Knetzgau
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Knetzgau hat in den vergangenen 15 Jahren rund 252 Millionen Euro bewegt

Einige Probleme, die Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) am Dienstagabend während der Bürgerversammlung im Pfarrsaal ansprach, wünscht sich wohl so manch ein Bürgermeister aus dem Kreis H...
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Auf Interesse stieß die Bürgerversammlung in Knetzgau. Viele Themen wurden diskutiert.  Foto: Martin Schweiger
Auf Interesse stieß die Bürgerversammlung in Knetzgau. Viele Themen wurden diskutiert. Foto: Martin Schweiger

Einige Probleme, die Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) am Dienstagabend während der Bürgerversammlung im Pfarrsaal ansprach, wünscht sich wohl so manch ein Bürgermeister aus dem Kreis Haßberge: Wegen der vielen Zuzüge herrscht Wohnungsnot. Das Gewerbegebiet ist bereits gut gefüllt. Die Nachfrage übersteigt dort das Angebot. Die Kindergärten und die Krippen sind voll. Paulus zeigte auf, wie die Gemeinde reagiert: So erfolgte am Dienstag der Spatenstich für ein Mehrfamilienwohnhaus mit zehn Sozialmietwohnungen am Dülbigweg (siehe den Bericht oben).

In den Ortsteilen wurden Bauplätze durch Abriss alter Gebäude neu geschaffen. Insgesamt gebe es in der Gemeinde mehr als 100 Grundstücke in privater Hand, sagte er. Das Problem sei, dass die Eigentümer die Grundstücke nicht verkaufen wollen, derzeit darauf aber nicht gebaut werde.

In neue Kindergarten- und Krippenplätze habe die Gemeinde investiert. Schwierig sei es jedoch, Personal zu finden.

Die Dreiberg-Schule sei für 14 Millionen Euro renoviert worden und im September 2018 zusammen mit den Sportanlagen eingeweiht worden. Die Sportanlage sei vor den Sommerferien für die Allgemeinheit geschlossen worden, weil dort unter anderem Feuer gemacht worden sei. Eine Videoanlage sei installiert worden, die Drogenkonsum, Wildpinkeln und andere Delikte dokumentiere. Seitdem seien jedoch die Verstöße deutlich weniger geworden, so dass die Sportanlage im kommenden Jahr wieder geöffnet werden solle, wenn die Regeln eingehalten werden, erklärte er.

Zum Thema Wasserversorgung sagte Paulus, dass der Grundwasserspiegel gesunken sei. Knetzgau solle - wie auch Haßfurt - von Schweinfurt her mit 250 000 Kubikmetern Wasser im Jahr versorgt werden. Der Bau einer Hauptwasserleitung von Schweinfurt nach Wohnau werde derzeit ausgeschrieben. Damit sei die Wasserversorgung langfristig gesichert.

Das Hallenbad muss saniert werden. Eventuell angedacht ist ein Allianzbad unter anderem zusammen mit Eltmann. Auch der Bauhof ist laut Paulus sicherheitstechnisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Der alte Bauhof soll abgerissen und auf einem gemeindeeigenen Grundstück in der Nähe der Firma "Maincor" neu gebaut werden. Was mit der Fläche des bisherigen Bauhofs geschehen soll, sei derzeit noch völlig offen, sagte Paulus.

Die Renovierung der Hainerter Straße soll Mitte Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein.

Eine Biker- und Skateranlage soll im Gewerbegebiet entstehen. Die Kosten in Höhe von etwa 400 000 Euro werden zur Hälfte über EU-Mittel gefördert. Rund 50 Jugendliche hätten sich bei der Planung mit eingebracht, sagte Paulus. Sie wollen einen Verein gründen, der sich um den Unterhalt der Anlage kümmert.

Die Erneuerung des ehemaligen Gasthauses "Schwarzer Adler" in Westheim ist mit 2,6 Millionen Bausumme das derzeit größte Bauprojekt der Gemeinde. Der Anteil der Gemeinde an den Kosten beträgt 600 000 Euro. Die evangelische und katholische Kirche werden dort unter einem Dach vereint sein.

Paulus erinnert daran, dass Bauherren, die Altgebäude renovieren, mit 20 000 Euro plus 1500 Euro pro Kind unterstützt werden. Wer ein denkmalgeschütztes Gebäude renoviert, erhält von der Gemeinde 30 000 Euro plus 1500 Euro pro Kind.

252 Millionen Euro seien in den letzten 15 Jahren bewegt worden. Dennoch sei Knetzgau keine reiche Gemeinde, denn die Steuerkraft liege unter Landesdurchschnitt, so Paulus.

In der Diskussion wurden mehrere Themen angesprochen: Ein Bürger sagte, dass er mit der "Mitfahrerbank" zwar schnell nach Haßfurt komme. Das Problem sei, von Haßfurt wieder zurückzukommen, da eine Mitfahrerbank am Marktplatz oder in der Brückenstraße fehle.

Zu viel Verkehr

Eine Bürgerin beklagte den Verkehr in der Hauptstraße. Sie habe 300 Lkw innerhalb einer Stunde gezählt, die vor ihrem Haus vorbeigefahren seien. Paulus erwiderte, dass es sich um eine Staatsstraße handle, für die die Gemeinde nicht zuständig sei. Er befürwortet eine Verkehrsumleitung wie in Österreich. Eine Umgehungsstraße von der Haßfurter Straße bis zur Westheimer Straße sei nur dann im Bereich des Möglichen, wenn ein Verkehrsgutachten feststellt, dass der Verkehr ein festgesetztes Maß übersteigt.

Das geplante Maininformationszentrum (MIZ) soll auch für Veranstaltungen von Vereinen offen stehen. Doch dies bezweifelte ein Bürger. Wenn dort Tagungen oder Veranstaltungen über mehrere Tage stattfinden, wäre dort kein Platz mehr für Vereine, argumentierte er. Paulus erwiderte, dass die Franz-Hofmann-Halle marode sei und abgerissen werden müsse. Die Gemeinde sei nicht in der Lage, eine neue Halle für sechs bis sieben Millionen Euro zu bauen. Das Maininformationszentrum würde hingegen allein durch den Freistaat Bayern finanziert. Es sei daher "eine Riesen-Chance für Knetzgau", betonte der Rathauschef. Mehr als 100 Kommunen von Bischofsgrün bis Aschaffenburg stünden hinter dem Projekt. Denn es gebe noch keine Einrichtung, die über den Main informiert. Andere Kommunen würden sofort zur Verfügung stehen. Zudem habe ihm ein Investor zugesichert, ein Hotel zu bauen, wenn das MIZ nach Knetzgau kommt.

Ein Bürger monierte, dass der Laufsteg für Fußgänger an der Schleuse geschlossen sei. Stefan Paulus sagte, dass der Weg nicht der Gemeinde gehöre und er daher nicht eingreifen könne.

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