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Köllnholz-Korporation muss sich mit einem um ein Drittel gesunkenen Holzpreis abfinden

Die Köllnholz-Korporation blickte bei ihrer Hauptversammlung, die im TSV-Sportheim stattfand, auf das vergangene Waldjahr zurück. Vorsitzender Arnfried Rauschert ließ die Anwesenden wissen, dass im re...
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Die Köllnholz-Korporation blickte bei ihrer Hauptversammlung, die im TSV-Sportheim stattfand, auf das vergangene Waldjahr zurück. Vorsitzender Arnfried Rauschert ließ die Anwesenden wissen, dass im relativ feuchten Frühjahr 2018 noch 125 Bäume wie Weißtannen, Douglasien, Eichen und Lärchen in der Köllnwiese und am Sauloch gepflanzt wurden. Für den Herbst seien weitere Pflanzen bestellt gewesen, aber wegen des trockenen Sommers seien diese erst gar nicht geliefert worden. Natürlich seien - wie in jedem Jahr - auch 2018 im Frühjahr Kontrollgänge durchgeführt worden, wobei nach Borkenkäferbefall gesucht worden sei. "Da war noch nichts erkennbar", berichtete Rauschert. Allerdings dann im August und im Oktober, als wieder nachgesehen wurde. Dann musste reagiert werden. Die Bäume wurden aufgearbeitet und das Reisig aus dem Wald gebracht. Etwa zwölf Festmeter Nutzholz wurden geschlagen. Der nächste Schaden im Wald ist laut Rauschert durch einen Sturm im Oktober entstanden. Durch Schadinsekten und Sturmschäden sei der Nutzholzpreis enorm gesunken. 2017 sei er noch 30 Prozent höher gewesen als 2019. Deshalb habe sich der Vorstand entschlossen, nur so viel Holz einzuschlagen wie notwendig. Dabei seien 95 Säge- , 17 Schlepper- und 64 Arbeitsstunden entstanden. Arnfried Rauschert bedankte sich bei den Holzmachern Axel Baumgärtner und Matthias Arnold sowie bei Günther Lorenz für die Pflege des Gedenkplatzes. Gegenwärtig lägen noch zwölf Festmeter vom Frühjahrssturm 2019 im Wald; dieses Holz bot er zum Kauf an.

Der Brennholzverstrich habe bereits stattgefunden, das Interesse sei gering gewesen. Der Borkenkäfer breite sich weiter im Wald aus und auch der Wildverbiss steige. Deshalb seien die Abschusszahlen im Bereich Wildbahn erhöht worden. Ein leidiges Thema ist seit Jahren die Straße an der "Verlorenen Spitze", die an Ummerstadt in Thüringen angrenzt. Gegenwärtig verläuft sie teilweise durch das Köllnholz und ist in einem schlechten Zustand. Der Weg führt von Bad Rodach nach Weitramsdorf. Gegenwärtig werden laut Rauschert 75 Prozent Staatszuschuss gewährt, allerdings nur auf der bayerischen Seite und nicht für Thüringen. Rauschert: "Es konnte noch keine Lösung für den Ausbau gefunden werden. Ummerstadt befürchtet, Zuschüsse für das ,Grüne Band‘ zu verlieren, wenn die Straße auf Thüringer Seite verläuft." Für den Straßenbau im Köllnholz würden 800 bis 1000 Quadratmeter gebraucht. Damit das Eigenjagdrevier erhalten bleibt, müssten 81,75 Hektar vorhanden sein. Das Köllnholz umfasse 82,44 Hektar. Nach Rücksprache mit der unteren Naturschutzbehörde stünden also keine Probleme für den Fortbestand an.

Der Bürgermeister der Stadt Bad Rodach, Tobias Ehrlicher, gab zu verstehen, dass die Stadt und Weitramsdorf diese Fläche erwerben wollten, um den Wegausbau voranzubringen und in den Genuss des Förderprogramms zu kommen. Die Köllnholz-Waldbauern konnten sich nicht mit einem Verkauf der benötigten Quadratmeter anfreunden. Es entstand eine lange Diskussion. Tobias Ehrlicher sprach von einer einmaligen Chance, um eine vernünftige Straße herzustellen. Er wird aber dem Willen der Teilnehmer nachkommen und bei den Bayerischen Staatsforsten vorsprechen, ob Bayern Fläche in der benötigten Größe zu tauschen bereit wäre. Ehrlicher gab zu verstehen, dass er den Grunderwerb noch in diesem Jahr vollziehen möchte.

Von den Ein- und Ausgaben berichtete Brigitte Pflaum. Da die Einnahmen zurückgingen, findet in diesem Jahr keine Auszahlung des erwirtschafteten Gewinnes aus dem Holzverkauf statt. "Das viele Frischholz auf dem Markt und in den Sägewerken lässt die Verkaufspreise sinken", bekräftigte Försterin Anke Schäfer die Ausführungen von Rauschert. Nicht nur der Borkenkäfer, sondern weitere andere Schädlinge befielen die Bäume im Köllnholz. Schäfer weiter: "Sie überwintern in der Baumrinde und fliegen bei schönem Wetter aus. Befallene Käferbäume müssen unbedingt entfernt werden. Trotzdem sieht das Köllnholz noch gut aus." Sie sprach den Klimawandel an. Seit 30 Jahren werde es wärmer. Die Bäume seien nicht auf eine solche Hitze wie 2018 eingestellt, deshalb würden auch nichtheimische Bäume gepflanzt. "Der Wald wird bestehen bleiben, aber er wird sich verändern", war die Aussage von Försterin Schäfer.

Die Korporation Köllnholz besteht heuer seit 520 Jahren und das soll mit einer kleinen Zusammenkunft am Gedenkplatz im Spätsommer gefeiert werden. Arnfried Rauschert bedankte sich für die konstruktive Mitarbeit bei seinen Vorstandskollegen. Zum Dank überreichte er der Försterin für die geleistete Arbeit im Köllnholz ein Präsent. Da sich alle Vorstandsmitglieder zur Wahl stellten war diese schnell vollzogen.

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