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Ebern

Knöllchen für Busse an der Haltestelle?

In Ebern sorgt ein "atypischer Fall" von Falschparken für Aufklärungsbedarf und eine vernünftige, weil umweltverträgliche Lösung.
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Darf der Bus hinten nun dauerhaft hier stehen oder nicht? Bei einem Behördentermin am Mittelschulparkplatz in Ebern ergab sich eine einvernehmliche Lösung. Foto: Eckehard Kiesewetter
Darf der Bus hinten nun dauerhaft hier stehen oder nicht? Bei einem Behördentermin am Mittelschulparkplatz in Ebern ergab sich eine einvernehmliche Lösung. Foto: Eckehard Kiesewetter

Eckehard Kiesewetter Zu eng, zu unübersichtlich, chaotische Verhältnisse, rücksichtslose Parker und dann noch all die Elterntaxis. Immer wieder ist der Bus- und Autoparkplatz an der Mittelschule Gegenstand von Diskussionen über unzumutbare Zustände. Immer wieder werden mahnende Stimmen laut, es sei ein Wunder, dass da noch nichts passiert ist. Die Appelle der Stadt verhallen ungehört, obwohl die Unfallgefahr wie auch der ökologische Gedanke dafür sprächen, Kinder nicht mit Privatautos vor die Schultüre zu chauffieren, sondern sie mit dem Bus fahren zu lassen oder - bei Stadtkindern - zu Fuß auf den Weg zu schicken.

"Die Elterntaxis bedeuten Gefahr für die Schüler, da sie mitten durch die Haltestelle an der Mittelschule fahren", klagt Ute Barthelmann von der Verwaltungsgemeinschaft. "Wir wollen ja versuchen, die Busse bis direkt an die Schulen zu bringen", doch die Unvernunft vieler Eltern verhindere das.

Wohin mit den Bussen?

Dieser Tage fand ein Behördentermin statt, bei dem Vertreter von Polizei, Stadt und Busunternehmen ein Problem zu lösen suchten, das spätestens seit dem Ausscheiden des Eberner Busunternehmens Ebner Handlungsbedarf erzeugt. Schließlich verbietet es sich aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen, dass Busse während der Schulzeit zurück an ihren Heimatort in den "Heiligen Ländern" (Kirchlauter) zu fahren, um Stunden später neuerlich den Weg nach Ebern anzutreten.

Mancher Busfahrer bugsiert sein riesiges Fahrzeug rücklings in die Lützeleberner Straße, um es dort abzustellen. Ein 68-jähriger Fahrer, der selbst in Ebern wohnt, verzichtet auf derartige Manöver ("Ohne Einweiser rückwärts Rangieren ist ja nicht ungefährlich"). Mehrfach ließ der "Minijobber" seinen Bus direkt an einer der Busbuchten auf dem Mittelschulparkplatz stehen, um mit dem Rad nach Hause zu fahren. "Behindert niemanden und spart unnötige Fahrten ein", befindet er.

Zu seiner Empörung brachte ihm das Strafzettel für unerlaubtes Dauerparken ein, zunächst zehn Euro, beim zweiten Mal dann 20 Euro wegen eines "atypischen Falls und beharrlicher Begehung", wie es in der Tatbestandskonkretisierung heißt.

Da waren die Ordnungshüter bei ihrem ehemaligen Kollegen aber an der richtigen Stelle, denn der kennt sich aus mit dem Verkehrszeichen 224 (Bushaltestelle), das Parken im Umfeld von 15 Metern verbietet, und der Bedeutung der Grenzmarkierung (Zeichen 299). Diese Zick-Zack-Linien dienen dazu, die Verbotsfläche zu verkleinern oder vergrößern. Doch wieso steht am Mittelschulparkplatz bei vier Busbuchten nur ein Schild und warum sind die Linien unterbrochen?

Nicht eindeutig beschildert

Auch Fahrlehrer, nach ihrer Einschätzung der Situation befragt, kratzen sich etwas hilflos am Kopf: "Tendenziell würde ich sagen: Verboten! Aber das könnte man eindeutiger beschildern", findet einer. Sein Kollege Harald Pascher, zugleich Zweiter Bürgermeister und Verkehrsreferent im Stadtrat, bringt neuerlich seine Forderung nach einem Busbahnhof an der Coburger Straße ins Gespräch. So ließen sich viele der immer wieder auftretenden Probleme beim Schulwegs-Verkehr in Ebern für immer aus der Welt schaffen.

Unser Mann hat gegen sein Knöllchen bei der Polizeiinspektion Einspruch erhoben. Weil die Verkehrssachverständigen dort auf ihrer Position beharren, muss nun die Zentrale Bußgeldstelle in Viechtach entscheiden.

Derweil kamen Vertreter von Stadt, Busunternehmen und Polizei dahingehend überein, dass künftig drei Busse dauerhaft an den Buchten am Mittelschulplatz stehen bleiben dürfen, ohne groß die Beschilderung oder Fahrbahnmarkierungen zu verändern. Es gehe darum, unnötiges Hin- und Herfahren und damit CO2 -Belastung zu vermeiden, sagt Ute Barthelmann. Ein weiterer Bus-Stellplatz werde am Realschulparkplatz in der Nähe des Tennisplatzes geschaffen. Eine einvernehmliche Lösung also, die allen hilft. Wenn jetzt auch noch viele Elterntaxis unnötige Fuhrdienste einstellen würden ...

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