichte ein. Sie galten als das Traumpaar der britischen Monarchie im 19. Jahrhundert. Trotzdem wurde ihre außergewöhnliche Beziehung fast nie zum Stoff von Theaterinszenierungen. Rund 180 Jahre nach ihrer Hochzeit ist die besondere Liebes- und Lebensgeschichte von Queen Victoria und Prinz Albert zum Inhalt eines Musicals geworden. "Albert und Victoria - Die Liebe des 19. Jahrhunderts" lautet der Titel des bislang einzigen Musicals über das königliche Traumpaar. Zum Jubiläum des 200. Geburtstags von Queen Victoria und Prinz Albert, das die Stadt Coburg mit verschiedenen Veranstaltungen feiert, wird das Musical ab Ende August an zehn Terminen vorerst letztmals aufgeführt. Wenige Tage nach dem 200. Geburtstag von Prinz Albert im historischen Riesensaal von Schloss Ehrenburg. An jenem Ort, an dem sich Königin Victoria und Prinz Albert im 19. Jahrhundert bei ihren Coburg-Besuchen gerne aufhielten.

Im Musical dient der prächtige Saal mit seiner kunstvollen Stuckdecke und den imposanten Atlas-Figuren, die ihm seinen Namen gaben, als Kulisse für die königliche Hochzeit, eine Ballszene und die außergewöhnliche Liebesgeschichte des Paares. Geschrieben und komponiert wurde das Musical von der freischaffenden Sängerin, Schauspielerin und Autorin Ulrike Barz-Murauer, früher am Landestheater Coburg engagiert, die auch Regie führt und 2008 auf die außergewöhnliche Geschichte aufmerksam geworden war.

Neugierig geworden, habe sie nachgeforscht und festgestellt, "dass man in jeder Monarchie Europas mindestens einen Coburger findet". Die Coburger Fürstenfamilie hat damals eine geschickte Heiratspolitik verfolgt. Das Besondere an der Beziehung von Albert und Victoria war allerdings, dass es sich um eine Liebesheirat handelte.

Aus Briefen und Tagebüchern

Wie sich Albert und Victoria zum ersten Mal im Alter von 17 Jahren begegneten, wie sie sich schließlich drei Jahre später ineinander verliebten, als Victoria bereits zur britischen Monarchin und mächtigsten Frau der Welt gekrönt worden war, welche Herausforderungen die Ehe für die beiden brachte und wie sie die Erziehung ihrer insgesamt neun Kinder gestalteten, das erzählt das Musical.

Über einen Zeitraum von drei Jahren recherchierte Ulrike Barz-Murauer anhand von originalen Tagebuch-Einträgen und Briefen des Paares die Geschichte. Sie komponierte nahezu sämtliche Lieder, schrieb die Texte und führte schließlich auch noch Regie. Dabei war es ihr besonders wichtig, eine positive Geschichte zu erzählen. Der frühe Tod von Prinz Albert im Alter von 42 Jahren wird im Musical bewusst nicht thematisiert. Ihr sei es wichtig gewesen, dass es "ein konstruktives Ende" gibt und "dass man die Probleme, die man anspricht, sozusagen auch zur Lösung bringt".

Original-Besetzung

Den besonderen Charme der Produktion machen auch die beiden Hauptdarsteller Valentin Fruntke und Marie-Sophie Weidinger als royales Liebespaar aus, die zur Original-Besetzung des 2016 uraufgeführten Werks gehören und bei der aktuellen Produktion wohl zum letzten Mal teilnehmen werden, da beide mittlerweile eigene Schauspiel- und Musical-Karrieren verfolgen.

Zudem ermöglichen die klimatischen Bedingungen im Schloss nur wenige Aufführungstermine. So lässt sich der Riesensaal lediglich Ende August und im September bespielen. "In den Sommermonaten wäre es dort zu heiß und in den Wintermonaten zu kalt", sagt Ulrike Barz-Murauer, die sich auf die traumhaft schöne Kulisse und die herausragende Akustik freut, wenn Ende August wieder bis zu 200 Zuschauer pro Vorstellung dem königlichen Paar am Original-Schauplatz zujubeln. Denn zwischen Darstellern und Publikum ist durchaus Interaktion erlaubt, so können die Zuschauer gerne mitsingen und mitklatschen, beispielsweise bei der Hochzeitsszene.

Veranstaltet wird das Musical "Albert und Victoria" vom Förderverein Kleinkunst und Varieté im Raum Coburg unter der Produktionsleitung von Siegfried Pecher. ct

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